Zum Jahreswechsel 2025/26 verschiebt sich die Aktionärsstruktur bei Evotec spürbar. Nach dem weitgehenden Rückzug von Novo Holdings ist JPMorgan als neuer Großinvestor eingestiegen und überschreitet die Schwelle von 5 Prozent der Stimmrechte. Parallel stabilisiert sich der Kurs nach einem schwierigen Jahr knapp über 5 Euro – vorerst.

JPMorgan steigt über 5 Prozent ein

Kurz vor Jahresende meldete JPMorgan Chase & Co. den Aufbau einer signifikanten Beteiligung an Evotec. Laut der am 29. Dezember veröffentlichten Stimmrechtsmitteilung greift die US-Bank nun auf 5,62 Prozent der Anteile zu.

Die wesentlichen Eckdaten:

  • Stimmrechtsanteil: 5,62 Prozent
  • Direkte Aktienkäufe: 3,23 Prozent
  • Rest über Finanzinstrumente (u. a. Swaps)
  • Überschreiten der 5-Prozent-Schwelle erstmals am 19. Dezember
  • Mitte Dezember lag die Beteiligung noch unterhalb der Meldeschwelle

Der Positionsaufbau erfolgte in einer Phase deutlicher Kursschwäche. Am 9. Dezember markierte die Aktie mit 4,90 Euro ein neues Jahrestief. Dass JPMorgan in diesem Umfeld zulegte, wird von Marktbeobachtern als Hinweis gewertet, dass das aktuelle Bewertungsniveau als attraktiv eingeschätzt wird – trotz weiterhin bestehender operativer Herausforderungen.

Zum Xetra-Schluss am 30. Dezember lag der Kurs bei 5,45 Euro. Damit konnte die Marke von 5,00 Euro zum Jahresende behauptet werden, auch wenn die Schwankungsbreite hoch bleibt.

Vom Novo-Ausverkauf zum „Staffelwechsel“

Der Einstieg von JPMorgan steht in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Rückzug von Novo Holdings. Die Beteiligungsgesellschaft des Novo-Nordisk-Konzerns hatte Anfang Dezember rund 9,4 Millionen Evotec-Aktien, etwa 5 Prozent des Grundkapitals, am Markt platziert.

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Der Dezember-Verlauf im Überblick:

  1. 5./8. Dezember: Abschluss des Verkaufs der Produktionsanlage „Just – Evotec Biologics“ in Toulouse an Sandoz. Der Deal stärkt die Liquidität.
  2. 9. Dezember: Novo Holdings trennt sich von einem größeren Paket. Der Kurs fällt auf ein Mehrjahrestief von 4,90 Euro.
  3. Ende Dezember: JPMorgan baut seine Position aus und wird neuer Großaktionär.

Damit verschiebt sich der Charakter der Investorenbasis: Ein strategischer Langfristinvestor tritt ab, eine große US-Investmentbank übernimmt einen spürbaren Anteil. In der Folge kehrte ein Teil des zuvor verlorenen Vertrauens zurück. Zudem spekuliert der Markt darauf, dass JPMorgan auf eine Kurserholung oder eine erneute M&A-Perspektive setzt, nachdem die Übernahmegespräche mit Halozyme Therapeutics zu 11,00 Euro je Aktie bereits im November 2024 ohne Ergebnis beendet wurden.

2025: Schwaches Jahr mit leichtem Hoffnungsschimmer

Auf Jahressicht bleibt 2025 für Evotec-Aktionäre deutlich negativ. Die Aktie notiert weit unter früheren Hochs und klar unter dem damaligen Halozyme-Angebot von 11,00 Euro.

Zum Start ins Börsenjahr 2026 zeigen sich jedoch einige stabilisierende Faktoren:

  • Liquidität: Der Verkauf der Anlage in Toulouse an Sandoz entspannt die kurzfristige Finanzierungslage.
  • Aktionärsbasis: Das von Novo Holdings platzierte Paket ist weitgehend aufgenommen, ein Überhang drückt den Markt weniger.
  • Bewertung: Bei einer Marktkapitalisierung von unter 1 Milliarde Euro und einem Kurs in der Nähe des Buchwerts preist der Markt ein sehr skeptisches Szenario ein.

Der Biotech-Sektor insgesamt bleibt belastet. Gleichzeitig unterstreicht das frühere Übernahmeinteresse von Halozyme die strategische Relevanz von Evotecs Stellung als Entwicklungs- und Produktionspartner.

Ausblick 2026: Wichtige Marken und Termine

Für den weiteren Verlauf zu Jahresbeginn rückt die Kurszone um 5,50 Euro als unmittelbarer Widerstand in den Fokus. Auf der Unterseite gilt das Dezember-Tief bei 4,90 Euro nun als zentrale Unterstützungsmarke.

Im neuen Jahr werden vor allem drei Themen entscheidend:

  1. Q4-Zahlen 2025: Die Ergebnisse des Schlussquartals sollen zeigen, wie sich das operative Geschäft nach den Umbauten entwickelt hat.
  2. Strategie-Update: Aussagen des Managements zu weiteren möglichen Desinvestitionen und zur Kostenstruktur werden genau verfolgt.
  3. Short-Positionen: Reaktionen der Leerverkäufer auf den Einstieg von JPMorgan könnten zusätzliche Impulse liefern.

Damit startet die Evotec-Aktie 2026 mit einem klar belasteten Kursverlauf, aber einer veränderten Eigentümerstruktur und verbesserter Liquiditätsbasis. Ob daraus eine nachhaltige Erholung entsteht, hängt nun maßgeblich von den anstehenden Geschäftszahlen und den nächsten strategischen Schritten des Managements ab.

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