Electro Optic Systems (EOS) hat die Vorwürfe des US-Shortsellers Grizzly Research scharf zurückgewiesen – und damit am Dienstag eine deutliche Kurswende ausgelöst. Das Unternehmen spricht von „irreführenden, manipulativen und abwertenden“ Schlussfolgerungen im Report. Die Aktie schloss am Ende 11,8% höher.

Zentral bleibt: Wie belastbar sind die kritisierten Punkte – und was sagt EOS konkret zu den strittigen Themen?

  • Schlusskurs Dienstag: 6,71 A$ (+11,8%)
  • Handelsstopp-Preis: 6,00 A$
  • Unbedingter Auftragsbestand (Dez. 2025): 459 Mio. A$
  • Liquidität (Dez. 2025): 107 Mio. $; keine in Anspruch genommene Verschuldung
  • Korea-Vertrag: Frist 31. Januar verfehlt; Abschluss der Bedingungen nun Februar/März erwartet

Handel zurück – erst Druck, dann Drehung

Die Aktie war nach einem vom Unternehmen beantragten Handelsstopp vom 6. Februar am Dienstag wieder an der ASX handelbar. Auslöser war der Grizzly-Report, der die Papiere zuvor um 16% fallen ließ, bevor der Handel bei 6,00 A$ eingefroren wurde.

Laut Reuters rutschte der Kurs nach Wiederaufnahme zunächst erneut um bis zu 15,8% ab. Im Tagesverlauf drehte die Aktie jedoch nach oben und machte damit einen Großteil der vorherigen Verluste wett.

Der Streitpunkt: Korea-Vertrag und Bedingungen

Grizzly Research nahm vor allem einen im Dezember 2025 gemeldeten bedingten Vertrag über 80 Mio. $ mit einem nicht genannten südkoreanischen Kunden ins Visier. Dabei geht es um Hochenergie-Laserwaffensysteme. Der Shortseller bezeichnete den Deal als „absichtlich irreführend und völlig unrealistisch“.

Konkret ging es um Bedingungen: Bis 31. Januar 2026 sollten unter anderem eine Anzahlung von 18 Mio. $ sowie ein Akkreditiv stehen. In einem Q4-Update 2025 hatte EOS laut Grizzly-Zitat festgehalten, der Kunde habe signalisiert, dass „weitere Arbeit notwendig“ sei, um die Vereinbarungen zu finalisieren. EOS geht inzwischen davon aus, dass die Bedingungen im Februar oder März 2026 abgeschlossen werden könnten – die ursprüngliche Frist wurde damit nicht eingehalten.

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EOS kontert: Der Vertrag sei von Beginn an als bedingt offengelegt worden und tauche nicht im „Headline“-Orderbook auf. Außerdem seien bislang keine wesentlichen Kosten für das Korea-Projekt angefallen. Bedingte, schrittweise Vertragsstrukturen seien in der Verteidigungsindustrie üblich.

Rechtsprüfung und MARSS-Übernahme

In der Stellungnahme erklärte EOS, man prüfe, ob der Grizzly-Report gegen Gesellschaftsrecht in Australien und Deutschland verstoßen habe. Die Aktie wird auch am Frankfurt Open Market gehandelt. Rechtsberater in beiden Ländern seien eingeschaltet, um mögliche Schritte zu bewerten.

EOS verwies zudem darauf, dass Grizzly eine offengelegte Short-Position hält und somit finanziell von fallenden Kursen profitieren könnte.

Auch die im Januar abgeschlossene Übernahme der europäischen Command-and-Control-Firma MARSS Group geriet in die Kritik. EOS verteidigte den Deal mit Verweis auf die eigene Due Diligence: Demnach habe MARSS zwischen 2020 und 2025 historische Umsätze von 243 Mio. Euro erzielt. Grizzly habe sich bei der Analyse zu stark auf britische Einreichungen konzentriert, so EOS.

Zum operativen Fundament nannte das Unternehmen einen verifizierten unbedingten Auftragsbestand von 459 Mio. A$ per Dezember 2025 (Ende 2024: 136 Mio. A$). Der Korea-Vertrag ist darin ausdrücklich nicht enthalten. Außerdem meldete EOS 107 Mio. $ Cash, keine abgerufenen Schulden und Zugriff auf eine besicherte Kreditlinie über 100 Mio. $.

Laut Reuters sagte Billy Leung (Global X ETFs Australia), die Kursumkehr habe eher mit einer Neubewertung der Vorwürfe durch Anleger zu tun als mit erzwungenem Short-Eindecken.

Der nächste konkrete Prüfstein liegt damit in den kommenden Wochen: ob EOS die ausstehenden Bedingungen des Korea-Vertrags wie angekündigt im Februar oder März finalisieren kann – und ob daraus tatsächlich ein belastbarer Auftrag wird.

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