Anleger des Rüstungskonzerns gingen mit einem guten Gefühl ins Wochenende, doch die Freude über den jüngsten Kursanstieg könnte verfrüht gewesen sein. Während die Aktie am Freitag technisch Stärke zeigte, sorgen neue Berichte aus Regierungskreisen für Unruhe. Das prestigeträchtige Luftkampfsystem FCAS (Future Combat Air System), ein zentraler Wachstumstreiber der Zukunft, gerät erneut ins Stocken.

  • Schlusskurs: 76,40 Euro (+4,09 %)
  • Nachricht: Politische Entscheidung zu FCAS auf unbestimmte Zeit vertagt
  • Trend: 50-Tage-Linie bei 76,59 Euro in greifbarer Nähe

FCAS-Verzögerung drückt Stimmung

Die Nachrichtenlage am Samstagmorgen steht im scharfen Kontrast zur Euphorie des vorangegangenen Handelstages. Medienberichten zufolge konnte eine für den Jahresbeginn erhoffte Finalisierung der nächsten Projektphase für das europäische Kampfflugzeugsystem nicht stattfinden. Grund sind offenbar erneute Abstimmungsschwierigkeiten zwischen Berlin und Paris in außen- und sicherheitspolitischen Fragen. Ein neues Datum für die Entscheidung steht aus.

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Für den Sensorspezialisten aus Taufkirchen ist dies mehr als nur politische Theorie. Hensoldt ist fest in die FCAS-Architektur eingeplant, insbesondere im Bereich der "Sensor Cloud" und elektronischen Kampfführung. Diese Segmente gelten im Rahmen der Unternehmensstrategie "North Star" als wesentliche Umsatzsäulen der kommenden Dekade. Der aktuelle Stillstand signalisiert Investoren, dass politische Risiken den industriellen Zeitplan empfindlich stören können.

Charttechnik trifft Realpolitik

Diese Hiobsbotschaft trifft auf eine Aktie, die sich gerade erst aus einer Konsolidierung lösen wollte. Mit einem Schlusskurs von 76,40 Euro am Freitag näherten sich die Papiere dem 50-Tage-Durchschnitt von 76,59 Euro an. Marktteilnehmer werteten das Plus von über 4 % als Reaktion auf Sektor-Rotationen und die Hoffnung auf steigende Budgets zum Jahresstart 2026. Die nun bekannt gewordenen Verzögerungen könnten dieses Momentum am Montag abrupt bremsen.

Dennoch lohnt ein differenzierter Blick. Historisch gesehen führen Verzögerungen bei multinationalen Großprojekten wie dem Eurofighter selten zu kompletten Abbruchen, sondern verschieben Cashflows lediglich in die Zukunft. Das operative Basisgeschäft mit Radaren und Selbstschutzsystemen läuft unabhängig von FCAS auf Hochtouren, was die gut gefüllten Auftragsbücher belegen. Die Bewertung spiegelt somit weiterhin primär das solide Kerngeschäft wider, während FCAS als langfristige Fantasie erhalten bleibt – wenn auch mit zeitlichem Verzug.

Konkreter Ausblick für den Wochenstart

Der Handelsstart am Montag wird zur Bewährungsprobe für die Bullen. Es gilt abzuwarten, ob der Markt die fundamentalen Stärken des Basisgeschäfts höher gewichtet als die politischen Störfeuer. Charttechnisch ist die Lage eindeutig definiert: Kann die Marke von 76,00 Euro trotz der Nachrichten verteidigt werden, bleibt das Aufwärtsszenario intakt. Rutscht der Kurs hingegen unter die Unterstützung von 74,50 Euro, droht der Freitagsanstieg als Fehlausbruch zu enden.

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