MercadoLibre wächst im Rekordtempo, doch die Expansion hat ihren Preis. Massive Investitionen in Logistik und Finanzdienstleistungen drückten den Gewinn im vierten Quartal 2025 überraschend deutlich. Opfert das Management kurzfristige Rendite für eine dauerhafte Marktbeherrschung?

Umsatzsprung trifft auf Margendruck

Die nackten Zahlen beeindrucken: Mit einem Umsatzplus von 45 Prozent auf rund 8,8 Milliarden US-Dollar übertraf MercadoLibre die Erwartungen beim Wachstum deutlich. Sowohl das Handelsgeschäft als auch die Fintech-Sparte Mercado Pago lieferten zweistellige Zuwachsraten. Dennoch sank der Gewinn pro Aktie im Vergleich zum Vorjahr um 12,5 Prozent auf 11,03 US-Dollar und blieb damit hinter den Analystenschätzungen zurück.

Verantwortlich für diesen Rückgang sind gezielte strategische Weichenstellungen. Um die Marktanteile in Kernmärkten wie Brasilien zu verteidigen, senkte das Unternehmen die Hürden für kostenlosen Versand. Zudem belastete der aggressive Ausbau des Kreditkartengeschäfts die operativen Margen, die durch diese Maßnahmen um etwa fünf bis sechs Prozentpunkte sanken.

Starke Dynamik im Fintech-Bereich

Trotz des Gewinnrückgangs zeigen die operativen Kennzahlen eine ungebrochene Dynamik. Das gesamte Zahlungsvolumen stieg um über 42 Prozent auf 83,7 Milliarden US-Dollar, während das Kreditportfolio sogar um 90 Prozent auf 12,5 Milliarden US-Dollar expandierte. Die Zahl der aktiven Fintech-Nutzer kletterte gleichzeitig auf 78 Millionen.

Auch technologisch rüstet der Konzern auf. Künstliche Intelligenz spielt eine immer zentralere Rolle im operativen Geschäft. KI-gestützte Werbetools kurbelten das Anzeigengeschäft Mercado Ads kräftig an. Zudem übernimmt ein KI-Assistent bei Mercado Pago mittlerweile den Großteil der Kundenanfragen völlig autonom.

Aktie markiert Jahrestief

An der Börse sorgten die verfehlten Gewinnziele für Ernüchterung. Mit einem Kurs von 1.475,20 Euro markierte die Aktie am Donnerstag ein neues 52-Wochen-Tief, was einem Rückgang von rund 23 Prozent innerhalb der letzten 30 Tage entspricht. Der Markt gewichtet die kurzfristige Margenschwäche derzeit höher als das beschleunigte Umsatzwachstum und die technologischen Fortschritte des lateinamerikanischen Giganten.

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