Evotec räumt auf – und kassiert zugleich frisches Geld. Der Verkauf des Biologika-Standorts in Toulouse ist abgeschlossen, das Sparprogramm läuft schneller als geplant. Doch kann das Management am 8. April mit dem Jahresbericht wirklich zeigen, dass aus dem Umbau auch wieder belastbare Profitabilität entsteht?

Toulouse-Verkauf bringt Geld und Fokus

Mit dem Abschluss des Toulouse-Deals mit Sandoz hat Evotec einen zentralen Baustein seines Umbaus gesetzt. In die Kasse fließen rund 350 Mio. US-Dollar in bar. Zusätzlich stellt das Unternehmen mehr als 300 Mio. US-Dollar an weiteren Lizenz- und Entwicklungseinnahmen sowie erfolgsabhängigen Meilensteinen für die kommenden Jahre in Aussicht.

Strategisch soll der Schritt den Wechsel zu einem kapitalärmeren Modell beschleunigen. Evotec will stärker über die Monetarisierung von Technologie und Lizenzen skalieren – bei gleichzeitigem Erhalt von hochwertigem geistigem Eigentum und zentralen F&E-Kompetenzen.

„Priority Reset“: Kosten runter, Struktur schlanker

Parallel treibt der Vorstand das Restrukturierungsprogramm „Priority Reset“ voran. Die angekündigten Kostensenkungen von mehr als 60 Mio. Euro liegen laut Unternehmen bereits über den ursprünglichen Zielen. Konkret wurden rund 280 Stellen gestrichen und Standorte konsolidiert, um die laufenden Kosten ab 2025 um 40 Mio. Euro zu senken.

Der Kurs ist klar: weniger Komplexität, niedrigere Fixkosten und mehr Fokus auf margenstärkere Projekte sowie hochmargige Technologielizenzen.

Anzeige

Sollten Anleger sofort verkaufen? Oder lohnt sich doch der Einstieg bei Evotec?

Operativ bleibt das Bild gemischt – Blick auf den 8. April

Trotz der Fortschritte beim Umbau liefern die operativen Zahlen noch kein rundes Gesamtbild. In den ersten neun Monaten 2025 sank der Konzernumsatz auf 535,1 Mio. Euro (–7,1% zum Vorjahr). Während Just-Evotec Biologics zulegte, ging Discovery & Preclinical Development zurück. Das bereinigte Konzern-EBITDA blieb mit –16,9 Mio. Euro negativ.

Für 2025 bestätigt Evotec die Eckdaten von 760 bis 800 Mio. Euro Umsatz und 30 bis 50 Mio. Euro bereinigtem EBITDA. Mittelfristig hält der Konzern zudem an einer Umsatz-CAGR von 8 bis 12% (2024 bis 2028) sowie einer bereinigten EBITDA-Marge von über 20% bis 2028 fest.

Am Markt sorgt das für eine klare Erwartungshaltung: Der Jahresbericht am 8. April 2026 muss belegen, dass Toulouse-Verkauf und Einschnitte nicht nur Liquidität bringen, sondern auch einen glaubwürdigen Pfad zurück Richtung Profitabilität liefern. Das passt zur Kurslage: Bei 5,43 Euro liegt die Aktie heute leicht im Minus (–0,84%) und notiert auf 30-Tage-Sicht deutlich tiefer (–14,55%).

Auch auf Aktionärsseite gab es zuletzt Bewegung: Goldman Sachs überschritt am 13. Januar 2026 die Meldegrenze und hält nun 6,12% (zuvor 3,68%) – über Aktien und Finanzinstrumente. Zudem liegen Triton GP HoldCo SARL und die Mubadala Investment Company jeweils bei Anteilen von mehr als 5%.

Am 8. April kommt es damit auf die Kombination aus Jahresbericht und Prognose für 2026 an: Evotec muss dann konkret untermauern, dass der strategische Neustart nicht nur Kosten senkt, sondern die Rückkehr über die Gewinnschwelle realistisch macht.

Anzeige

Evotec-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Evotec-Analyse vom 6. März liefert die Antwort:

Die neusten Evotec-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Evotec-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 6. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.

Evotec: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...