Nach dem brutalsten Absturz seit über 40 Jahren atmen Edelmetall-Anleger auf. Gold verzeichnete am Dienstag den stärksten Tagesgewinn seit der Finanzkrise 2008 und kämpft sich zurück in Richtung der 5.000-Dollar-Marke. Doch ist dieser massive Rebound die Rückkehr zum Bullenmarkt oder nur eine technische Gegenbewegung in einem nervösen Umfeld?

  • Kursfeuerwerk: Mit einem Schlusskurs von 4.940,90 USD am Dienstag macht das Edelmetall einen großen Teil der jüngsten Verluste wett.
  • Historische Volatilität: Auf den tiefsten Fall seit 1983 am Freitag folgte nun der stärkste Anstieg seit 18 Jahren.
  • Auslöser: Die Nominierung eines neuen Fed-Chefs und höhere Margin-Anforderungen sorgten zuvor für Panikverkäufe.
  • Prognose: Analysten sehen die langfristigen Treiber intakt und rufen Kursziele bis 6.300 USD aus.

Panik weicht der Gier

Die Märkte erlebten zu Wochenbeginn ein Wechselbad der Gefühle. Nachdem der Goldpreis am Freitag um fast 10 Prozent und Silber sogar um rund 30 Prozent eingebrochen waren, nutzten Investoren die tiefen Kurse sofort zum Wiedereinstieg. Mit einem Plus von rund 6 Prozent kletterte der Spotpreis gestern wieder in Schlagdistanz zur psychologisch wichtigen Marke von 5.000 USD. Trotz der heftigen Korrektur notiert das Edelmetall seit Jahresanfang immer noch 13,79 Prozent im Plus.

Verantwortlich für den vorangegangenen Ausverkauf war ein toxischer Mix aus Geldpolitik und Marktmechanik. US-Präsident Donald Trump nominierte am Freitag Kevin Warsh als Nachfolger für Fed-Chef Jerome Powell ab Mai 2026. Warsh gilt als geldpolitischer "Falke", was an den Märkten sofort Sorgen vor weniger aggressiven Zinssenkungen schürte. Parallel dazu erhöhte die Börsenbetreiberin CME Group die Sicherheitsleistungen (Margins) für Edelmetall-Terminkontrakte, was viele spekulative Anleger zwangsweise aus ihren Positionen drängte.

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Fundamentale Stärke trotz Turbulenzen

Marktbeobachter werten die aktuelle Erholung als Beweis dafür, dass die langfristige Investment-Story intakt ist. Analysten von ING und UBS klassifizieren den Rücksetzer als "gesunde Korrektur" nach einer parabolischen Phase, in der Gold am 28. Januar noch ein Allzeithoch von 5.450,00 USD markiert hatte. Der aktuelle Abstand zu dieser Rekordmarke beträgt nur noch gut 9 Prozent.

Die strukturellen Kaufargumente bleiben bestehen: Geopolitische Spannungen und die Unsicherheit über die US-Handelspolitik treiben die Nachfrage nach sicheren Häfen. Zudem diversifizieren globale Zentralbanken ihre Reserven massiv weg vom US-Dollar. Allein im Jahr 2025 kauften Notenbanken 863 Tonnen Gold, während die Investmentnachfrage auf ein Rekordniveau von 2.175 Tonnen sprang.

JPMorgan sieht neue Höhen

Trotz der jüngsten Volatilität zeigen sich führende Investmentbanken optimistisch. JPMorgan hat das Kursziel für das Jahresende sogar auf 6.300 USD angehoben. Auch die Experten der Deutschen Bank sehen keine Anzeichen für eine nachhaltige Trendwende nach unten. Die massiven Zuflüsse in Gold-ETFs – das Jahr 2025 war das zweitstärkste der Geschichte – untermauern das anhaltende Interesse institutioneller Investoren.

Anleger müssen sich jedoch auf weiterhin stürmische Zeiten einstellen. Mit einer annualisierten Volatilität von über 41 Prozent bleibt die Schwankungsbreite extrem hoch. Der Fokus richtet sich nun auf die künftige Ausrichtung der US-Notenbank unter Kevin Warsh. Solange die realwirtschaftlichen und politischen Unsicherheiten bestehen, dürfte jeder größere Rücksetzer, wie zuletzt gesehen, auf kaufwilliges Kapital treffen.

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