Hensoldt Aktie: Comeback nach Großauftrag
Die Hensoldt Aktie hat eine bemerkenswerte Kehrtwende hingelegt. Innerhalb eines Monats kletterte der Kurs um 26 Prozent auf rund 93 Euro – getrieben von einem millionenschweren Bundeswehr-Auftrag und einer deutlichen Gegenbewegung nach den Dezember-Tiefs. Doch während das Papier sich erholt, bleiben Analysten skeptisch: Zu hohe Bewertung, zu langsames Wachstum, zu ambitionierte Ziele.
Die wichtigsten Fakten:
- Kursplus: 30 Prozent in den letzten 30 Tagen
- Großauftrag: 104.000 Nachtsichtgeräte für Bundeswehr und Belgien
- Auftragsbestand: Rekordniveau von 7,1 Milliarden Euro
- Analystenskepsis: Wachstum bleibt hinter Wettbewerbern zurück
Vom Tief zur Erholung
Der Turnaround begann im Dezember 2025. Nach einem Absturz unter 72 Euro setzte eine dynamische Gegenbewegung ein. Allein in der ersten Januarwoche 2026 schoss der Titel von 75,65 Euro auf über 90 Euro – ein Plus von fast 20 Prozent innerhalb weniger Handelstage.
Katalysator war ein mehrjähriger Rahmenvertrag zur Lieferung von 104.000 Mikron-Nachtsichtgeräten. Der Auftrag umfasst auch langfristige Wartungsarbeiten und stärkt das ohnehin prall gefüllte Auftragsbuch des Verteidigungselektronik-Spezialisten.
Analysten sehen Schwachstellen
Die Rally steht im Kontrast zu den Einschätzungen führender Investmentbanken. J.P. Morgan stufte die Aktie im November auf "Neutral" herab – Begründung: verzögertes Wachstum und steigende Kosten. Morgan Stanley hinterfragt die ambitionierten Mittelfristziele vom Capital Markets Day.
Besonders kritisch: Das Kurs-Umsatz-Verhältnis von 4,4 liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt von 2,7. Für 2026 plant das Management ein Umsatzwachstum von 10 Prozent – damit würde Hensoldt zum vierten Mal in Folge langsamer wachsen als Wettbewerber wie Rheinmetall oder Renk.
Auch die Profitabilität enttäuscht: Die EBITDA-Marge soll 2026 nur um 50 Basispunkte steigen. Die Free-Cashflow-Conversion wird mit erwarteten 40 Prozent schwächer ausfallen als die für 2025 prognostizierten 50 bis 60 Prozent.
Ambitionierte Langfristziele
Auf dem Capital Markets Day im November 2025 präsentierte das Management dennoch eine offensive Wachstumsstrategie. Bis 2030 soll der Umsatz von 2,5 Milliarden Euro auf 6 Milliarden Euro steigen – bei einer EBITDA-Marge von mindestens 20 Prozent. Das mittelfristige Umsatzwachstum wird mit 15 bis 20 Prozent jährlich angepeilt.
Das Book-to-Bill-Verhältnis für 2025 wurde auf 1,6 bis 1,9 angehoben. Der Auftragseingang läuft deutlich schneller als der Umsatz – ein positives Signal für die Pipeline. Allerdings muss Hensoldt die Aufträge auch in Umsatz und Gewinn umwandeln.
Massive Investitionen laufen
Um die Wachstumsziele zu erreichen, investiert das Unternehmen kräftig. Die "Operations 2.0"-Initiative umfasst neue Logistik- und Produktionszentren sowie Automatisierungsmaßnahmen. Seit Jahresbeginn 2025 wurden über 1.000 neue Mitarbeiter eingestellt. Die Belegschaft umfasst mittlerweile rund 9.000 Beschäftigte.
In den ersten neun Monaten 2025 lag der Auftragseingang bei über 2 Milliarden Euro, der Umsatz bei über 1,5 Milliarden Euro. Das Adjusted EBITDA erreichte 211 Millionen Euro.
Am 19. Januar 2026 präsentiert sich Hensoldt auf der Kepler Cheuvreux German Corporate Conference in Frankfurt. Die vorläufigen Jahresergebnisse 2025 folgen am 26. Februar 2026. Dann wird sich zeigen, ob das Unternehmen die Erwartungen erfüllen kann – und ob die aktuelle Bewertung mit einem KGV von über 84 gerechtfertigt ist.
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