Der Pharmaverpackungskonzern Gerresheimer steht vor einem Neuanfang: Nach einer Serie von enttäuschenden Prognosen und aktivistischem Investoren-Druck vollzieht das Unternehmen einen überraschend schnellen Führungswechsel. Wolf Lehmann, ein erfahrener Finanzexperte mit Private-Equity-Hintergrund, übernimmt ab September das Ruder als CFO. Kann er das schwer angeschlagene Vertrauen der Anleger zurückgewinnen?

Die Reaktion der Börse ließ nicht lange auf sich warten: Die Gerresheimer-Aktie sprang nach der Ankündigung um 1,6% nach oben. Ein erster Hoffnungsschimmer für eine Aktie, die in diesem Jahr bereits fast 40% an Wert verloren hat.

Ein Finanzexperte mit Börsenerfahrung

Wolf Lehmann bringt genau das mit, was Gerresheimer dringend braucht: 30 Jahre internationale Managementerfahrung und vor allem Glaubwürdigkeit an den Kapitalmärkten. Seine Zeit als Operating Partner bei der Private-Equity-Gesellschaft Triton und seine Rolle beim erfolgreichen Börsengang von BEFESA zeigen, dass er weiß, wie man Investoren überzeugt.

Besonders bemerkenswert: Lehmann begleitete nicht nur den Börsengang von BEFESA, sondern auch dessen Aufstieg in den MDAX. Eine Erfahrung, die bei Gerresheimer – ebenfalls ein MDAX-Mitglied – direkt anwendbar ist.

Aktivistische Investoren feiern den Wechsel

Der Timing des Führungswechsels ist kein Zufall. Active Ownership Capital (AOC), ein aktivistischer Investor, hatte zuletzt massiven Druck aufgebaut und eine strategische Überprüfung des Unternehmens gefordert. Die schnelle Reaktion des Aufsichtsrats zeigt: Man hat die Botschaft verstanden.

Die wichtigsten Fakten zum CFO-Wechsel:
- Wolf Lehmann übernimmt zum 1. September 2025
- Dr. Bernd Metzner verlässt das Unternehmen auf eigenen Wunsch
- Barclays bezeichnet den Wechsel als "längst überfällig"
- Aktivistische Investoren begrüßen die "schnelle" Entscheidung

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Das Erbe einer schwierigen Phase

Dr. Bernd Metzner hinterlässt seinem Nachfolger eine komplexe Situation. Mehrfache Prognosekorrekturen, schwächelnde Nachfrage im Kosmetikbereich und sinkende Margen prägten zuletzt das Bild. Im zweiten Quartal 2025 stieg zwar der Umsatz um knapp 20% auf 600,7 Millionen Euro, doch das bereinigte EBITDA fiel um über 10%.

Die Zahlen spiegeln das Dilemma wider: Wachstum ja, aber zu welchem Preis? Für 2025 erwartet Gerresheimer nur noch ein organisches Umsatzwachstum von 1-2% – eine deutliche Korrektur früherer Erwartungen.

Capital Markets Day verschoben – neue Strategie in Arbeit

Der ursprünglich für Oktober geplante Capital Markets Day wurde verschoben. Ein kluger Schachzug: Lehmann soll erst die Chance bekommen, die neue Strategie mitzugestalten, bevor sie den Investoren präsentiert wird.

Die strategische Neuausrichtung ist bereits im Gang. Gerresheimer will sein Moulded-Glass-Geschäft abstoßen und sich stärker auf hochwertige Pharma- und Biotech-Lösungen konzentrieren. Ein Befreiungsschlag, der dem neuen CFO mehr Spielraum für Investitionen in Zukunftstechnologien verschaffen könnte.

Die Gerresheimer-Aktie steht damit vor einer entscheidenden Phase: Kann der neue CFO das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen und die ambitionierte Transformation erfolgreich finanzieren? Die ersten Reaktionen stimmen optimistisch – doch der wahre Test kommt erst mit den nächsten Quartalszahlen im Oktober.

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