iShares MSCI World ETF: Tech-Fokus nimmt zu
Der iShares MSCI World ETF (URTH) notiert Ende Januar nahe seinem Allzeithoch. Rückenwind liefern vor allem die robuste US-Konjunktur und der weiterlaufende KI-Boom. Der Fonds hat sich damit zunehmend zu einem konzentrierten Vehikel auf große Wachstumswerte aus entwickelten Märkten entwickelt – allen voran US-Tech.
- Kurs: ca. 188,56 US-Dollar
- Fondsvolumen: rund 6,9 Mrd. US-Dollar
- Jahresplus 2025: ca. 21 %
- Schwergewicht: US-Tech, KI-Infrastruktur, Mega-Caps
Im Hintergrund steht ein Marktumfeld, das von der Erwartung einer „weichen Landung“ geprägt ist: sinkende Inflation ohne Einbruch der Unternehmensgewinne. Gleichzeitig öffnet sich die Bewertungsschere zwischen US-Technologie und dem Rest der entwickelten Welt weiter – ein zentraler Treiber für URTH zum Start ins Jahr 2026.
Marktumfeld und Schwerpunkt
URTH bildet den MSCI World ab und damit Aktien aus derzeit 23 entwickelten Ländern. In der Praxis dominiert aber klar die US-Börse. Die anhaltende Überperformance der großen Technologie- und KI-Profiteure hat das Portfolio stark in Richtung Wachstumswerte verschoben.
In den ersten Wochen 2026 bevorzugen Investoren Qualitäts- und Wachstumsfaktoren gegenüber Value- und Small-Cap-Titeln. Der ETF liegt im laufenden Jahr bereits gut 1 % im Plus, nach einem Kursanstieg von 21 % in 2025. Entscheidendes Thema bleibt der Unterschied zwischen starker US-Dynamik und zäher Erholung in Europa – auch mit Blick auf die anstehende Indexüberprüfung im Februar.
Struktur und Konzentration
Die wichtigste strukturelle Änderung: NVIDIA ist zur größten Position im ETF aufgestiegen und hat Apple und Microsoft überholt. Das unterstreicht die zentrale Rolle des KI-Infrastrukturthemas im aktuellen Marktzyklus.
Top-Positionen (Stand: 21. Januar 2026):
- NVIDIA (IT) – 5,31 %
- Apple (IT) – 4,38 %
- Microsoft (IT) – 3,74 %
- Amazon (Zyklischer Konsum) – 2,65 %
- Alphabet A (Kommunikationsdienste) – 2,28 %
- Alphabet C (Kommunikationsdienste) – 1,91 %
- Broadcom (IT) – 1,76 %
- Meta Platforms (Kommunikationsdienste) – 1,59 %
- Tesla (Zyklischer Konsum) – 1,45 %
- Eli Lilly (Gesundheit) – 1,04 %
JPMorgan Chase liegt mit knapp über 1 % Gewicht nur knapp außerhalb der Top 10.
Die zehn größten Positionen vereinen inzwischen rund 26–27 % des Fondsvermögens auf sich. Für einen eigentlich breit aufgestellten Weltindex ist das ein hoher Wert. URTH entwickelt sich damit faktisch zu einem „Mega-Cap-Tech-plus-Welt“-ETF.
Nach Sektoren entfällt über 27 % des Volumens auf Informationstechnologie. Es folgen Finanzwerte mit rund 17 % und Gesundheitsaktien mit etwa 10 %. Regional liegt der Schwerpunkt klar auf Nordamerika mit rund 75 %, Europa kommt auf etwa 16 %, Asien auf rund 7 %. Damit bietet URTH weniger globale Streuung als der Name vermuten lässt und eher ein wachstumsorientiertes, US-lastiges Profil.
Entwicklung, Bewertung und Handel
URTH hat die Stärke seiner Schwergewichte zuletzt in solide Renditen umgemünzt:
- Kurs: ca. 188,56 US-Dollar
- Wochenperformance: +1,09 %
- Performance 2026 (YTD): +1,12 %
- Jahresrendite 2025: +21,28 %
- 3-Jahres-Rendite p.a.: ca. 11,5 %
Die Handelbarkeit ist gut. Im Schnitt wechseln täglich etwa 430.000 bis 500.000 Anteile den Besitzer. Die Spreads sind mit rund 0,03 % eng, was effiziente Ausführung ermöglicht.
Bewertungstechnisch ist der Fonds anspruchsvoll: Das gewichtete Kurs-Gewinn-Verhältnis liegt bei 26,10. URTH handelt damit deutlich über historischen Durchschnittsniveaus. Der Kurs bewegt sich nahezu exakt am Nettoinventarwert von 188,66 US-Dollar, der Abschlag beträgt nur etwa -0,09 %. Das spricht für eine stabile Abbildung des Index ohne nennenswerte Strukturbelastungen.
Wettbewerb im Weltaktien-Segment
URTH tritt gegen andere globale ETFs im Bereich „Global Large-Stock Blend“ an, unterscheidet sich aber vor allem durch den klaren Verzicht auf Schwellenländer.
Vergleich ausgewählter Kennzahlen:
- iShares MSCI World (URTH)
- Kostenquote: 0,24 %
- Fokus: nur entwickelte Märkte
- Anzahl Titel: ca. 1.322
-
Gewicht Top 10: ca. 26 %
-
Vanguard Total World Stock (VT)
- Kostenquote: 0,07 %
- Fokus: entwickelte + Schwellenländer, alle Größenklassen
- Anzahl Titel: über 9.800
-
Gewicht Top 10: ca. 15 %
-
iShares MSCI ACWI (ACWI)
- Kostenquote: 0,32 %
- Fokus: entwickelte + Schwellenländer, Large-/Mid-Caps
- Anzahl Titel: ca. 2.400
- Gewicht Top 10: ca. 20 %
URTH ist mit 0,24 % teurer als VT, positioniert sich dafür aber bewusst ohne Emerging Markets. Damit reduziert der ETF Schwellenländer- und Währungsrisiken, verzichtet aber auch auf entsprechende Chancen. Die Methodik führt zu einem stärkeren Fokus auf Qualität und Momentum, was im techgetriebenen Umfeld der vergangenen Jahre von Vorteil war. Für eine wirklich umfassende Weltabdeckung sind VT oder ACWI hingegen breiter aufgestellt.
Blick nach vorn
Für die kommenden Wochen bis in den Februar 2026 hinein rücken mehrere Faktoren in den Vordergrund:
- MSCI-Überprüfung: Die nächste Indexanpassung im Februar könnte die hohen Tech-Gewichte weiter verstärken, sofern die Quartalszahlen der großen US-Technologiewerte erneut überzeugen. Das würde die bestehende Konzentration im ETF noch erhöhen.
- Bewertungsniveau: Mit einem KGV von über 26 ist viel Optimismus eingepreist. Rückschläge bei KI-Investitionen oder eine Abkühlung der Halbleiter-Nachfrage könnten überdurchschnittlich stark auf URTH durchschlagen, gerade im Vergleich zu stärker value-orientierten Welt-ETFs.
- Technische Marken: Kurzfristige Unterstützung liegt im Bereich der 50-Tage-Linie um 182 US-Dollar. Eine wichtigere Zone bildet der Ausbruchsbereich um 180 US-Dollar aus dem späten Jahr 2025.
- Geldpolitik: Die Signale der US-Notenbank im ersten Quartal sind entscheidend. Eine lockere oder zumindest planbare Zinspolitik stützt wachstumsstarke Tech-Werte, während überraschend restriktive Töne besonders wachstums- und zinssensible Segmente wie jene in URTH belasten dürften.
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