Der deutsch-französische Rüstungskonzern KNDS baut seine Produktionskapazitäten in Osteuropa gezielt aus. Kurz vor dem geplanten Börsengang reagiert das Unternehmen damit auf die anhaltenden Engpässe bei schwerer Artilleriemunition. Eine neue Partnerschaft in Polen markiert dabei einen strategischen Wechsel hin zu dezentralen Lieferketten innerhalb der NATO.

Dezentralisierung der Produktion

Im Zentrum der Bemühungen steht eine Absichtserklärung mit dem polnischen Rüstungsunternehmen Grupa Niewiadów. Ziel ist die Fertigung von 155-Millimeter-Artilleriegeschossen, die für moderne Systeme wie die Panzerhaubitzen KRAB und K9 unerlässlich sind. KNDS stellt dafür das technologische Know-how und die entsprechenden Lizenzen zur Verfügung.

Dieser Wissenstransfer soll es dem polnischen Partner ermöglichen, die Ausbringungsmenge schnell zu steigern. Gleichzeitig verringert der Konzern so die Abhängigkeit von zentralen Fertigungsstätten und rückt näher an die Nachfrage der osteuropäischen Bündnispartner heran. Bevor die Serienproduktion anlaufen kann, müssen beide Parteien noch einen finalen Vertrag mit der polnischen Rüstungsagentur schließen.

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Rekordaufträge stützen Expansionskurs

Der Vorstoß in Polen fällt in die bisher stärkste finanzielle Phase des Unternehmens. Die hohe Nachfrage sorgt für stark ausgelastete Kapazitäten, weshalb seit 2023 bereits 5.000 neue Mitarbeiter eingestellt wurden. Die jüngsten Geschäftszahlen und Aufträge untermauern das Wachstum:

  • Auftragsbestand: 23,5 Milliarden Euro (plus 15 Prozent)
  • Umsatz 2024: 3,8 Milliarden Euro (plus 17 Prozent)
  • Litauen-Auftrag: 700 Millionen Euro für 44 Leopard 2A8 Panzer

Die geografische Expansion beschränkt sich nicht auf Polen. Eine neu gegründete Tochtergesellschaft hat mit Zustimmung der deutschen und französischen Verteidigungsministerien in der Ukraine den Betrieb aufgenommen. Dort liegt der Schwerpunkt auf der lokalen Herstellung von Munition und der Wartung von Systemen wie der Caesar-Haubitze direkt am Einsatzort.

Börsendebüt und neue Technologien

Parallel zur operativen Ausweitung treibt KNDS die Vorbereitungen für den in diesem Jahr geplanten Börsengang in Paris und Frankfurt voran. Die angestrebte Marktbewertung liegt bei rund 20 Milliarden Euro. Unter der Leitung von Christian Schulz, dem ehemaligen Finanzchef der RENK Group, soll der Kapitalmarktzugang langfristige Investitionen in Technologie sichern. Berichten zufolge prüft auch die Bundesregierung eine mögliche Beteiligung an dem Rüstungskonzern.

Neben dem Ausbau der Produktionsstätten erweitert KNDS auch sein technologisches Portfolio. Für 2026 ist die Markteinführung des R500-Systems geplant. Diese in Partnerschaft mit dem australischen Unternehmen EOS entwickelte Plattform integriert KI-gestützte Drohnenabwehr und spezielle Radarsensoren direkt in die Fahrzeugplattformen von KNDS.

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