Gold klettert von Rekord zu Rekord – und nun zieht auch Goldman Sachs sein Kursziel spürbar an. Die US-Investmentbank rechnet bis Ende 2026 mit deutlich höheren Notierungen und verweist auf eine veränderte Nachfragestruktur. Entscheidend ist dabei: Die Treiber kommen nicht nur von kurzfristiger Krisenstimmung, sondern zunehmend von langfristigen Käufern wie Zentralbanken und Privatanlegern.

Goldman Sachs dreht Prognose nach oben

Goldman Sachs hat sein Jahresendziel 2026 für Gold von 4.900 auf 5.400 US-Dollar je Feinunze erhöht – ein Plus von mehr als 10 Prozent gegenüber der bisherigen Schätzung. Die Analysten Daan Struyven und Lina Thomas sehen mehrere strukturelle Faktoren am Werk:

  • Stärkere private Nachfrage: Mehr Kapital fließt in physische Barren und Gold-ETFs.
  • Zentralbanken bleiben Käufer: Vor allem Notenbanken aus Schwellenländern bauen ihre Bestände weiter aus.
  • Erwartete Zinssenkungen: Die Fed dürfte 2026 die Zinsen um weitere 50 Basispunkte senken und damit die Attraktivität zinsloser Anlagen wie Gold erhöhen.

Gold profitiert damit gleichzeitig von taktischer Risikoscheu und von Investoren, die ihre Portfolios dauerhaft breiter aufstellen wollen.

Der aktuelle Kurs von rund 4.862 US-Dollar je Feinunze markiert zugleich das 52‑Wochen-Hoch. Auf Sicht von sieben Tagen liegt Gold rund 5 Prozent im Plus, seit Jahresbeginn knapp 12 Prozent. Der Abstand zum 50‑Tage-Durchschnitt von gut 10 Prozent unterstreicht, wie kräftig die jüngste Bewegung ausgefallen ist.

Von politischer Nervosität zur Konsolidierung

Am Mittwoch war der Goldpreis innerhalb von acht Stunden um etwa 130 Dollar nach oben geschossen – ein parabolischer Move, ausgelöst durch politische Spannungen. Auslöser waren Drohungen von US-Präsident Donald Trump mit neuen Zöllen gegen europäische NATO-Partner sowie eine Verschärfung des sogenannten „Grönland-Konflikts“. Die Folge: Fluchtbewegungen in als sicher geltende Anlagen.

Am Donnerstag zeigt sich der Markt etwas ruhiger. Nach den Berichten, Trump verzichte auf militärische Optionen und ziehe Zolldrohungen teilweise zurück, kam es zu einer leichten Konsolidierung. Der übergeordnete Aufwärtstrend bleibt aus charttechnischer Sicht jedoch intakt, auch weil die jüngste Korrektur im Vergleich zum vorangegangenen Sprung überschaubar ausfiel.

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Zentralbanken und ETFs als Stabilitätsanker

Ein zentrales Element der aktuellen Goldstory ist die anhaltend hohe physische Nachfrage der Staaten. Polen plant, 2026 zusätzlich 150 Tonnen Gold zuzukaufen. Goldman Sachs erwartet im Schnitt etwa 60 Tonnen Netto-Zukäufe pro Monat durch Zentralbanken weltweit.

Hintergrund ist das wachsende Unbehagen gegenüber US-Vermögenswerten. Die stark steigende US-Staatsverschuldung und die wechselhafte Handelspolitik verstärken den Wunsch vieler Länder, ihre Abhängigkeit vom US-Dollar zu verringern. Parallel fließt auch über den Kapitalmarkt viel Geld ins Edelmetall: Westliche Gold-ETFs haben seit Anfang 2025 rund 500 Tonnen an Zuflüssen verzeichnet.

Diese Kombination aus staatlichen Käufen und ETF-Nachfrage reduziert das frei verfügbare Angebot und stützt den Preis auch abseits kurzfristiger Nachrichten.

Bandbreite der Prognosen: Von 4.500 bis 7.150 Dollar

Goldman Sachs gehört mit 5.400 Dollar bereits zur optimistischen Fraktion, doch andere Institute gehen noch weiter. Eine Umfrage der London Bullion Market Association (LBMA) unter Bankanalysten zeigt eine ungewöhnlich große Spanne der Erwartungen.

  • Die ICBC Standard Bank sieht in der Spitze bis zu 7.150 US-Dollar je Feinunze als möglich.
  • Der Konsens für den Durchschnittspreis 2026 liegt laut LBMA rund 38 Prozent über dem Niveau des Vorjahres.
  • Selbst vorsichtigere Häuser wie UBS nennen Zielzonen zwischen 4.500 und 4.900 Dollar – also nahe den aktuellen Rekordmarken.

Damit wird deutlich: Die Mehrheit der befragten Analysten rechnet nicht mit einem schnellen Ende des Aufschwungs, sondern eher mit einer Fortsetzung auf erhöhtem Niveau – wenn auch mit steigender Schwankungsbreite.

Fazit: Aufwärtstrend mit klaren Treibern

Gold profitiert derzeit von einem seltenen Gleichlauf mehrerer Faktoren: geopolitische Spannungen, erwartete Zinssenkungen und strukturelle Umschichtungen von Zentralbanken und Privatanlegern. Nach einem Kursplus von rund 65 Prozent im Jahr 2025 hat das Metall im laufenden Jahr bereits gut zweistellig zugelegt und mit dem Sprung über 4.800 Dollar eine weitere psychologisch wichtige Marke überwunden.

Kurzfristig bleibt Raum für Rücksetzer, zumal der Kurs klar über dem 50‑Tage-Durchschnitt liegt und die Volatilität mit gut 21 Prozent (annualisiert, 30 Tage) erhöht ist. Solange Zentralbanken jedoch als kontinuierliche Käufer auftreten und die US-Geldpolitik tendenziell lockerer wird, spricht vieles dafür, dass die Region um 5.000 Dollar eher Zwischenstation als Endpunkt der Bewegung bleibt.

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