Der globale Aktienmarkt kennt auch im Jahr 2026 scheinbar nur eine Richtung: nach oben. Doch der iShares MSCI World ETF (URTH) markiert mit 188,22 US-Dollar nicht nur neue Höchststände, sondern erreicht auch eine historisch hohe Bewertung. Während Nvidia als neues Schwergewicht den Takt angibt, wachsen die Zweifel, ob das Gewinnwachstum diese Preise noch rechtfertigt.

Die Bewertung hat ein Niveau erreicht, das Value-Investoren Sorgen bereitet. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 24,6 liegt der Fonds deutlich über dem Zehnjahresdurchschnitt von 18,4. Getrieben wird diese Entwicklung fast ausschließlich durch den KI-Sektor und die Hoffnung auf eine weiche Landung der Wirtschaft. Anleger preisen derzeit ein fast perfektes Szenario für die Unternehmensgewinne im laufenden Jahr ein.

Die neue Nvidia-Dominanz

Ein struktureller Wandel vollzieht sich im Portfolio. Nvidia hat Apple und Microsoft überholt und ist mit einer Gewichtung von 5,47 Prozent nun die größte Position im ETF. Dies markiert eine Zäsur in der Zusammensetzung des Index: Die KI-Infrastruktur dominiert jetzt die Gewichtung in den entwickelten Märkten.

Das Klumpenrisiko steigt dadurch spürbar an. Der Technologiesektor macht mittlerweile fast 30 Prozent des Portfolios aus, gefolgt von Finanzen und Gesundheitswesen. Die Top-10-Werte stehen allein für rund ein Viertel des gesamten Fondsvolumens. Eine Korrektur im Halbleiter- oder Softwarebereich würde den ETF überproportional treffen im Vergleich zu breiter gestreuten Strategien.

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Konkurrenz und Alternativen

Im direkten Vergleich zur Konkurrenz offenbaren sich Schwächen. Der iShares MSCI ACWI schlug den URTH im Jahr 2025 um rund 100 Basispunkte, da Schwellenländer (Emerging Markets) positiv zum globalen Wachstum beitrugen – diese fehlen im URTH komplett, da er sich auf Industrieländer beschränkt.

Zudem ist der Vanguard Total World Stock ETF (VT) mit einer Kostenquote von 0,07 Prozent deutlich günstiger als der iShares-ETF mit 0,24 Prozent. Wer eine langfristige "Buy-and-Hold"-Strategie verfolgt und keine separate Steuerung der Schwellenländer wünscht, findet im VT oft die kosteneffizientere Struktur.

Ausblick auf das erste Quartal

Der weitere Kursverlauf im ersten Quartal 2026 hängt maßgeblich an drei Faktoren:

  • Berichtssaison: Ende Februar veröffentlicht Nvidia seine Quartalszahlen. Da der Chiphersteller nun die Top-Position im Fonds einnimmt, wird dieser Bericht zum Schlüsselereignis. Jedes Anzeichen für schwächelnde Investitionen in KI-Infrastruktur könnte eine Neubewertung der größten Holdings auslösen.
  • Geldpolitik: Die US-Notenbank signalisiert eine mögliche Pause bei Zinssenkungen, falls die Inflation hartnäckig bleibt. Ein starker US-Dollar würde dem zu 70 Prozent US-lastigen Fonds zwar helfen, drückt aber die Renditen des internationalen Anteils bei der Umrechnung.
  • Rebalancing: Im Februar steht die nächste Überprüfung des MSCI-Index an. Analysten erwarten eine leichte Erhöhung der Gewichtung von Industriewerten zu Lasten der Basiskonsumgüter.

Technisch betrachtet bleibt der Aufwärtstrend intakt, solange die Unterstützung beim 50-Tage-Durchschnitt von 183,25 US-Dollar hält. Die hohe Bewertung mahnt jedoch zur Disziplin. Für Neueinsteiger bietet das aktuelle Niveau kaum Sicherheitsmargen. Ein Rücksetzer auf die genannte Unterstützungszone wäre eine rationalere Gelegenheit für Zukäufe als der Einstieg am absoluten Allzeithoch.

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