Aus Feinden werden Partner — und die Börse reagierte prompt. Die Einigung zwischen Hims & Hers und Novo Nordisk beendete einen erbitterten Rechtsstreit und löste eine der stärksten Kursrallys im Telehealth-Sektor in diesem Jahr aus. Innerhalb einer einzigen Woche stieg die Aktie um rund 50 Prozent.

Vom Rechtsstreit zur Kooperation

Die Vorgeschichte ist turbulent. Hims & Hers hatte über seine Plattform günstigere, nachgeahmte Versionen von Novo Nordisks Abnehmmedikament Wegovy verkauft — unter dem Deckmantel personalisierter Dosierungen. Novo Nordisk klagte im Februar, nachdem eine frühere Partnerschaft der beiden Unternehmen bereits gescheitert war. Den Ausschlag gab schließlich der Druck der FDA auf Compounding-Anbieter im GLP-1-Markt, der Hims zur Aufgabe seiner Eigenprodukte zwang.

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Am 9. März folgte die Kehrtwende: Novo Nordisk zog die Klage zurück und vereinbarte, Ozempic und Wegovy — in verschiedenen Darreichungsformen und Dosierungen — künftig über die Hims-Plattform zu vertreiben. Noch im März sollen die ersten Produkte verfügbar sein.

Strategischer Neustart mit starkem Rückenwind

Hims & Hers stellt seine GLP-1-Strategie damit grundlegend um. Compoundierte Semaglutid-Präparate werden künftig nur noch in begrenztem Umfang angeboten und nicht mehr aktiv beworben. Stattdessen sollen Bestandspatienten auf FDA-zugelassene Medikamente umgestellt werden — sofern klinisch sinnvoll.

Das Ziel: die größte globale Verbrauchergesundheitsplattform für erschwingliche, zugelassene Medikamente zu werden.

Diese Neuausrichtung trifft auf eine solide finanzielle Basis. Der Jahresumsatz 2025 stieg um 59 Prozent auf 2,35 Milliarden US-Dollar. Im vierten Quartal übertrafen die Erlöse von 617,8 Millionen Dollar die Konsensschätzungen. Die Abonnentenbasis wuchs auf 2,5 Millionen, der monatliche Umsatz je Abonnent kletterte auf 83 Dollar — ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Bruttomarge liegt bei 73,8 Prozent.

Analysten erhöhen Kursziele

Die Einigung löste rasche Reaktionen an der Wall Street aus. Barclays-Analyst Glen Santangelo hob sein Kursziel von 25 auf 29 Dollar an und bestätigte die Einstufung „Overweight". Er verwies darauf, dass der Markt die Wachstumschancen durch neue Produkte bislang unterschätzt habe. Citi stufte die Aktie von „Sell" auf „Neutral" hoch — ein Zeichen wachsenden Vertrauens in die neue Strategie.

Nach der ersten Euphorie folgte am 12. März eine Konsolidierung. Die Aktie schloss 7,9 Prozent tiefer bei 23,84 Dollar, bei einem Handelsvolumen, das 126 Prozent über dem Dreimonatsdurchschnitt lag. Auf Wochensicht blieb dennoch ein Plus von rund 50 Prozent stehen. Im Jahresvergleich liegt der Kurs allerdings noch immer rund 27 Prozent im Minus.

Mit dem Ende des Rechtsstreits ist das größte regulatorische Risiko vom Tisch. Ob Hims & Hers den Zugang zu Markenmedikamenten nun in nachhaltiges Umsatzwachstum ummünzen kann, wird sich an den nächsten Quartalszahlen ablesen lassen.

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