Der Ablauf der Lock-up-Frist ist für viele Börsenneulinge ein gefürchteter Moment – plötzlich dürfen frühere Investoren ihre Aktien verkaufen, was den Kurs unter Druck bringt. Bei Klarna lief diese Frist gestern ab. Die Reaktion des Marktes fiel jedoch anders aus als erwartet.

Warum der Kurs stieg, nicht fiel

Rund 335 von insgesamt 378 Millionen ausstehenden Aktien waren bis zum 9. März 2026 durch Lock-up-Vereinbarungen gebunden. Dass deren Freigabe trotzdem keine Verkaufswelle auslöste, hat strukturelle Gründe.

Klarna hatte bereits am 7. März kommuniziert, dass nicht alle freigegebenen Aktien sofort handelbar sind. Denn das Unternehmen ist in England und Wales registriert, was bedeutet: Vor-IPO-Aktien liegen nicht im US-Standard-Format vor. Um sie über US-Broker zu verkaufen, müssen Aktionäre zunächst einen Umwandlungsprozess bei der Transferstelle Computershare durchlaufen – mit einer Mindestbearbeitungszeit von sieben bis zehn Werktagen. Das dürfte eine natürliche Verzögerung des Angebots bewirken.

Hinzu kommt: Institutionelle Investoren, Führungskräfte und Vorstandsmitglieder unterliegen zudem Handelsvolumenbeschränkungen und müssen Verkäufe vorab bei der SEC anmelden. Entsprechende Meldungen lagen bis zum gestrigen Tag nicht vor. Das Ergebnis: Die Aktie legte gestern Vormittag rund 5,4 Prozent zu.

Operative Stärke trotz schwacher Kursentwicklung

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Das operative Geschäft steht im deutlichen Kontrast zur Kursentwicklung seit dem IPO. Für das Gesamtjahr 2025 meldete Klarna einen Umsatz von 3,5 Milliarden Dollar – ein Plus von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das abgewickelte Transaktionsvolumen (GMV) stieg um 22 Prozent auf 127,9 Milliarden Dollar. Im letzten Quartal überstieg der Umsatz erstmals die Marke von einer Milliarde Dollar, was einem Wachstum von 38 Prozent im Jahresvergleich entspricht.

Der Börsenkurs erzählt eine andere Geschichte. Nach einem Ausgabepreis von 40 Dollar und einem Eröffnungshoch von fast 46 Dollar im September 2025 ist die Aktie seither stark gefallen. Aktuell notiert sie bei rund 12,34 Euro – weit unterhalb des 52-Wochen-Hochs von 38,78 Euro.

Weitere Entwicklungen im Blick

Auch abseits der Lock-up-Thematik gibt es einen Termin, den Anleger im Auge behalten sollten: Im April 2026 wird das Urteil im Kartellrechtsstreit der Klarna-Tochter PriceRunner gegen Google erwartet. PriceRunner fordert Schadensersatz in Höhe von rund 8,3 Milliarden Dollar.

Die eigentliche Frage der kommenden Wochen lautet, wie viele Aktionäre den Umwandlungsprozess tatsächlich anstoßen. Wer seine stimmstarken Class-B-Aktien in handelbare Class-A-Aktien umwandelt, gibt Stimmrechte ab – ein Umstand, der einen Teil der Aktionäre zum Halten bewegen könnte. Der tatsächliche Anstieg des frei handelbaren Streubesitzes dürfte damit graduell verlaufen, nicht sprunghaft.

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