Ein eskalierender Krieg im Nahen Osten und ein blockierter Ölhandel treiben Anleger normalerweise sofort in sichere Häfen. Aktuell notiert das Edelmetall jedoch in einer engen Spanne um 5.006 US-Dollar und reagiert kaum auf die geopolitische Krise. Die Erklärung für diese Zurückhaltung liefert die heutige Sitzung der US-Notenbank.

An den Märkten gilt eine Zinspause auf dem Niveau von 3,50 bis 3,75 Prozent als nahezu sicher. Das eigentliche Augenmerk liegt auf der Veröffentlichung des sogenannten Dot-Plots sowie den Aussagen von Fed-Chef Jerome Powell. Da die Energiepreise infolge der Blockade in der Straße von Hormus massiv gestiegen sind, fürchten Investoren einen erneuten Inflationsschub. Eine hartnäckige Teuerung könnte die erhofften Zinssenkungen für den Rest des Jahres verzögern und den US-Dollar stärken, was Goldanlagen relativ gesehen unattraktiver macht.

Geopolitik trifft auf starken Dollar

Seit Ende Februar haben militärische Auseinandersetzungen zwischen den USA, Israel und dem Iran den Schiffsverkehr am Golf fast vollständig zum Erliegen gebracht. Rund 20 Prozent des weltweiten täglichen Ölangebots sind von der Unterbrechung betroffen. Gestrichene Flüge nach Dubai stören zudem den physischen Goldtransport erheblich.

Obwohl solche Krisen historisch als Katalysator für das Edelmetall gelten, scheiterte der Kurs in der vergangenen Woche am Widerstand bei 5.184 US-Dollar. Ein starker US-Dollar setzte gehebelte Händler unter Zugzwang und drückte die Notierung auf die Unterstützungszone zwischen 4.952 und 4.995 US-Dollar.

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Strukturelle Treiber bleiben intakt

Trotz der kurzfristigen Stagnation sehen große Adressen das langfristige Potenzial keineswegs erschöpft. Die fundamentalen Stützen wie anhaltende Käufe der Zentralbanken und hohe US-Fiskaldefizite bestehen unverändert fort. Goldman Sachs rechnet zudem damit, dass der Ölpreisschock das globale Wirtschaftswachstum um 0,3 Prozentpunkte dämpfen wird. Entsprechend positionieren sich renommierte Investmentbanken mit deutlichen Aufwärtszielen für das Jahresende 2026:

  • Bisheriges Allzeithoch (Januar 2026): 5.595 US-Dollar
  • Kursziel Deutsche Bank: 6.000 US-Dollar
  • Kursziel J.P. Morgan: 6.300 US-Dollar

Der heutige Zinsentscheid und die anschließende Pressekonferenz liefern den nächsten konkreten Impuls für die Preisentwicklung. Fällt der geldpolitische Ausblick restriktiver aus als erwartet, droht ein Test der Unterstützung bei 4.952 US-Dollar. Signalisieren die Währungshüter hingegen Toleranz gegenüber dem energiepreisbedingten Inflationsdruck, rückt das jüngste März-Hoch bei 5.418 US-Dollar wieder in greifbare Nähe.

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