Infineon Aktie: Analysten geben Rückenwind
Während US-Halbleiterwerte zuletzt kräftig unter Druck geraten sind, erhält Infineon gleich von zwei Seiten Rückendeckung: Neue und angehobene Kaufempfehlungen treffen auf ein charttechnisch starkes Niveau nur knapp unter dem Jahreshoch. Wie stabil ist dieser Mix aus hoher Bewertung, optimistischem Blick nach vorn und nervösem Branchenumfeld?
Doppelte Kaufempfehlung trotz schwächerem Umfeld
Zum Wochenausklang bekam Infineon gleich zwei positive Analystenimpulse.
- Berenberg bestätigt „Buy“ und erhöht das Kursziel von 41 auf 48 Euro
- Intesa Sanpaolo startet die Bewertung mit „Buy“
- Theoretisches Aufwärtspotenzial laut Berenberg: rund 13,5 %
- Aktie schließt am Freitag bei 42,30 Euro, knapp unter dem 52‑Wochen-Hoch von 42,59 Euro
Berenberg-Analystin Tammy Qiu sieht mit dem neuen Kursziel von 48 Euro weiteren Spielraum nach oben. Vom Schlusskurs am Freitag bei 42,30 Euro aus entspricht das einem möglichen Plus im niedrigen zweistelligen Prozentbereich. Die italienische Großbank Intesa Sanpaolo beginnt ihre Coverage ebenfalls mit einer Kaufempfehlung – ein Signal, das gerade für institutionelle Investoren Gewicht hat.
Trotz dieses positiven Analystenumfelds gab die Aktie am Freitag leicht um 0,68 % nach. Im Wochenvergleich steht jedoch ein Plus von 0,87 % zu Buche, seit Jahresbeginn liegt der Titel rund 10,5 % im Plus und damit klar über den gleitenden Durchschnitten der vergangenen 50, 100 und 200 Tage. Das unterstreicht den bestehenden Aufwärtstrend.
Intel-Dämpfer und relative Stärke
Der leichte Rückgang bei Infineon ist vor allem im Kontext des „Intel-Schocks“ zu sehen. Der US-Konkurrent hatte mit einer enttäuschenden Umsatzprognose für das erste Quartal und anhaltenden Lieferengpässen für Verunsicherung gesorgt; die Intel-Aktie brach daraufhin zeitweise um bis zu 17 % ein.
Vor diesem Hintergrund wirkt der Rückgang von weniger als einem Prozent bei Infineon vergleichsweise moderat. Marktbeobachter werten das als Zeichen relativer Stärke, zumal die Aktie nur rund 0,7 % unter ihrem 52‑Wochen-Hoch notiert und deutlich über dem 50‑Tage-Durchschnitt von 38,34 Euro sowie dem 200‑Tage-Durchschnitt von 35,42 Euro liegt.
Mit einer annualisierten 30‑Tage-Volatilität von über 67 % bleibt der Wert allerdings schwankungsanfällig – typisch für den Halbleitersektor, in dem Erwartungen an künftiges Wachstum stark ins Gewicht fallen.
Langfristige Standortbindung als Stabilitätsfaktor
Abseits der Kursbewegungen sorgte eine Standortmeldung für zusätzliche Planungssicherheit. Der Forschungs- und Entwicklungscampus im nordrhein-westfälischen Warstein wurde von BC Partners Real Estate für einen hohen zweistelligen Millionenbetrag an einen US-Investor verkauft.
Für Infineon entscheidend: Die Mietverträge laufen über 25 Jahre. Damit sichert sich der Konzern langfristig den strategisch wichtigen Standort im Bereich Leistungselektronik. Für Anleger ist das ein Hinweis darauf, dass hier dauerhaft mit relevanten Kapazitäten und entsprechendem Investitionswillen gerechnet werden kann.
Bewertung und Erwartungen vor den Quartalszahlen
Die aktuelle Bewertung ist anspruchsvoll. Auf Basis der vergangenen zwölf Monate liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis bei über 50 und damit deutlich über dem eigenen Drei-Jahres-Durchschnitt von rund 23,6. Der Markt honoriert damit vor allem die Perspektive: Analysten rechnen derzeit mit einem jährlichen Gewinnwachstum von über 26 %.
Im Vergleich zum deutschen Tech-Sektor, der zuletzt unter SAP-Verlusten litt, präsentiert sich die Halbleiterbranche robuster. Mit einem Wochenplus von 0,9 % hat Infineon den Sektor leicht untertroffen, bleibt aber Teil eines insgesamt stärkeren Teilmarkts.
Der Blick richtet sich nun auf die anstehenden Quartalszahlen, die voraussichtlich am 3. bzw. 4. Februar 2026 veröffentlicht werden. Der Konsens erwartet:
- Umsatz: etwa 3,65 Milliarden US‑Dollar
- Gewinn je Aktie (EPS): rund 0,38 US‑Dollar
Angesichts der jüngsten Kurszielanhebung durch Berenberg dürfte vor allem zweierlei entscheidend sein: Zum einen, ob Infineon die Jahresprognose bestätigt oder anhebt, zum anderen, ob die Margen positiv überraschen.
Gelingt ein überzeugender Bericht mit stabiler oder verbesserter Prognose, könnte die Aktie das 52‑Wochen-Hoch bei 42,59 Euro nachhaltig hinter sich lassen und mittelfristig in Richtung des von Berenberg genannten Ziels bei 48 Euro laufen; schwächere Zahlen oder ein vorsichtigerer Ausblick würden dagegen rasch auf die derzeit hohe Bewertung durchschlagen.
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