European Lithium Aktie: Unverhoffte Turbulenzen?
European Lithium verpasst in der Ukraine einen wichtigen Expansionsschritt und verliert das Rennen um das große Dobra-Lithiumvorkommen an ein US-gestütztes Konsortium. Nach einem kräftigen Kursanstieg im Vorfeld fällt damit ein potenziell zentraler Baustein der Wachstumsstrategie weg. Im Mittelpunkt steht nun wieder das bestehende Projektportfolio – vor allem Wolfsberg in Österreich und die Beteiligung an Critical Metals in Grönland.
- Dobra-Lizenz in der Ukraine geht an TechMet/The Rock Holdings
- Mindestinvestitionen von 179 Mio. US-Dollar zugesagt
- Kursplus von knapp 15 % am Vortag der Entscheidung
- Fortschritte beim Tanbreez-Projekt in Grönland als Gegengewicht
Dobra-Tender geht an US-Konsortium
Heute wurde bestätigt, dass das ukrainische Kabinett den Zuschlag für das Produktionsbeteiligungsabkommen (Production Sharing Agreement, PSA) für das Dobra-Lithiumvorkommen in der Region Kirovohrad vergeben hat. Gewinner ist Dobra Lithium Holdings JV LLC, ein Konsortium unter Führung von TechMet und The Rock Holdings.
Die zuständige Regierungschefin Yulia Svyrydenko bezifferte die erwarteten Kapitalinvestitionen des Konsortiums auf mindestens 179 Mio. US-Dollar. Damit ist European Lithium Ukraine LLC, die Tochtergesellschaft von European Lithium, offiziell aus dem Rennen. Die Lagerstätte galt als wichtiger Baustein, um neben dem Wolfsberg-Lithiumprojekt in Österreich eine stärkere Rolle in der europäischen Batterie-Wertschöpfungskette einzunehmen.
Besondere Aufmerksamkeit erhält der Sieger wegen berichteter Verbindungen seiner Anteilseigner zur Administration des früheren US-Präsidenten Donald Trump sowie zur US-Entwicklungsbank DFC. Zudem soll das TechMet-Angebot die geforderten Mindestinvestitionen deutlich übertroffen haben – ein Punkt, der im Wettbewerb gegen den in Australien gelisteten Bewerber spürbar ins Gewicht gefallen sein dürfte.
Kurssprung vor der Entscheidung
Die Aktie von European Lithium (ASX: EUR) zeigte vor der Bekanntgabe der Tender-Entscheidung eine hohe Schwankungsbreite. Gestern schloss das Papier bei 0,27 Australischen Dollar und legte damit um 14,89 % zu, begleitet von überdurchschnittlichen Handelsumsätzen.
Diese Kursbewegung deutet darauf hin, dass Teile des Marktes entweder auf einen möglichen Zuschlag spekulierten oder auf die Erholung im Lithiumsektor setzten, bevor die konkreten Ausschreibungsergebnisse öffentlich bekannt waren. Mit der heutigen Bestätigung des Verlusts der Dobra-Lizenz rückt der Blick der Investoren wieder auf die bestehenden Projekte und Beteiligungen, während der spekulative Aufschlag durch die Ukraine-Fantasie entfällt.
Grönland-Projekt als Gegengewicht
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Parallel zum Rückschlag in der Ukraine kommt European Lithium beim Engagement in Grönland voran. Das Unternehmen hält eine Mehrheitsbeteiligung an Critical Metals Corp (Nasdaq: CRML), die kürzlich den Bau einer Pilotanlage für das Tanbreez-Seltenerden-Projekt genehmigt hat.
Diese Pilotanlage ist ein wichtiger Schritt, um das Grönland-Asset technisch und wirtschaftlich weiter abzusichern. Die Inbetriebnahme ist für 2026 angepeilt. Über die Beteiligung an Critical Metals bleibt European Lithium direkt an dieser Entwicklung beteiligt.
Zudem hat European Lithium Anfang der Woche einen Teilverkauf seiner Position an Cyclone Metals umgesetzt. Seit dem 11. Januar gilt das Unternehmen nicht mehr als wesentlicher Anteilseigner, was zur Straffung des Portfolios beitragen soll.
Ausblick: Konzentration auf Kernprojekte
Mit dem Verlust des Dobra-Tenders bündelt European Lithium seine Ressourcen nun stärker auf die Umsetzung des Wolfsberg-Lithiumprojekts in Österreich. Für die Bewertung sind damit vor allem die Fortschritte bei Wolfsberg sowie der Wertbeitrag aus der Beteiligung an Critical Metals entscheidend.
Rückenwind kommt derzeit von der Marktseite: Die Spotpreise für Lithiumkarbonat sind im Januar 2026 weiter gestiegen. Gründe sind Angebotsrisiken in China und eine anziehende Nachfrage aus der Batterieindustrie. Dieses Umfeld kann helfen, die negativen Effekte aus der verpassten Ukraine-Option abzumildern, da sich der Fokus der Anleger auf die bereits genehmigten Reserven in Österreich verschiebt.
Kurzfristig dürfte der Markt die Aktie neu einpreisen, indem jeglicher zuvor angenommener, wahrscheinlichkeitsgewichteter Wertbeitrag aus dem Dobra-Projekt entfällt. Im Mittelpunkt stehen damit das anstehende Quartalsupdate Ende Januar, insbesondere Aussagen zur Finanzierung und zum Zeitplan von Wolfsberg, sowie der weitere Fortschritt bei der Tanbreez-Pilotanlage.
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