Die geopolitische Lage im Nahen Osten spitzt sich dramatisch zu und löst eine massive Flucht in sichere Häfen aus. Während koordinierte Militärschläge die Märkte erschüttern und die Risikoaversion global steigt, fragen sich Anleger: Wie weit trägt die aktuelle Panik das Edelmetall noch nach oben?

Eskalation im Nahen Osten

Auslöser der jüngsten Kaufwelle ist die militärische Konfrontation zwischen den USA, Israel und dem Iran. Koordinierte Großangriffe auf iranische Ziele und die darauffolgenden Vergeltungsschläge auf US-Stützpunkte in der Golfregion haben eine neue Stufe der Unsicherheit erreicht. Mit der Sperrung zahlreicher Lufträume und ersten gemeldeten Opfern suchen Investoren Schutz in physischen Werten.

Diese Panik spiegelt sich deutlich in den Notierungen wider. Das Edelmetall beendete den Handel am Freitag bei 5.296,60 USD, was einem Tagesplus von 1,81 Prozent entspricht. Damit setzt sich eine beeindruckende Serie fort: Der Rohstoff verzeichnet den siebten Gewinnmonat in Folge – die längste positive Phase seit 1973. Seit Jahresanfang summieren sich die Gewinne bereits auf beachtliche 21,99 Prozent.

Inflation trotzt Zinsdruck

Bemerkenswert ist die Stärke des Goldpreises vor dem Hintergrund der aktuellen US-Wirtschaftsdaten. Der Erzeugerpreisindex (PPI) stieg im Januar überraschend deutlich um 0,5 Prozent, was die Jahresrate auf 2,9 Prozent treibt. Diese zähe Inflation dämpft die Hoffnungen auf baldige Zinssenkungen durch die Federal Reserve massiv; die Wahrscheinlichkeit für einen ersten Schritt im Juni wird nur noch gering eingeschätzt.

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Üblicherweise belasten hohe Zinsen zinslose Anlagen wie Gold. Dass der Kurs dennoch steigt, verdeutlicht die enorme Dominanz des geopolitischen Angstfaktors gegenüber makroökonomischen Bremsklötzen. Kapital wird aus den nervösen Aktienmärkten abgezogen und in den Rohstoffsektor umgeschichtet.

Experten sehen weiteres Potenzial

Marktbeobachter bleiben angesichts der Gemengelage optimistisch für die weitere Kursentwicklung. Analyst Phillip Streible von Blue Line Futures definiert als nächstes Ziel die Marke von 5.450 USD. Dies würde einem Test des 52-Wochen-Hochs entsprechen. Nach unten gilt der Bereich um 5.120 USD als wichtige charttechnische Unterstützung.

Auch langfristig orientierte Vermögensverwalter wie Bert Flossbach raten in diesem Umfeld zur Standhaftigkeit. Er empfiehlt, eine Quote von etwa zehn Prozent im Portfolio zu halten, um angesichts der weltweiten Verschuldung und der kriegerischen Auseinandersetzungen einen Stabilitätsanker im Depot zu verankern. Die weitere Entwicklung im Nahen Osten dürfte kurzfristig der entscheidende Taktgeber für die Notierungen bleiben.

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