Die US-Grafitbranche rückt plötzlich wieder in den Fokus – und Graphite One profitiert deutlich davon. Auslöser sind allerdings nicht eigene Neuigkeiten, sondern eine große Ankündigung eines Wettbewerbers, die das Thema „Graphit jenseits von China“ mit Nachdruck auf die Agenda der Investoren setzt. Im Zentrum steht die Frage, wie viel Rückenwind Projekte bekommen können, die eine westlich dominierte Lieferkette aufbauen wollen.

Konkurrenzdeal schiebt ganzen Sektor an

Am Mittwoch sorgte die kanadische Northern Graphite für die Initialzündung. Das Unternehmen meldete eine Term-Sheet-Vereinbarung mit der Al Obeikan Group zum Bau einer Batterie-Anodenmaterial-Fabrik in Saudi-Arabien. Das geplante Investitionsvolumen: rund 200 Millionen US-Dollar.

Die Reaktion ließ nicht lange auf sich warten: Northern Graphite schoss um knapp 40 % nach oben, begleitet von einem Handelsvolumen, das um 182 % über dem üblichen Tagesdurchschnitt lag. Dieser Kurssprung wirkte wie ein Signal für den gesamten Entwicklungssektor im Graphitbereich – inklusive Graphite One.

Der Markt wertet die Vereinbarung als Bestätigung dafür, dass große internationale Investoren bereit sind, signifikant in Graphitprojekte außerhalb Chinas zu investieren. Damit sinkt aus Sicht vieler Anleger das wahrgenommene Finanzierungsrisiko vergleichbarer Vorhaben. Graphite One wurde einer der klaren Nutznießer dieser Stimmungsaufhellung: Die in den USA gehandelten Papiere beendeten den gestrigen Handel bei 1,47 US-Dollar, was die Aktie innerhalb von 30 Tagen um rund 48 % nach oben katapultiert hat und sie nur minimal unter dem 52-Wochen-Hoch von 1,48 US-Dollar positioniert.

Stimmungstreiber ist dabei weniger die operative Entwicklung im Tagesgeschäft als vielmehr die neu entflammte „Non-China“-Story im Graphitmarkt. Investoren honorieren Projekte, die glaubhaft eine Lieferkette außerhalb des chinesischen Einflussbereichs in Aussicht stellen.

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Strategische Rolle im US-Kontext

Während Northern Graphite auf eine internationale Struktur mit Rohstoffen aus Namibia und Weiterverarbeitung in Saudi-Arabien setzt, ist die Rolle von Graphite One klar auf die USA ausgerichtet. Das Unternehmen positioniert sich als Baustein einer komplett in den Vereinigten Staaten verankerten Graphit-Lieferkette.

Kern ist das Graphite-Creek-Projekt in Alaska, das als größtes bekannte Graphitvorkommen der USA gilt. Das Projekt durchläuft derzeit das FAST‑41-Verfahren – ein spezielles, bundesstaatliches Genehmigungsprogramm zur beschleunigten Bearbeitung großer Infrastrukturvorhaben. Parallel dazu plant Graphite One eine Produktionskette vom Abbau in Alaska bis zu einer Anoden- und Verarbeitungsanlage im Bundesstaat Ohio.

Ein wichtiger Vertrauensbeweis kam bereits 2023 aus Washington: Unter dem Defense Production Act (Title III) erhielt das Unternehmen einen Zuschuss von 37,5 Millionen US-Dollar. Eine Machbarkeitsstudie aus dem Jahr 2024 skizziert zudem das Potenzial, jährlich 175.000 Tonnen Graphitkonzentrat über eine Laufzeit von 20 Jahren zu produzieren. Vor dem Hintergrund, dass China den globalen Graphitmarkt dominiert und bei anderen kritischen Rohstoffen Exportkontrollen verschärft hat, gewinnt ein rein nordamerikanisches Projekt wie dieses aus Marktsicht an strategischem Gewicht.

Die jüngste Kursdynamik spiegelt damit nicht nur kurzfristige Spekulation wider, sondern auch die Neubewertung der Rolle, die Graphite One in einer geopolitisch sensiblen Rohstoffkette einnehmen könnte.

Ausblick: Entscheidend wird die Genehmigung

Für die weitere Kursentwicklung rückt nun wieder die unternehmenseigene Agenda in den Vordergrund. Der wichtigste Meilenstein ist der Abschluss des FAST‑41-Genehmigungsprozesses, dessen Entscheidung bis Ende September 2026 erwartet wird. Ein positiver Bescheid wäre ein zentrales Signal für die Umsetzungsfähigkeit des Projekts.

Zusätzliche Impulse könnten Meldungen zu weiterer staatlicher Unterstützung oder neuen Abnahmeverträgen liefern, insbesondere aufbauend auf der bestehenden Beziehung zu Lucid Motors. Bis dahin bleibt Graphite One eingebettet in ein Umfeld, in dem jede größere Bewegung im „Non-China“-Graphitsektor das Bewertungsniveau der Aktie spürbar beeinflussen kann.

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