Eutelsat schärft sein Profil als LEO-Spezialist und treibt die Transformation des Geschäftsmodells voran. Eine neue Bahnpartnerschaft in Afrika, eine umfangreiche Kapitalerhöhung und stark wachsende OneWeb-Umsätze markieren den Kurswechsel. Wie weit trägt diese Strategie?

Bahn-Deal in Gabun

Eutelsat nutzt seine OneWeb-Konstellation erstmals für Bahnkonnektivität in Zentralafrika. Gemeinsam mit Airtel Gabon sollen Passagierzüge in Gabun mit Breitbandinternet versorgt werden. Die Kooperation ist Teil einer nationalen Initiative unter Federführung des gabunischen Digital- und Verkehrsministeriums.

Die Eckpunkte der Vereinbarung:

  • Einsatz von OneWeb-LEO-Diensten auf Passagierzügen
  • Kooperation mit der staatlichen Bahngesellschaft SETRAG
  • Versorgung von Langstreckenrouten außerhalb terrestrischer Netzabdeckung
  • Referenzprojekt als Basis für weitere Bahnvorhaben in Afrika

Eutelsat positioniert sich damit gezielt in einem Markt mit großem Nachholbedarf bei digitaler Infrastruktur. Das Management sieht in der Kooperation ein Fundament für zusätzliche Bahnkonnektivitätsprojekte auf dem Kontinent.

Kapitalerhöhung und Eigentümerstruktur

Parallel zur operativen Expansion stärkt Eutelsat die Bilanz. Im Dezember 2025 wurde eine Kapitalerhöhung abgeschlossen, die Teil eines Gesamtpakets von 1,5 Milliarden Euro zur Verbesserung der Finanzstruktur ist.

Wesentliche Details der Kapitalmaßnahme:

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  • Bezugsrechtsemission zu 1,35 Euro je Aktie
  • Überzeichnung um 133% mit einer Nachfrage von 891,6 Millionen Euro
  • Emission von mehr als 496 Millionen neuen Aktien
  • Anschlusskommentar der Deutschen Bank mit Rating „Hold“

Auf der Eigentümerseite rückt Frankreich stärker in den Vordergrund. Der französische Staat erhöhte seinen Anteil auf rund 29,65% und ist damit klarer Ankeraktionär. Weitere große Anteilseigner sind:

  • Bharti (Indien) mit 17,88%
  • Großbritannien mit 10,89%
  • CMA CGM mit 7,46%

Diese Struktur verleiht dem Unternehmen eine ausgeprägte staatliche Rückendeckung im Wettbewerb mit internationalen Rivalen wie Starlink.

LEO wächst, Video schrumpft

Die Zahlen zum ersten Quartal des Geschäftsjahres 2025/26 zeigen die Verschiebung im Geschäftsmodell. Der Gesamtumsatz lag mit 293 Millionen Euro auf vergleichbarer Basis praktisch unverändert (-0,3%). Innerhalb des Portfolios gibt es jedoch klare Gewinner und Verlierer.

  • Die LEO-Erlöse legten im Jahresvergleich um 70,7% zu
  • Das LEO-Geschäft steht inzwischen für mehr als ein Drittel der Connectivity-Umsätze
  • Für das laufende Geschäftsjahr erwartet das Management ein LEO-Wachstum von rund 50%

Auf der Gegenseite steht das traditionelle Video-Segment unter spürbarem Druck. Die Umsätze fielen um 10,5% auf 133,6 Millionen Euro. Gründe sind der strukturelle Rückgang im Videomarkt und Sanktionen gegen russische Sender. Mit einem Anteil von 47% bleibt Video zwar der größte Umsatzblock, verliert aber stetig an Gewicht.

Hohe Investitionen in neue Konstellationen

Um das Wachstum im LEO-Bereich abzusichern, plant Eutelsat umfangreiche Investitionen. Zwischen 2026 und 2029 sollen insgesamt rund 4 Milliarden Euro in die Flotte und neue Programme fließen.

Geplante Schwerpunkte:

  • Bis zu 2,2 Milliarden Euro für die Erneuerung der OneWeb-Konstellation
  • Start der ersten 100 neuen, von Airbus gebauten LEO-Satelliten ab Ende 2026
  • Beteiligung von etwa 2 Milliarden Euro am europäischen Breitbandprojekt IRIS²

Damit bindet Eutelsat erhebliche Mittel an langfristige Infrastrukturprojekte. Der Konzern setzt klar auf LEO-Konnektivität und europäische Souveränitätsprogramme als zentrale Pfeiler des künftigen Geschäfts.

Im Zusammenspiel aus afrikanischen Wachstumsprojekten, gestärkter Kapitalbasis und hohen Zukunftsinvestitionen zeigt sich eine deutliche Verschiebung hin zu skalierbaren Konnektivitätsdiensten, während das klassische Video-Geschäft sukzessive an Bedeutung verliert.

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