Meta startet nach dem US-Feiertag mit Gegenwind in die neue Handelswoche. Ein Nutzer-Meilenstein bei Threads trifft auf neue Vorwürfe aus Großbritannien und anhaltende Sorgen rund um die explodierenden Investitionsbudgets. Die Vorzeichen für die US-Eröffnung sind nach schwächeren Kursen in Europa negativ.

Regulatorischer Druck aus Großbritannien

Kurz vor Wiedereröffnung der US-Börsen gerät Meta in Großbritannien unter Druck. Die UK Gambling Commission wirft dem Konzern vor, auf Facebook und Instagram illegale Glücksspiel-Werbung zugelassen zu haben. Executive Director Tim Miller sprach auf der ICE-Konferenz in Barcelona von einem „window into crime“.

Die Behörde identifizierte Anzeigen mit dem Stichwort „not on Gamstop“, die gezielt Nutzer ansprechen, welche Selbstsperr-Tools umgehen wollen. Damit rückt die Frage in den Fokus, wie strikt Meta seine Werbeplattform bei sensiblen Inhalten tatsächlich kontrolliert.

Die Schlagzeilen belasteten bereits den Handel in Europa. Auf der Plattform Lang & Schwarz gaben die Papiere gestern um rund 2,6 % auf 520,90 Euro nach. Das deutet auf einen schwächeren Start der Nasdaq-Notierung hin, die am Freitag bei 620,25 US‑Dollar aus dem Handel ging.

Threads legt zu, Metaverse wird zurückgefahren

Parallel gibt es positive Nachrichten von der Produktseite. Berichten zufolge hat Threads per 19. Januar erstmals X (ehemals Twitter) bei den globalen täglichen mobilen Nutzern überholt. Damit zahlt sich der von CEO Mark Zuckerberg forcierte Ausbau des textbasierten Netzwerks zumindest beim Nutzerwachstum aus.

Gleichzeitig verschärft Meta die Kostendisziplin im Metaverse-Bereich. Mehrere VR‑Studios wurden geschlossen, einzelne VR‑Gaming-Projekte gestoppt. Die Maßnahmen passen zur strategischen Verschiebung in Richtung Künstliche Intelligenz, während Reality Labs weiter hohe Verluste einfährt.

CapEx-Offensive für KI

Der Druck auf die Aktie steht vor dem Hintergrund außergewöhnlich hoher Investitionen. Für 2025 plant Meta Investitionsausgaben (CapEx) von 70 bis 72 Milliarden US‑Dollar. Für 2026 liegen interne Projektionen bereits bei über 100 Milliarden US‑Dollar.

Treiber ist der Wettlauf um KI-Infrastruktur:

  • Aufbau von „Meta Compute“ für KI‑Rechenleistung
  • Massive Rechenzentren mit langfristigen Energieverträgen
  • Geplante Sicherung von mehr als 6,6 Gigawatt Atomstromkapazität über Kooperationen mit Vistra und Oklo

Diese Offensive soll die technologische Basis für KI-Modelle wie Llama 4 und neue KI‑gestützte Werbeprodukte legen. Kurzfristig schürt sie jedoch Sorgen um Margen und freien Cashflow.

Marktumfeld und Einordnung

Anfang 2026 tut sich der Titel schwer, den starken Lauf der Vorjahre fortzusetzen. Eine sektorweite Rotation aus den „Magnificent Seven“ dämpft zusätzlich die Nachfrage nach großen Tech-Werten. Zugleich schauen Investoren genauer auf das Auseinanderdriften von Umsatz und Investitionen: Für 2026 werden Erlöse von rund 235 Milliarden US‑Dollar erwartet, während die Infrastrukturkosten deutlich schneller steigen.

Skepsis gegenüber großen strategischen Schwenks ist für Meta nicht neu. Ähnliche Phasen gab es beim Übergang zu Mobile 2012 und beim Metaverse-Pivot 2021. Aktuell hängt viel daran, ob und wie schnell sich die KI‑Investitionen in konkret messbare Erträge übersetzen lassen.

Ausblick und wichtige Marken

Im Fokus steht nun der Q4‑Bericht, der für den 28. Januar terminiert ist. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von etwa 8,18 US‑Dollar. Entscheidend wird sein, wie klar das Management den erwarteten Return on Investment der steigenden KI‑Ausgaben darlegt und welche mittelfristigen Ziele es hierfür nennt.

Charttechnisch schloss der Kurs am Freitag bei 620,25 US‑Dollar. Marktanalysen sehen eine Unterstützungszone um 610 US‑Dollar. Ein Bruch dieser Marke könnte den Weg in Richtung 582 US‑Dollar öffnen. Auf der Oberseite gilt der Bereich um 692 US‑Dollar als zentrale Hürde, deren Überwinden den aktuellen Korrekturmodus beenden würde.

Konsensdaten:

  • Schlusskurs (16. Januar): 620,25 US‑Dollar
  • Konsens-Kursziel: rund 822,96 US‑Dollar
  • Nächster Impuls: Q4‑Zahlen am 28. Januar

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