Ethereum: Führungswechsel
Bei der Ethereum Foundation steht ein Wechsel an der Spitze an – und der kommt zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere große Weichenstellungen vorbereitet werden. Co-Executive Director Tomasz Stańczak kündigte an, sein Amt Ende Februar abzugeben. Was ändert sich jetzt für die Organisation hinter einem der wichtigsten Krypto-Ökosysteme?
Stańczak geht – und nennt klare Gründe
Stańczak war seit Anfang 2025 gemeinsam mit Hsiao-Wei Wang Co-Executive Director der Ethereum Foundation. In einem offiziellen Blogbeitrag erklärte er nun seinen Rückzug zum Monatsende.
Seine Begründung: Er wolle künftig wieder stärker „hands-on“ als Produktbauer arbeiten – mit Fokus auf künstliche Intelligenz und sogenannte agentische Systeme. Gleichzeitig schrieb er, seine Fähigkeit, innerhalb der Foundation eigenständig umzusetzen, nehme mit der Zeit ab, weil interne Führungskräfte zunehmend selbstbewusst Entscheidungen treffen. Aus seiner Sicht ist das ein Zeichen dafür, dass Strukturen gereift sind.
Stańczak betonte zudem, die Foundation sei „in einem gesunden Zustand“. Als Fortschritte aus seiner Zeit nannte er unter anderem:
- bessere Kommunikation über Social Media
- mehr Austausch mit institutionellen Akteuren
- etablierte Treasury-Policies
- mehr interne Transparenz rund um Budgets
Bastian Aue übernimmt interimistisch
Der Vorstand der Ethereum Foundation berief Bastian Aue mit sofortiger Wirkung zum Interim-Co-Executive Director. Er führt die Organisation damit vorerst gemeinsam mit Hsiao-Wei Wang.
Aue war bereits Teil des Führungsteams und arbeitete laut Foundation unter anderem an Grants, Enterprise-Themen und operativen Aufgaben. Der Vorstand begründete die Entscheidung mit seinem tiefen Organisationswissen über Struktur und Werte der Foundation sowie mit seiner Management-Erfahrung. Zudem sei er schon vor der Ernennung in Entscheidungen mit Wang und Stańczak eingebunden gewesen.
In einem Beitrag auf X skizzierte Aue seinen Ansatz: Entscheidungen sollen sich an den grundlegenden Eigenschaften dessen orientieren, was gebaut wird – mit dem klaren Auftrag, „permissionless“ Infrastruktur zu sichern, „cypherpunk“ im Kern.
Reaktionen aus der Ethereum-Spitze – und der Community
Ethereum-Mitgründer Vitalik Buterin lobte Stańczaks Beitrag öffentlich. Er habe die Effizienz in vielen Bereichen deutlich erhöht und die Foundation stärker auf die Außenwelt ausgerichtet.
Auch die Ernennung von Aue bekam Rückendeckung aus der Führung: Foundation-Präsidentin Aya Miyaguchi schrieb, niemand sei besser vorbereitet. Aue bringe Organisationswissen und ein tiefes Verständnis der Ethereum-Wurzeln und Prinzipien mit und werde für eine stabile Führung sorgen.
Aus der Community kam eine ähnliche Einordnung: Investor und Community-Mitglied Ryan Berckmans meinte, die wichtigste Veränderung unter Stańczak sei gewesen, dass die modernere Foundation „tatsächlich auf die reale Welt achtet“.
Warum das Timing wichtig ist
Der Wechsel passiert nicht im luftleeren Raum. Stańczak verwies darauf, dass die Foundation mehrere zentrale Vorschläge veröffentlichen will. Dazu zählt ein zusammengeführter „LEAN Ethereum“- und Core-Development-Fahrplan, der die Protokoll-Koordination für 2026 und darüber hinaus leiten soll.
Außerdem arbeitet die Foundation laut Stańczak an:
- einer klaren Quantum-Security-Strategie (Post-Quantum-Forschung: Spezifikationen in Arbeit, Engineering: Implementierungen)
- einem dedizierten dezentralen KI-Team, das Standards und Lösungen für eine „agentic economy“ entwickelt
Hinzu kommt: Der Führungswechsel findet vor der Devcon Mumbai statt, die 2026 in Indien „Thought Leader und Gründer“ zusammenbringen soll, um an Ethereum weiterzuarbeiten.
Am Markt bleibt Ethereum derweil angeschlagen: In den vergangenen 30 Tagen fiel der Kurs um 40,62% auf zuletzt 1.957,04 US-Dollar. Der Führungswechsel erklärt diese Bewegung nicht allein – er fällt aber in eine Phase, in der Vertrauen, klare Roadmaps und Umsetzungskraft besonders genau beobachtet werden.
Zum Ende Februar ist Stańczaks Abgang fix terminiert, während Aue bereits jetzt interimistisch übernimmt. Die nächsten greifbaren Signale dürften mit der angekündigten Roadmap-Veröffentlichung und den konkreteren Details zur Quantum-Security-Umsetzung kommen – genau daran wird sich messen lassen, wie reibungslos der Übergang im Tagesgeschäft wirklich funktioniert.
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