Aktionäre von European Lithium starten mit hohen Erwartungen ins neue Jahr. Grund ist die Mehrheitsbeteiligung an Critical Metals, die beim Tanbreez-Selten­erden-Projekt in Grönland klare Ziele für das erste Quartal gesetzt hat. Parallel bleibt das frühere Kernprojekt Wolfsberg auf Eis, während sich der Investment-Case zunehmend in Richtung Selten­erden verschiebt.

Tanbreez-Verträge sollen bis Q1 stehen

Critical Metals will die noch offenen Abnahmeverträge für Tanbreez in Grönland bis Anfang 2026 abschließen. Nach Angaben von CEO Tony Sage sind bereits 75 % der geplanten Produktion vorverkauft, verteilt auf Abnehmer in den USA und Europa. Die verbleibenden 25 % sollen im ersten Quartal vertraglich gebunden werden, bei weiterhin bewusst breiter geografischer Streuung zur Begrenzung geopolitischer Risiken.

Für European Lithium ist diese Entwicklung unmittelbar relevant. Das Unternehmen hält rund 60 Millionen Aktien an Critical Metals an der Nasdaq. Die strategische Ausrichtung von EUR hängt damit inzwischen stark von der Selten­erden-Strategie der Beteiligungsgesellschaft ab, nachdem das Lithiumprojekt Wolfsberg offiziell zurückgestuft wurde.

Golfstaaten und USA als Finanzierungsquellen

Sage berichtete von weit fortgeschrittenen Finanzierungsgesprächen mit potenziellen Investoren aus Saudi-Arabien, Katar, Bahrain, Oman und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Diese Staaten bauen ihre Kapazitäten zur Verarbeitung von Seltenen Erden aus, profitieren von niedrigeren Energiekosten und meist schnelleren Genehmigungsverfahren als in den USA und Europa.

Zudem zeigt sich Critical Metals offen für eine direkte Beteiligung der US-Regierung. Vertreter der Trump-Administration hatten in der Vergangenheit bereits Gespräche über einen Einstieg geführt. Unterstützung im Rahmen des Defense Production Act bleibt dabei ausdrücklich eine Option.

Wolfsberg weiter auf unbestimmte Zeit gestoppt

Das Lithiumprojekt Wolfsberg in Österreich, lange Zeit wichtigster Vermögenswert von European Lithium, bleibt vorerst ausgesetzt. Laut Sage wird eine Wiederaufnahme der Entwicklung erst geprüft, wenn sich die Lithiumpreise deutlich und dauerhaft erholen. Angesichts eines Preisrückgangs um rund 90 % seit dem Hoch von 2022 erscheint dieses Szenario kurzfristig wenig realistisch.

Dieser Kurswechsel steht exemplarisch für die schwierigen Marktbedingungen, die 2025 viele Lithium-Entwickler zu einer Neubewertung ihrer Investitionspläne gezwungen haben.

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Zeitplan, Investitionsbedarf und EU-Joint-Venture

Critical Metals plant den Beginn des Bergbaus bei Tanbreez für 2027. Die erste Produktion wird für Mitte 2028 anvisiert. Die Investitionskosten für die Aktivitäten in Grönland werden auf rund 500 Millionen US-Dollar geschätzt. Für nachgelagerte Verarbeitungskapazitäten sind zusätzlich mehr als 1 Milliarde US-Dollar vorgesehen.

Kürzlich hat das Unternehmen eine Term Sheet für ein 50/50-Joint-Venture mit dem rumänischen Unternehmen FPCU unterzeichnet. Ziel ist der Aufbau einer vollständig integrierten Lieferkette von der Mine bis zur Verarbeitung von Seltenen Erden im westlichen Wirtschaftsraum.

Rumänien-JV stärkt EU-Präsenz

Am 9. Dezember wurde das Joint Venture zur Errichtung einer hochmodernen Selten­erden-Verarbeitungsanlage innerhalb der EU offiziell angekündigt. Sowohl Critical Metals als auch die rumänische Regierung haben sich um Mittel aus einem neuen, 3,5 Milliarden Euro schweren EU-Programm zur Sicherung der Versorgung mit Seltenen Erden beworben.

Kursentwicklung und Markteinordnung

Die Aktie von European Lithium schloss gestern bei 0,155 Australischen Dollar. Auf Jahressicht entspricht das einem Plus von rund 281 % gegenüber 0,042 AUD zu Jahresbeginn. Zwischenzeitlich erreichte der Titel ein 52-Wochen-Hoch von 0,485 AUD, bevor er in einem volatileren Marktumfeld wieder zurückkam.

Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei etwa 266 Millionen AUD. Das durchschnittliche tägliche Handelsvolumen im Jahr 2025 betrug rund 7,7 Millionen Aktien.

Stabilisierung im Lithiummarkt

Trotz der aktuellen Fokussierung auf Seltene Erden über die Beteiligung an Critical Metals zeigen sich im Lithiumsektor erste Stabilisierungssignale. Die Preise für Lithiumkarbonat in China legten im Dezember um mehr als 20 % zu. Einige Marktbeobachter rechnen für 2026 mit durchschnittlichen Preisen von rund 17.000 US-Dollar je Tonne.

Der große Produzent Ganfeng Lithium erwartet für 2026 ein globales Nachfragewachstum von 30 bis 40 %. Langfristig könnte dies die Grundlage für eine erneute Bewertung des Zeitplans für Wolfsberg bilden.

Wichtige Wegmarken im ersten Quartal

Das erste Quartal 2026 bildet für European-Lithium-Aktionäre einen klar definierten Prüfstein. Wichtige Einflussfaktoren sind:

  • Abnahmeverträge Tanbreez: Abschluss bindender Verträge für die restlichen 25 % der Produktionsmenge
  • US-Regierungsentscheidung: Mögliche Förderung oder Kapitalbeteiligung im Rahmen des Defense Production Act
  • Finanzierung aus dem Nahen Osten: Konkrete Zusagen von Investoren aus den Golfstaaten
  • Projektfortschritt Tanbreez: Aktualisierte Studien, Kostenannahmen und Zeitpläne bis Ende des Quartals

Bei der Hauptversammlung im November 2025 bestätigten die Aktionäre den eingeschlagenen Kurs. Zudem wurde Mykhailo Zhernov als Class-I-Direktor in den Verwaltungsrat von Critical Metals gewählt, was die Verzahnung der strategischen Interessen beider Unternehmen weiter festigt.

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