MercadoLibre Aktie: Umsatzboom reicht nicht
Der lateinamerikanische E-Commerce-Riese MercadoLibre liefert ein beeindruckendes Umsatzwachstum, verfehlt aber gleichzeitig die Gewinnerwartungen der Wall Street. Aggressive Investitionen in Logistik, Kreditkarten und Künstliche Intelligenz drücken spürbar auf die Margen. Diese strategische Ausrichtung fordert kurzfristig ihren Tribut und drückte den Titel am Freitag exakt auf sein 52-Wochen-Tief bei 1.389,60 Euro.
Starkes Wachstum, schwächere Margen
Im vierten Quartal 2025 kletterte der Umsatz im Jahresvergleich um fast 45 Prozent auf 8,76 Milliarden US-Dollar. Damit übertraf das Unternehmen die Prognosen der Analysten deutlich. Verantwortlich dafür waren ein starkes Bruttowarenvolumen sowie ein rasanter Anstieg im Kreditgeschäft. Der Gewinn pro Aktie lag mit 11,03 US-Dollar allerdings knapp fünf Prozent unter den Konsensschätzungen.
Hauptgrund für die schwächere Profitabilität sind umfangreiche Ausgabenpakete. MercadoLibre baut seine Logistiknetzwerke in Brasilien, Mexiko und Argentinien massiv aus und senkt die Schwellen für kostenlosen Versand. Gleichzeitig wuchs das Kreditportfolio im Jahresvergleich um 90 Prozent auf 12,5 Milliarden US-Dollar. Eine Ausfallquote von 4,4 Prozent gilt in diesem Bereich zwar als moderat. Ein derart großes Kreditvolumen bindet jedoch mehr Kapital zur Absicherung möglicher Ausfälle und erhöht das strukturelle Risiko.
Analysten passen Ziele an
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Die verfehlten Gewinnziele führten im März umgehend zu Reaktionen bei den großen Investmentbanken. Mehrere Häuser passten ihre Einschätzungen nach unten an:
- JPMorgan: Abstufung auf "Neutral", Kursziel von 2.650 auf 2.100 US-Dollar gesenkt
- UBS: Kursziel von 2.900 auf 2.700 US-Dollar reduziert, Rating bleibt "Buy"
- Morgan Stanley: Kursziel auf 2.600 US-Dollar angepasst, Einstufung "Overweight"
- Jefferies: Bestätigt "Hold" mit einem Ziel von 2.800 US-Dollar
KI als Effizienztreiber
Um die Profitabilität langfristig zu stützen, setzt das Management verstärkt auf Künstliche Intelligenz. KI-gestützte Algorithmen trugen im Schlussquartal maßgeblich zu einem währungsbereinigten Wachstum von 67 Prozent im Werbegeschäft bei. Zudem löst ein neuer KI-Assistent bei Mercado Pago bereits 87 Prozent der Kundenanfragen ohne menschliches Eingreifen. Die nächsten konkreten Einblicke in die Margenentwicklung und den Erfolg dieser Effizienzmaßnahmen liefert das Unternehmen mit der Vorlage der Quartalszahlen am 6. Mai 2026.
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