Infineon steht charttechnisch an einem markanten Punkt: Der Kurs tastet sich an die letzte relevante Hürde vor einem neuen Allzeithoch heran, während die Erwartungen an die kommenden Quartalszahlen bereits hoch sind. Dazu kommt Rückenwind von Analystenseite – allen voran Jefferies mit einem klar erhöhten Kursziel. Gelingt jetzt der nachhaltige Ausbruch, hätten Anleger einen wichtigen Bestätigungsfaktor für den laufenden Aufwärtstrend.

Charttechnik: Angriff auf die Höchstmarke

Gestern schloss die Aktie bei 42,53 Euro und markierte damit zugleich ein neues 52‑Wochen-Hoch. Damit notiert der Titel rund 20 % über seinem 200‑Tage-Durchschnitt und deutlich über der 50‑Tage-Linie – ein klarer Hinweis auf einen etablierten Aufwärtstrend.

Die entscheidende Zone ist der Widerstandsbereich direkt am bisherigen Hoch. Ein dynamischer Sprung darüber würde ein frisches technisches Kaufsignal liefern und den bestehenden Trend bestätigen. Der Abstand von gut 76 % zum 52‑Wochen-Tief bei 24,09 Euro unterstreicht, wie stark die Erholung seit dem Frühjahr 2025 ausgefallen ist.

Auffällig ist zugleich die hohe annualisierte 30‑Tage-Volatilität von knapp 68 %. Kurzfristig sind also deutliche Schwankungen möglich, insbesondere falls der Versuch eines Ausbruchs zunächst scheitert oder falsche Signale liefert. Solange der Kurs aber klar über den gleitenden Durchschnitten bleibt, dominiert technisch die Aufwärtsstruktur.

Analysten setzen positive Akzente

Fundamentale Unterstützung erhält das Bild durch eine optimistische Einschätzung von Jefferies. Die Investmentbank zählt die Infineon-Aktie zu ihren „Top Picks“ für 2026 und hat das Kursziel auf 52 Euro angehoben. Gegenüber dem jüngsten Schlusskurs entspräche das einem zusätzlichen Aufwärtsspielraum von rund 22 %.

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Im Fokus der Argumentation steht die starke Position im Bereich Leistungshalbleiter, die für Anwendungen in Elektromobilität und Künstlicher Intelligenz zentral sind. Diese Segmente gelten als strukturelle Wachstumstreiber der Branche. Die positive Analystenmeinung verstärkt damit die Erwartung, dass die aktuelle Bewertung durch künftiges Gewinnwachstum untermauert werden kann.

Insiderbewegungen und Kennzahlen im Überblick

Parallel zur technischen und fundamentalen Lage registriert der Markt auch die jüngsten Director’s Dealings. Ein Managementmitglied hat im Rahmen eines Vergütungsplans Aktien übertragen bekommen. Solche Vorgänge liefern zwar allein noch keine klare Richtung, werden aber als zusätzlicher Baustein im Gesamtbild wahrgenommen.

Die wichtigsten Punkte im Überblick:

  • Kursniveau: Schlusskurs gestern 42,53 Euro, zugleich 52‑Wochen-Hoch
  • Trendstärke: Rund 11 % über dem 50‑Tage- und gut 20 % über dem 200‑Tage-Durchschnitt
  • Performance: +11,16 % seit Jahresanfang, +24,24 % auf 12‑Monats-Sicht
  • Analysten: Jefferies mit Kursziel 52 Euro und Einstufung als „Top Pick“ 2026
  • Insider: Aktienübertragung über Vergütungsplan eines Managementmitglieds
  • Nächster Termin: Quartalszahlen zum Q1 2025/26 am 4. Februar

Der 14‑Tage-RSI liegt mit 46,3 im neutralen Bereich. Von einer kurzfristigen Überhitzung ist damit aus technischer Sicht derzeit nicht zu sprechen, was dem Szenario eines fortgesetzten Trends zusätzlichen Spielraum geben kann.

Quartalszahlen als Prüfstein

Den eigentlichen Test muss die Aktie jedoch erst noch bestehen. Am 4. Februar legt Infineon die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 vor. Der Markt rechnet im Konsens mit einem Umsatz von 3,64 Milliarden Euro und einem Gewinn je Aktie von 0,333 Euro.

Die Schätzungen implizieren ein Wachstum gegenüber dem Vorjahresquartal. Entscheidend wird daher, ob das Unternehmen diese Erwartungen bestätigt oder sogar übertreffen kann – und welchen Ausblick das Management auf die Nachfrage in den Kernsegmenten gibt. Gelingt ein überzeugendes Zahlenwerk mit positivem Ausblick, könnte dies genau der Impuls sein, der den Widerstand im Bereich des Allzeithochs dauerhaft überwindet.

Für den Moment trifft eine klare technische Stärke auf hohe fundamentale Erwartungen. Der 4. Februar dürfte damit zum zentralen Termin, an dem sich entscheidet, ob die Rally den nächsten Abschnitt starten kann oder ob zunächst eine Verschnaufpause ansteht.

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