Der Klassiker im Portfolio gerät unter Druck. Zwar notiert der iShares MSCI World ETF (URTH) seit Jahresbeginn leicht im Plus, doch im Hintergrund läuft eine gewaltige Umschichtung: Die sogenannte "Great Rotation" raus aus teuren US-Titeln hin zu internationalen Werten. Für den extrem US-lastigen ETF wird diese Entwicklung nun zum Problem – droht hier eine längere Phase der Underperformance gegenüber dem Rest der Welt?

Bewertungsunterschiede treiben Kapitalflucht

Das bestimmende Thema an den Märkten im Januar 2026 ist die Flucht aus hoch bewerteten US-Anlagen. Während der US-Markt (S&P 500) mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 27,8 historisch teuer bewertet ist, locken internationale Märkte (MSCI EAFE) mit einem deutlich moderateren KGV von 19,5.

Diese Diskrepanz sorgt derzeit für massive Kapitalverschiebungen. Daten zeigen, dass allein im Januar fast 6 Milliarden Dollar in Schwellenländer-ETFs flossen – Kapital, das zunehmend aus dem US-Sektor abgezogen wird. Der iShares MSCI World ETF steht im Zentrum dieses Spannungsfeldes: Er profitiert kaum vom internationalen Aufwind, trägt aber die volle Last der hohen US-Bewertungen.

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Das Klumpenrisiko

Der Name "World" täuscht aktuell über die tatsächliche Struktur hinweg. Mit einer US-Gewichtung von über 70 Prozent korreliert der ETF stärker mit der Wall Street als mit einem echten globalen Korb. Besonders kritisch ist die Konzentration an der Spitze:
* Nvidia
* Apple
* Microsoft

Diese drei Giganten machen allein rund 14 Prozent des Portfolios aus. Da der Technologiesektor insgesamt mit 34 Prozent Gewichtung dominiert, treffen Zinssorgen und Bewertungsängste in den USA diesen ETF besonders hart. Sektoren wie Energie und Finanzen, die derzeit von der Marktrotation profitieren, sind im Vergleich unterrepräsentiert.

Teurer Rückstand

Auf den ersten Blick wirkt die Performance solide: Ein Plus von 22,9 Prozent auf Jahressicht (Stand 22. Januar) scheint attraktiv. Doch der Vergleich zeigt die Opportunitätskosten der US-Lastigkeit schonungslos auf. ETFs, die die USA ausschließen, legten im selben Zeitraum um 35,3 Prozent zu; internationale Momentum-Strategien sogar um 40 Prozent. Der "Bremsklotz" USA verhinderte zuletzt, dass Anleger voll von der globalen Aufholjagd profitieren konnten.

Für Anleger bleibt die Lage im ersten Quartal 2026 angespannt. Sollte sich die Bewertungsschere weiter durch eine Korrektur der US-Tech-Giganten schließen, trifft dies den ETF überproportional. Entscheidend werden die anstehenden Quartalszahlen von Apple und Nvidia sein: Enttäuschen diese Schwergewichte, dürfte der Abfluss aus US-lastigen Produkten weiter an Fahrt aufnehmen und den Kurs des ETF belasten.

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