Lynas Rare Earths schien zuletzt unaufhaltsam, doch nun ziehen dunkle Wolken über dem Konzern auf. Gleich zwei Hiobsbotschaften trafen das Unternehmen am Wochenende: Ein massiver Produktionsstopp in Australien und das drohende Aus für die strategisch wichtige Expansion in die USA. Während der Kurs sich am Freitag noch stabil zeigte, stellt sich zum Wochenstart die bange Frage: Wie heftig werden die Märkte am Montag auf diese fundamentalen Probleme reagieren?

Produktions-Desaster in Australien

Das unmittelbarste Problem trifft das operative Herz des Unternehmens. In der Verarbeitungsanlage im australischen Kalgoorlie steht der Betrieb still. Der Grund sind massive und wiederholte Ausfälle im Stromnetz von Western Power, die eine geordnete Produktion unmöglich machen.

Die Konsequenzen für die Bilanz sind drastisch: Lynas rechnet für das laufende Quartal mit einem Produktionsausfall, der dem Volumen eines ganzen Monats entspricht. Besonders bitter ist, dass dieser Engpass nicht kompensiert werden kann. Die Anlagen in Malaysia, die theoretisch einspringen könnten, sind wegen geplanter Wartungsarbeiten derzeit ebenfalls offline. Das Management bezeichnete die Stromversorgung als "unberechenbar" und sucht nun hektisch nach eigenen Energielösungen, um das Geschäftsjahr zu retten.

US-Strategie vor dem Kollaps

Doch es kommt noch dicker für die Aktionäre. Neben den operativen Sorgen droht ein zentraler Pfeiler der Wachstumsstrategie wegzubrechen: das geplante Werk in Texas. Berichten zufolge steht das Projekt aufgrund ungelöster Probleme mit Abwasser-Genehmigungen vor dem Aus.

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Die Anlage sollte jährlich bis zu 3.000 Tonnen schwere Seltene Erden liefern und als Brückenkopf zum lukrativen US-Verteidigungssektor dienen. Ein Scheitern an dieser Front würde nicht nur die Unabhängigkeit von chinesischen Lieferketten erschweren, sondern die gesamte Downstream-Strategie des Konzerns infrage stellen.

Die Ruhe vor dem Sturm?

An der Börse herrscht derzeit noch eine trügerische Ruhe, die jedoch schnell in Volatilität umschlagen könnte. Während die US-Notierungen (ADRs) bereits mit deutlichen Abschlägen auf die Texas-News reagierten, hielt sich die Hauptnotierung zuletzt noch wacker.

Der Kurs ging am Freitag bei 8,21 Euro aus dem Handel. Trotz einer beeindruckenden Rallye seit Jahresanfang (+108 %) zeigt der Trend der letzten 30 Tage mit einem Minus von über 6 % bereits, dass die Nervosität zunimmt. Zwar stuften Großbanken wie Goldman Sachs und UBS die Aktie Anfang November noch hoch ein, doch diese Analysen stammten aus der Zeit vor der Bestätigung des Texas-Debakels und dem Ausmaß der Stromausfälle.

Anleger stehen nun vor einer Zitterpartie. Die gesunde Bilanz des Unternehmens trifft auf die harte Realität von Produktionsausfällen und geplatzten Strategieträumen. Ob die Aktie ihre Widerstandskraft behalten kann oder den US-Verlusten folgt, wird sich im morgigen Handel entscheiden.

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