Manroland Sheetfed, technologischer Schlüsselpartner von Heidelberger Druckmaschinen, hat Anfang März ein Schutzschirmverfahren eingeleitet. Die Kooperation beim strategisch wichtigen Großformatprojekt will der Walldorfer Konzern dennoch fortsetzen. Die Aktie reagierte mit einem Rücksetzer auf ein Sechs-Monats-Tief von 1,32 Euro.

Schutzschirmverfahren bei Manroland Sheetfed

Am 3. März leitete Manroland Sheetfed das Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung ein – Folge eines massiven Einbruchs im chinesischen Druckmaschinenmarkt. Der britische Mutterkonzern hatte die finanzielle Unterstützung eingestellt, nachdem im vergangenen Geschäftsjahr operative Verluste in zweistelliger Millionenhöhe aufgelaufen waren. 748 Arbeitsplätze in Offenbach sind betroffen.

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Für Heidelberg ist die Entwicklung heikel: Manroland Sheetfed ist zentraler Partner beim geplanten Wiedereinstieg in den Großformatdruck. Die technologische Basis für das Projekt Cartonmaster CX 145 stammt von den Offenbachern – eine Hardware-Plattform, die Heidelberg mit eigener digitaler Infrastruktur und dem Prinect-Workflow kombinieren will.

Cartonmaster-Projekt wird fortgesetzt

Trotz der Partnerkrise hält Heidelberg am Zeitplan fest. Ab Anfang April soll die erste Cartonmaster CX 145 als Demomaschine am Standort Wiesloch-Walldorf installiert werden. Die Anlage basiert auf der Roland Evolution 900 von Manroland Sheetfed und markiert Heidelbergs Rückkehr ins Großformat-Segment.

Das Projekt ist strategisch gewichtig: Der Verpackungsdruck gilt als deutlich robuster als der weltweit stagnierende Werbedruck. Heidelberg steuert neben der Software sein globales Servicenetz bei – rund 2.300 Mitarbeiter in über 170 Ländern sollen die Hardware-Software-Kombination weltweit betreuen. Vertrieb, Installation, Schulung und Verbrauchsmaterialien will der Konzern komplett abdecken.

Neunmonatszahlen: Umsatz gut, Auftragseingang schwach

Der Kursrückgang hat seinen Ursprung nicht allein in der Partnerkrise. Die am 5. Februar vorgelegten Zahlen für die ersten neun Monate zeigten auf den ersten Blick Fortschritte: Der Umsatz kletterte auf 1,6 Milliarden Euro, die bereinigte EBITDA-Marge verbesserte sich um 140 Basispunkte auf 7,1 Prozent, das Nettoergebnis drehte mit 17 Millionen Euro ins Plus.

Die Anleger reagierten dennoch mit einem Kurseinbruch von rund 15 Prozent. Der Grund: Der Auftragseingang sackte von 1,82 auf 1,63 Milliarden Euro ab. Das Book-to-Bill-Verhältnis bleibt zwar über 1,0, doch die Dynamik schwächelt. Für das Gesamtjahr peilt Heidelberg einen Nettoumsatz von rund 2,35 Milliarden Euro an.

Positiv auf der Finanzierungsseite: Anfang des Jahres ersetzte Heidelberg die 2023 arrangierte syndizierte Kreditlinie durch einen neuen Konsortialkredit mit einem Volumen von 436 Millionen Euro – vorzeitig verlängert bis 2030. Zum Stichtag Ende September waren 84 Prozent der Linie nicht in Anspruch genommen, die Eigenkapitalquote stieg auf 26,2 Prozent.

Nächste Wegmarken im Blick

Im April folgt die Installation der ersten Cartonmaster-Demomaschine im „Home of Print"-Zentrum in Wiesloch-Walldorf. Am 10. Juni legt Heidelberg die Bilanzzahlen für das Gesamtjahr vor – dann wird sich zeigen, ob die Diversifizierungsstrategie schnell genug greift, um die Schwäche im klassischen Maschinengeschäft aufzufangen.

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