Nach dem deutlichen Kursrückgang der vergangenen Monate zeigt die Fiserv-Aktie erste Anzeichen einer Stabilisierung. Auslöser ist der Einstieg des Hedgefonds BlackBird Financial LP um Judah Spinner, der eine größere Position aufgebaut hat. Der Fonds setzt darauf, dass der Ausverkauf übertrieben war und die Fundamentaldaten stärker sind als die aktuelle Bewertung vermuten lässt.

Bewertung und Investment-These

BlackBirds Argumentation beruht vor allem auf der Lücke zwischen der gedrückten Marktbewertung und der tatsächlichen Ertragskraft. Fiserv kommt derzeit auf eine Marktkapitalisierung von rund 36,03 Milliarden US-Dollar. Value-orientierte Investoren halten dies für zu niedrig im Verhältnis zur Ertragsbasis, auf die sich auch die angehobene Prognose stützt.

Für das laufende Geschäftsjahr stellt Fiserv ein bereinigtes Ergebnis von 8,50 bis 8,60 US-Dollar je Aktie in Aussicht. Aus dieser Spanne ergibt sich ein Kurs-Gewinn-Verhältnis von etwa 7,8 auf Basis der erwarteten Gewinne – ein historisch niedriger Wert im Branchenvergleich.

Der optimistische Blick auf die Aktie konzentriert sich im Wesentlichen auf drei Punkte:

  • Günstige Bewertung: Handel zu niedrigen Multiplikatoren im Vergleich zu Wettbewerbern.
  • Robuste Geschäftsbeziehungen: Anhaltende Abhängigkeit der Kunden von den Kernsystemen für Banken und Zahlungsabwicklung.
  • Strategische Neuausrichtung: Die Chance, dass CEO Mike Lyons mit der Initiative „One Fiserv“ operative Strukturen strafft und die Margen wieder verbessert.

Die zentrale Frage lautet: Reicht diese Kombination aus, um den Bewertungsabschlag im Zeitverlauf zu verringern? Der Markt sucht derzeit genau darauf eine Antwort.

Analystenziele und Markterwartungen

Trotz des Einstiegs konträrer Käufer bleiben viele Analysten vorsichtig. Das aktuelle durchschnittliche Kursziel liegt bei rund 86,50 US-Dollar und damit deutlich unter den Bewertungen von über 200 US-Dollar, die Anfang 2025 noch aufgerufen wurden.

Von heutigen Kursen um 66,99 US-Dollar entspricht das Konsensziel einem theoretischen Aufwärtspotenzial von knapp 30 %. Gleichzeitig zeigt die Spanne der Schätzungen, wie groß die Unsicherheit ist: Einige ältere Kursziele liegen noch bei etwa 114 US-Dollar, während andere Häuser ihre Erwartungen bereits auf Niveaus nahe dem aktuellen Kurs von rund 66 US-Dollar zurückgenommen haben.

Im Fokus steht nun, ob das Management die angepeilten Umsatzzuwächse im mittleren einstelligen Prozentbereich tatsächlich erreichen kann – nachdem frühere Ziele mit zweistelligen Wachstumsraten verfehlt worden waren.

Operative Entwicklung und Rechtsrisiken

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Parallel zur Bewertungsdiskussion rücken operative Kennzahlen und juristische Risiken in den Vordergrund. Fiserv sieht sich mit einer Sammelklage wegen angeblichen Wertpapierbetrugs konfrontiert. Im Kern geht es um den Vorwurf irreführender Finanzprognosen für das Jahr 2025. Diese Rechtsunsicherheit gilt als ein wesentlicher Belastungsfaktor für die Aktie und hat die längerfristige Abwärtsbewegung mitgeprägt.

Auf der operativen Seite signalisieren aktuelle Daten jedoch eine gewisse Widerstandsfähigkeit. Der Fiserv Small Business Index für Dezember, der Anfang dieser Woche veröffentlicht wurde, stieg auf 144 Punkte und damit um einen Punkt gegenüber dem Vormonat. Der Index misst die Entwicklung der Transaktionsvolumina im Kleinunternehmenssegment, also genau jenem Bereich, aus dem ein wesentlicher Teil der wiederkehrenden Erlöse stammt.

Der Anstieg deutet auf höhere Umsätze kleiner Unternehmen hin. Damit bleibt die Basis im „Main Street“-Geschäft intakt und liefert einen Gegenpol zur Unsicherheit auf Konzernebene.

Wichtige Kennzahlen im Überblick

Für die Einordnung des Erholungspotenzials sind derzeit vor allem folgende Daten relevant:

  • Aktueller Kurs: 66,99 US-Dollar
  • Marktkapitalisierung: ca. 36,03 Milliarden US-Dollar
  • Analysten-Konsensziel: rund 86,50 US-Dollar (impliziert ca. 29 % Aufwärtsspielraum)
  • Konjunktur-Indikator: Small Business Index steigt im Dezember auf 144 Punkte
  • Bewertungskontext: Handel nahe den Tiefs von 2025 nach einem Kursrückgang von rund 65 % im Jahresverlauf

Die Aktie testet damit eine wichtige Unterstützungszone im Bereich der aktuellen Kurse.

Ausblick: Bewährungsprobe voraus

Der Einstieg von BlackBird Financial deutet darauf hin, dass einige professionelle Investoren das Chance-Risiko-Verhältnis wieder attraktiver einschätzen. Gleichzeitig bleibt der Druck hoch, die strategische und operative Neuausrichtung sichtbar voranzubringen.

Kurzfristig dürfte entscheidend sein, ob es dem Management gelingt, mit dem nächsten Quartalsbericht Fortschritte bei der Umsetzung des „One Fiserv“-Ansatzes und bei den Margen zu zeigen. Gelingt dieser Nachweis, wäre eine Rückeroberung der Marke von 70 US-Dollar ein erster technischer Schritt, um den Bodenbildungsversuch zu untermauern.

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