Microsoft steht zum Jahresbeginn unter besonderer Beobachtung. Auf der einen Seite wächst der juristische Druck durch eine Milliardenklage von Elon Musk, auf der anderen Seite nutzen große Investoren den jüngsten Rücksetzer für Zukäufe. Im Hintergrund laufen zugleich teure KI-Investitionen und starke operative Zahlen zusammen – eine Mischung, die den Kursverlauf der nächsten Monate prägen dürfte.

Juristischer Druck durch Musk

Der wichtigste neue Belastungsfaktor: Elon Musk hat seine Klage gegen OpenAI und Microsoft deutlich verschärft. Aus Gerichtsunterlagen vom 16. Januar geht hervor, dass er von Microsoft allein Entschädigungszahlungen zwischen 13,3 und 25,1 Milliarden US‑Dollar fordert.

Die Forderung ist Teil einer größeren Klage, in der Musk insgesamt bis zu 135 Milliarden US‑Dollar Schadenersatz beansprucht und einen Bruch der ursprünglichen Non-Profit-Mission von OpenAI unterstellt. Für Microsoft-Aktionäre wird damit ein Szenario greifbar, in dem im Extremfall zweistellige Milliardenbeträge zur Disposition stehen. Da der Jury-Prozess im April 2026 starten soll, rückt dieser Rechtsstreit als möglicher Auslöser für stärkere Kursschwankungen zeitlich näher.

Institutionelle Anleger bleiben engagiert

Trotz dieser Risiken gibt es deutliche Signale, dass ein Teil des Marktes den Rückgang der vergangenen Wochen eher als Gelegenheit denn als Warnsignal sieht. So hat Quattro Financial Advisors LLC im dritten Quartal seinen Anteil an Microsoft um 21,6 % erhöht. Das Institut kaufte 10.008 zusätzliche Aktien und hält nun 56.388 Stück im Wert von rund 29,21 Millionen US‑Dollar.

Parallel dazu hat sich der Druck von der Short-Seite reduziert. Die Leerverkaufspositionen in Microsoft gingen im Dezember um 20,6 % zurück und liegen nun bei 52,94 Millionen Aktien, was nur etwa 0,7 % des frei handelbaren Volumens entspricht. Dieses Eindecken von Short-Positionen deutet darauf hin, dass spekulative Anleger weniger bereit sind, auf weiter fallende Kurse zu setzen.

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Analysten: Hohe Kursziele, leicht abgekühlt

Die große Mehrheit der Analysten bleibt positiv gestimmt, auch wenn die Latte etwas niedriger gehängt wird. Per 12. Januar 2026 empfehlen rund 95 % der Experten den Titel weiterhin mit einem bullischen Votum. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 630 US‑Dollar und signalisiert damit rechnerisch ein Aufwärtspotenzial von gut 30 % gegenüber dem aktuellen Niveau.

Einige große Häuser haben ihre Erwartungen zuletzt moderat angepasst:

  • Barclays senkte am 12. Januar das Kursziel von 625 auf 610 US‑Dollar, behielt aber die Einstufung „Overweight“ bei.
  • Wells Fargo reduzierte am 8. Januar von 700 auf 665 US‑Dollar und bleibt bei „Outperform“.

Damit bleibt die grundsätzliche Einschätzung positiv, während zugleich das verschärfte Marktumfeld und die neuen Risiken eingepreist werden.

KI-Ausbau und starke Fundamentaldaten

Abseits der juristischen Schlagzeilen arbeitet Microsoft weiter an seinem Ausbau im KI-Bereich. Am 5. Januar 2026 wurde die Übernahme des Data-Platform-Start-ups Osmos abgeschlossen, das die eigene KI-Infrastruktur stärken soll. Bereits im Dezember hatte der Konzern zudem eine strategische Partnerschaft mit Cognizant vereinbart, um KI-Lösungen breiter in Unternehmenskunden zu verankern.

Finanziell steht das Unternehmen auf einem stabilen Fundament. Im jüngsten Quartal erzielte Microsoft einen Gewinn je Aktie von 4,13 US‑Dollar und lag damit klar über den Konsensschätzungen von 3,65 US‑Dollar. Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 18,4 % auf 77,67 Milliarden US‑Dollar. Zusätzlich erhalten Aktionäre eine Quartalsdividende von 0,91 US‑Dollar je Aktie, wobei der Ex-Dividenden-Tag auf den 19. Februar 2026 festgelegt ist.

Marktbild und Ausblick

Zum Wochenschluss am Freitag notierte die Aktie bei 459,86 US‑Dollar. Nach einem schwächeren Jahresstart liegt der Kurs damit noch rund 6 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber deutlich über dem Tief der vergangenen zwölf Monate. Die Notierung bewegt sich oberhalb der 50-, 100- und 200-Tage-Durchschnitte, während ein RSI von 45,8 auf ein neutraleres Momentum hindeutet.

In den kommenden Monaten prallen mehrere Kräfte aufeinander: ein Sektorwechsel weg von den großen Tech-Werten, ein potenziell milliardenschweres Rechtsrisiko, gleichzeitig starke operative Zahlen, wachsende KI-Aktivitäten und sichtbare Unterstützung durch institutionelle Investoren. Der im April beginnende Prozess um die Musk-Klage dürfte dabei zum zentralen Termin werden, an dem sich zeigt, ob die juristische Unsicherheit den robusten fundamentalen Trend überlagert oder nur eine vorübergehende Bremse bleibt.

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