Ethereum steht an einem kritischen Punkt. Co-Gründer Vitalik Buterin hat öffentlich die bisherige Strategie des Netzwerks infrage gestellt und damit eine fundamentale Debatte über die langfristige Ausrichtung ausgelöst. Während Anleger noch den jüngsten Kursrutsch verdauen, müssen sie sich nun auch mit der Frage beschäftigen: Ist die Vision der letzten Jahre gescheitert?

Kritik an der "Rollup-Zentrierung"

Seit 2021 verfolgt Ethereum konsequent eine Roadmap, die auf sogenannte Layer-2-Lösungen (L2) setzt, um das Netzwerk zu skalieren. Doch Buterin sieht hier nun zwei wesentliche Probleme. Zum einen verharren viele dieser L2-Netzwerke in einer frühen Phase der Zentralisierung. Sie behalten sogenannte "Stützräder" ("training wheels"), die den Entwicklern weiterhin die volle Kontrolle geben – eine echte Dezentralisierung bleibt oft aus.

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Zum anderen hat sich die Basis-Blockchain (Layer 1) besser entwickelt als erwartet. Nach den jüngsten Upgrades "Pectra" und "Fusaka" skaliert das Hauptnetzwerk effizienter, was die Transaktionsgebühren auch ohne Hilfsnetzwerke niedrig hält. Buterin argumentiert: Wenn L2-Lösungen keine echte Dezentralisierung erreichen, sind sie lediglich "Blockchains mit Brücken" und keine echten Erweiterungen von Ethereum. Dies könnte eine Rückbesinnung auf die Optimierung des Hauptnetzwerks zur Folge haben.

Marktlage und Stimmung

Dieser strategische Diskurs trifft auf ein extrem nervöses Marktumfeld. Nach einem massiven Abverkauf Anfang Februar, der Milliarden an Marktkapitalisierung vernichtete, brach der Ethereum-Kurs auf Wochensicht um rund 25 Prozent ein und notiert aktuell im Bereich von 2.250 US-Dollar. Marktbeobachter stufen die Stimmung als "extreme Angst" ein. Ein Lichtblick bleiben die On-Chain-Daten: Trotz des Preisverfalls ist die Netzwerkaktivität dank der niedrigen Gebühren weiterhin robust.

Das wird jetzt wichtig

Für die weitere Entwicklung sind folgende Faktoren entscheidend:

  • Das "Glamsterdam"-Upgrade: Das für Anfang 2026 geplante Update ist der nächste technische Meilenstein. Es gilt zu beobachten, ob Buterins Kritik den Umfang des Upgrades verändert.
  • Reaktion der L2-Szene: Große Anbieter wie Arbitrum oder Optimism stehen nun unter Druck, ihre Dezentralisierungspläne ("Stage 1") zu beschleunigen, um ihren Status im Ökosystem zu behalten.
  • Regulatorische Klarheit: Im Hinblick auf die US-Zwischenwahlen warten Investoren auf Fortschritte bei der Stablecoin-Gesetzgebung, die als Katalysator für institutionelles Kapital gilt.

Ethereum befindet sich technisch wie charttechnisch in einer Bewährungsphase. Während der Kurs nach dem Rutsch auf das 52-Wochen-Tief eine Bodenbildung sucht, beweist die offene Debatte um die Roadmap zumindest die Anpassungsfähigkeit des Netzwerks an neue technologische Realitäten.

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