Während das prestigeträchtige FCAS-Kampfjet-Projekt auf unbestimmte Zeit verschoben wird, klettert die Hensoldt-Aktie zum Jahresauftakt um vier Prozent. Der Grund: Ein Großauftrag über 100.000 Nachtsichtbrillen sichert die Auslastung bis 2030 – und zeigt, wo im Rüstungsgeschäft derzeit das echte Geld verdient wird.

Die wichtigsten Fakten:
- Hensoldt-Aktie startet mit +4% ins Jahr 2026 (Schlusskurs: 76,40 Euro)
- Mega-Order: 100.000 Nachtsichtbrillen für Bundeswehr und Belgien
- FCAS-Kampfjet-Entscheidung auf unbestimmte Zeit vertagt
- Neuer CDO soll Software-Strategie vorantreiben

Das Brot-und-Butter-Geschäft läuft

Der im Dezember finalisierte Großauftrag der Beschaffungsorganisation OCCAR übertrifft alle bisherigen Tranchen deutlich. Seit 2021 hatte die Bundeswehr rund 50.000 Nachtsichtgeräte des Modells Mikron bestellt – die neue Order verdoppelt dieses Volumen auf einen Schlag. Das Konsortium aus Hensoldt und Theon Sensors profitiert damit direkt von der "Zeitenwende"-Aufrüstung. Die Optronik-Sparte ist bis 2030 ausgelastet, die Margen im Nachtsichtgeschäft gelten als attraktiv.

Dieser operative Erfolg erklärt, warum die Aktie die politische Hiobsbotschaft zu Silvester nahezu ignoriert hat. Das Future Combat Air System (FCAS) – das europäische Prestige-Projekt für einen Kampfjet der nächsten Generation – bleibt in Streitigkeiten zwischen Berlin und Paris stecken. Exportregeln und Industriepolitik blockieren die nächste Entwicklungsphase.

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FCAS-Verschiebung als Chance?

Marktbeobachter werten die gelassene Reaktion als Zeichen, dass Investoren ohnehin keine kurzfristigen FCAS-Umsätze einkalkuliert hatten. Mehr noch: Je länger sich der Nachfolger verzögert, desto länger müssen bestehende Plattformen wie der Eurofighter modernisiert werden. Hensoldt liefert dafür das neue ECRS Mk1 Radar – ein Geschäft, das durch die FCAS-Verzögerung eher gestärkt als geschwächt wird.

Pünktlich zum Jahreswechsel verstärkt zudem Sven Heursch als neuer Chief Digital Officer das Management-Team. Die Personalie unterstreicht den strategischen Schwenk zu "Software-Defined Defence" und KI-gestützter Sensorvernetzung.

Charttechnik stabilisiert sich

Der Sprung über die 75-Euro-Marke zum Jahresstart generierte ein erstes technisches Kaufsignal. Mit 76,40 Euro notiert die Aktie knapp unter ihrem 50-Tage-Durchschnitt von 76,59 Euro. Das 52-Wochen-Hoch bei 115,10 Euro aus dem Oktober liegt noch ein gutes Stück entfernt, doch die Jahresperformance von über 126 Prozent zeigt die Grunddynamik.

Analysten dürften ihre Modelle nun primär auf die konkreten Auftragsbücher stützen. Als nächster Katalysator gelten weitere Abrufe aus dem Bundeswehr-Sondervermögen für bodengebundene Luftverteidigung. Die im November angehobene Mittelfrist-Prognose mit einer EBITDA-Marge von über 18 Prozent bleibt durch die volle Auftragspipeline gut untermauert.

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