Micron profitiert unmittelbar vom KI-Boom. Die Nachfrage nach High Bandwidth Memory (HBM) und Server-DRAM übertrifft das Angebot deutlich, ganze Produktionskapazitäten sind bereits vergeben. Gleichzeitig legt der Speicherhersteller überraschend starke Zahlen und eine ehrgeizige Prognose vor. Doch wie solide ist dieser Aufschwung untermauert?

KI-Nachfrage treibt das Geschäftsmodell

Micron ist zu einem zentralen Zulieferer für KI-Infrastruktur geworden. Besonders gefragt sind HBM-Chips und Server-DRAM, die in Rechenzentren und KI-Beschleunigern eingesetzt werden. Laut Branchenberichten ist die komplette HBM-Produktion für 2026 bereits ausverkauft.

Diese Knappheit verschiebt das Kräfteverhältnis zugunsten der Anbieter. Für Micron bedeutet das: ein klares Übergewicht von Nachfrage gegenüber Angebot und damit Spielraum für höhere Preise. Die starke Kursentwicklung der vergangenen Monate spiegelt diese strukturelle Veränderung im Speichersegment wider.

Explosive Zahlen und ambitionierte Prognose

Die jüngsten Quartalszahlen zeigen das Ausmaß des aktuellen Aufschwungs. Im ersten Quartal 2026 erzielte Micron einen Gewinn je Aktie (EPS) von 4,78 US‑Dollar und lag damit deutlich über den Analystenerwartungen von 3,94 US‑Dollar.

Der Umsatz kletterte im Jahresvergleich um 56,7 % auf 13,64 Milliarden US‑Dollar. Das Unternehmen wächst also nicht nur, es beschleunigt. Für das zweite Quartal 2026 legt Micron die Latte noch höher:

  • Erwartetes EPS: 8,22 bis 8,62 US‑Dollar
  • Umsatzprognose: Anhebung auf bis zu 19,1 Milliarden US‑Dollar

Auch im Rückblick ist der Trend klar positiv. Im Gesamtjahr 2025 stieg der Umsatz auf 37,38 Milliarden US‑Dollar, ein Plus von 48,85 %. Der Nettogewinn legte auf 8,54 Milliarden US‑Dollar zu.

Bewertungskennzahlen unterstreichen den Wachstumscharakter: Ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von rund 29,6 trifft auf einen sehr niedrigen PEG-Faktor von 0,19 – ein Hinweis darauf, dass das Gewinnwachstum die aktuelle Bewertung überkompensieren könnte. In den vergangenen zwölf Monaten hat die Aktie über 200 % zugelegt; gestern schloss sie bei 312,15 US‑Dollar, nur knapp unter dem jüngsten 52‑Wochen-Hoch.

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Rückenwind aus dem gesamten Sektor

Der Aufschwung ist kein isoliertes Micron-Phänomen, sondern branchenweit sichtbar. Marktberichte zeigen, dass große Wettbewerber wie Samsung und SK Hynix deutliche Preissprünge bei DRAM durchsetzen. Die Vertragspreise für DRAM sollen sequentiell um 45 bis 50 % gestiegen sein.

Bemerkenswert: Viele Anbieter bevorzugen derzeit den Spotmarkt gegenüber langfristigen Verträgen, um die Knappheit voll auszunutzen. Dieses Umfeld spielt Micron in die Karten. Als wichtiger Lieferant von HBM-Chips für Nvidia und andere KI-Hardwarehersteller profitiert das Unternehmen direkt von den höheren Preisen und der engen Versorgungslage.

Die Knappheit geht so weit, dass große Technologiekonzerne ihre Lieferketten aktiv absichern, um Produktionsausfälle zu vermeiden. Das verstärkt den Druck auf das verfügbare Angebot zusätzlich.

Analysten und Institutionelle bleiben optimistisch

Die starke operative Entwicklung bleibt an der Wall Street nicht unbemerkt. Häuser wie JPMorgan und Bernstein halten an ihren positiven Einschätzungen fest und sehen Kursziele von bis zu 350 US‑Dollar.

Rund 94,6 % der Analysten, die die Aktie abdecken (35 von 37), sprechen eine Kaufempfehlung aus. Parallel dazu haben große Vermögensverwalter ihre Positionen weiter aufgestockt. Sie setzen auf einen anhaltenden „Superzyklus“ bei der Speicher-Nachfrage, der sich nach aktueller Einschätzung mindestens bis 2026 fortsetzen soll.

Insiderverkäufe als Warnsignal?

Neben dem Optimismus gibt es jedoch Signale, die Anleger aufmerksam verfolgen. Meldeunterlagen zeigen, dass EVP Scott Deboer 82.000 Micron-Aktien im Volumen von rund 18,2 Millionen US‑Dollar veräußert hat.

Solche Verkäufe können Teil einer üblichen Diversifikation von Managementvergütungen sein. Sie fallen jedoch in eine Phase, in der Micron auf Rekordbewertungen und Kursniveaus notiert. Marktbeobachter sehen darin keinen Trendbruch, aber einen Punkt, der angesichts der starken Rally genau verfolgt werden dürfte.

Fazit: Starkes Fundament, höhere Schwankungen

Micron bewegt sich derzeit in einem Ausnahmeszenario aus knapper Produktion, hoher KI-Nachfrage und branchenweiten Preiserhöhungen. Ausverkaufte HBM-Kapazitäten bis 2026, zweistellige Wachstumsraten bei Umsatz und Gewinn sowie die breite Unterstützung durch Analysten und institutionelle Investoren zeichnen ein robustes Fundament. Gleichzeitig deutet die Kombination aus steilem Kursanstieg, ambitionierter Bewertung und sichtbaren Insiderverkäufen darauf hin, dass die Aktie in dieser Phase anfällig für stärkere Schwankungen bleibt.

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