Ethereum befindet sich in einer paradoxen Situation. Das Netzwerk verarbeitet so viele Transaktionen wie nie zuvor und die Gebühren sind drastisch gesunken, doch der Kurs reagiert mit deutlichen Verlusten. Während Entwickler den technischen Erfolg des "Fusaka"-Upgrades feiern, ziehen institutionelle Anleger massiv Kapital ab. Analysten warnen nun davor, die hohen Aktivitätsdaten als reines Kaufsignal zu interpretieren.

Rekordzahlen durch Fusaka-Upgrade

Das im Dezember implementierte "Fusaka"-Upgrade zeigt technisch die gewünschte Wirkung. Die Transaktionskosten sind im Durchschnitt auf 0,15 US-Dollar gefallen – ein Wert, von dem das Netzwerk jahrelang weit entfernt war. In der Folge kletterte die Zahl der täglichen Transaktionen auf ein Allzeithoch von fast 2,8 Millionen. Besonders Stablecoins dominieren den Verkehr und machen laut Standard Chartered mittlerweile rund 40 Prozent aller Transaktionen aus.

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Trotz dieser fundamentalen Verbesserungen steht der Kurs unter erheblichem Druck. Mit einem aktuellen Wert von rund 2.843 US-Dollar notiert die Kryptowährung auf Wochensicht über 13 Prozent im Minus und fiel zeitweise unter wichtige Unterstützungslinien.

Warum JPMorgan zur Vorsicht mahnt

Verantwortlich für die Diskrepanz zwischen Netzwerknutzung und Preisentwicklung sind strukturelle Veränderungen, auf die Analysten von JPMorgan hinweisen. In einer aktuellen Notiz an Kunden äußert sich die Bank skeptisch zur Nachhaltigkeit des aktuellen Booms. Zwar habe das Upgrade die Gebühren gesenkt, doch historische Daten zeigten, dass solche Effekte oft nur von kurzer Dauer seien.

JPMorgan identifiziert konkrete Gegenwinde für den Ethereum-Kurs:
* Abwanderung auf Layer-2: Die Aktivität verlagert sich zunehmend auf Netzwerke wie Base oder Arbitrum, was die Gebühreneinnahmen auf der Haupt-Blockchain (Mainnet) drückt.
* Wettbewerb: Schnellere Blockchains wie Solana graben Marktanteile ab.
* Steigendes Angebot: Durch die geringeren Gebühren wird weniger Ether "verbrannt" (vernichtet), was das Angebot wieder ansteigen lässt und inflationär wirkt.

Institutionelle Anleger ziehen die Reißleine

Ein weiterer Belastungsfaktor ist das Verhalten der Großinvestoren. Spot-ETFs für Ethereum verzeichneten in der vergangenen Woche Nettoabflüsse von über 611 Millionen US-Dollar. Diese Kapitalflucht steht im scharfen Kontrast zu den Zuflüssen zu Beginn des Quartals und deutet auf eine veränderte Risikobewertung durch institutionelle Marktteilnehmer hin.

Interessanterweise zeigen On-Chain-Daten jedoch eine Divergenz: Während ETFs verkaufen und Kleinanleger verunsichert sind, nutzen sogenannte "Whales" (Großinvestoren außerhalb der ETFs) den Kursrutsch in den Bereich von 2.600 bis 3.000 US-Dollar offenbar zur Akkumulation.

Kritische Marken im Fokus

Aus technischer Sicht befindet sich Ethereum an einem entscheidenden Punkt. Der jüngste Rutsch unter die 3.000-Dollar-Marke hat das charttechnische Bild eingetrübt. Analysten definieren die Zone zwischen 2.860 und 2.900 US-Dollar als essenzielle Unterstützung. Ein nachhaltiges Unterschreiten dieser Marke auf Monatsbasis könnte die langfristige Aufwärtsstruktur gefährden.

Fazit

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die fundamentalen Verbesserungen durch das Fusaka-Upgrade schwerer wiegen als die aktuelle Skepsis der Wall Street. Während die Ethereum Foundation mit der Arbeit an der Post-Quanten-Sicherheit bereits die ferne Zukunft plant, müssen Anleger kurzfristig beobachten, ob die ETF-Abflüsse versiegen und die Unterstützung bei 2.860 US-Dollar hält.

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