Meta Aktie: Zwischen Chancen und Risiken
Meta steht in einem angespannten Umfeld. Auf der einen Seite meldet der Konzern einen wichtigen Erfolg mit Threads, auf der anderen Seite belasten neue Vorwürfe der britischen Aufsicht und Sorgen um stark steigende Investitionen in KI-Infrastruktur die Stimmung. Die Aktie notiert heute um 520,60 Euro (rund 620,25 US‑Dollar an der Nasdaq) und liegt damit unter wichtigen technischen Trendlinien.
Druck aus Großbritannien
Kurzfristig prägt vor allem eine neue Auseinandersetzung mit der britischen Glücksspielaufsicht das Bild. Die UK Gambling Commission warf Meta am 19. und 20. Januar öffentlich vor, auf Facebook und Instagram Werbung für illegale Glücksspielanbieter zu dulden.
Nach Darstellung der Behörde schalten nicht lizenzierte Anbieter gezielt Anzeigen für britische Nutzer, unter anderem mit Begriffen wie „not on Gamstop“, um nationale Spielerschutzsysteme zu umgehen. Tim Miller von der Gambling Commission kritisierte Meta auf der ICE-Konferenz scharf und unterstellte dem Unternehmen, diese Praktiken bewusst zu ignorieren.
Für Anleger rückt damit das Thema regulatorisches Risiko in Europa erneut in den Vordergrund. Im Raum stehen potenzielle Bußgelder oder operative Einschränkungen, falls Aufseher zu härteren Maßnahmen greifen.
Threads überholt X
Parallel meldet Meta einen klaren operativen Erfolg im Kernsegment Social Media. Neue Nutzungsdaten zeigen, dass der Textdienst Threads den Konkurrenten X (ehemals Twitter) bei der täglichen mobilen Nutzung überholt hat.
- Threads Daily Active Users (mobil): ca. 141,5 Millionen
- X Daily Active Users (mobil): ca. 125 Millionen
Dieser Wechsel an der Spitze („Flippening“) datiert auf den 7. Januar und wurde am 19. Januar breit in Marktanalysen aufgegriffen. Für Investoren ist das ein Signal, dass Metas Strategie, Nutzer im eigenen Plattformverbund zu halten, aufgeht. Die Monetarisierung dieser Reichweite steht allerdings noch am Anfang und gilt als künftiger Wachstumstreiber.
Q4-Zahlen und Capex im Fokus
Mit Blick auf die Aktie richtet sich der Blick nun auf die Zahlen für das vierte Quartal 2025, die Meta am 28. Januar vorlegen will. An der Börse dominiert die Sorge, dass die Ausgaben für KI‑Infrastruktur ausufern könnten.
Die aktuellen Konsensschätzungen und Finanzdaten:
- Umsatz Q4-Erwartung: 56,59 Mrd. US‑Dollar
- EPS-Erwartung: 8,21 US‑Dollar
- Capex-Guidance 2025: auf 70–72 Mrd. US‑Dollar angehoben
- Reality Labs: weiter Quartalsverluste von über 4 Mrd. US‑Dollar, kumuliert seit 2021 über 70 Mrd. US‑Dollar
Das Werbegeschäft läuft zwar weiterhin stark, unterstrichen durch 26 % Umsatzwachstum im Jahresvergleich im dritten Quartal 2025. Gleichzeitig drücken die massiv steigenden KI‑Investitionen auf die Marge. Analysten verweisen darauf, dass ohne klar erkennbare Ertragsbeiträge aus diesen Projekten weiterer Druck auf die Bewertung möglich ist.
Chartbild und Analysteneinschätzungen
Charttechnisch ist das Bild aktuell eingetrübt. Der Kurs um 620,25 US‑Dollar liegt unter allen relevanten gleitenden Durchschnitten (MA‑20, MA‑50 und dem langfristigen MA‑200 bei 675,73 US‑Dollar). Aus rein technischer Sicht gilt die Aktie damit derzeit als „Sell Candidate“ mit negativem Momentum.
Fundamental bleibt der Analystenkonsens dagegen überwiegend positiv, wenn auch mit etwas zurückgenommenen Kurszielen:
- Konsensrating: „Strong Buy“ (37 Kauf-, 6 Halte-, 1 Verkaufsempfehlung)
- Durchschnittliches Kursziel: ca. 823,63 US‑Dollar
- Fair-Value-Spanne: 638 bis 700 US‑Dollar, unter der Annahme, dass KI‑Investitionen Erträge liefern
- Abwärtsrisiko: Rückgang auf 550–570 US‑Dollar bei schwächerem Wachstum oder weiter steigenden Kosten
Damit steht eine deutliche Diskrepanz zwischen dem kurzfristig schwachen Chartbild und den weiter optimistischen Langfristannahmen der meisten Analysten.
Entscheidender Termin Ende Januar
Per Saldo handelt Meta derzeit in einem Spannungsfeld aus starkem Kerngeschäft, wachsender Bedeutung von Threads, explodierenden Investitionen in KI‑Infrastruktur und neuen juristischen Risiken im Vereinigten Königreich. Der Quartalsbericht am 28. Januar wird entscheidend dafür sein, ob das Management die erhöhten Capex von 70–72 Mrd. US‑Dollar plausibel mit künftigen Ertragschancen unterlegen kann und ob der Markt seine aktuelle Skepsis bei Kosten, Regulierung und Metaverse-Sparte Reality Labs abbaut oder verstärkt.
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