Der iShares MSCI World ETF (URTH) liefert Anlegern beeindruckende Gewinne, doch der Name täuscht über die tatsächliche Zusammensetzung hinweg. Statt einer gleichmäßigen globalen Verteilung dominiert vor allem der US-Technologiesektor das Portfolio massiv. Ist diese einseitige Ausrichtung angesichts historisch hoher Bewertungen noch gesund oder bereits ein Klumpenrisiko?

Performance durch US-Fokus

Mit einer Gesamtrendite von 21,28 Prozent im Jahr 2025 hat der ETF seinen Vergleichsindex sogar leicht übertroffen. Verantwortlich für diesen Lauf sind nicht etwa breite Marktgewinne in Europa oder Asien, sondern die massive Gewichtung von US-Schwergewichten. Fast 28 Prozent des Fondsvermögens stecken allein im Technologiesektor.

Ein Blick auf die Top-Holdings verdeutlicht diese Abhängigkeit: Nvidia, Apple und Microsoft machen zusammen fast 14 Prozent des Portfolios aus. Insgesamt entfallen rund 75 Prozent der investierten Mittel auf Nordamerika. Wer hier investiert, setzt faktisch primär auf die Stärke der US-Wirtschaft und weniger auf eine global diversifizierte Weltwirtschaft.

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Bewertung und Kosten im Vergleich

Dieser Fokus auf Wachstumswerte hat seinen Preis. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 26,74 liegt die Bewertung des ETFs deutlich über historischen Durchschnitten. Das Kurs-Buchwert-Verhältnis von 4,00 signalisiert ebenfalls, dass der Markt derzeit bereit ist, eine hohe Prämie für die enthaltenen Qualitätsaktien zu zahlen. Der ETF notiert aktuell nahe seinem Allzeithoch von knapp 190 US-Dollar.

Im Wettbewerbsumfeld positioniert sich der Fonds als Premium-Produkt. Mit einer Kostenquote von 0,24 Prozent ist er teurer als Konkurrenten wie der Vanguard Total World Stock ETF (VT), der lediglich 0,06 Prozent verlangt und zusätzlich Schwellenländer abdeckt. Der iShares-ETF rechtfertigte diesen Aufschlag zuletzt durch seine bessere Performance, verzichtet aber bewusst auf Emerging Markets.

Ausblick und Schlüsselfaktoren

Die weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich an den kommenden Quartalszahlen der Tech-Giganten und der Geldpolitik der US-Notenbank. Da der ETF technisch stark überkauft wirkt, könnten enttäuschende Gewinne bei Schwergewichten wie Nvidia oder Microsoft direkt auf den Kurs durchschlagen. Zudem beeinflusst der starke US-Dollar die Rendite, da Währungseffekte bei den verbleibenden 25 Prozent des Portfolios eine Rolle spielen.

Der iShares MSCI World ETF bleibt ein solides Basisinvestment für Industrieländer, hat sich jedoch zunehmend zu einer Wette auf US-Technologie entwickelt. Anleger profitieren vom aktuellen Momentum, erkaufen sich dies jedoch mit einer hohen Bewertung und einer geografischen Konzentration. Die kommenden Index-Anpassungen im Februar werden zeigen, ob MSCI auf diese Verschiebungen reagiert.

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