Während viele Wachstumswerte zuletzt deutlich nachgaben, hält sich Eli Lilly vergleichsweise stabil. Neue Impulse kommen gleich aus zwei Richtungen: einer wichtigen FDA-Einstufung für einen Krebswirkstoff und einer milliardenschweren KI-Kooperation mit NVIDIA. Das rückt die Frage in den Vordergrund, wie stark Lilly seine Wachstumsstory jenseits der bekannten Adipositas- und Diabetespräparate absichern kann.

FDA-Sonderschutz für Krebsprojekt

Zentrales Thema ist die frische Breakthrough Therapy Designation der US-Arzneimittelbehörde FDA für den Onkologie-Kandidaten Sofetabart Mipitecan. Diese Einstufung beschleunigt Entwicklung und Zulassungsprozess für Therapien gegen schwere Erkrankungen und signalisiert, dass die bisherigen Studiendaten als besonders vielversprechend gelten.

Der Wirkstoff wird bei Erwachsenen mit platinresistentem epithelialem Eierstock-, Eileiter- oder primärem Peritonealkarzinom untersucht – also in einem Bereich mit hohem medizinischem Bedarf und begrenzten Behandlungsoptionen. Die Entscheidung der FDA basiert auf positiven Zwischenergebnissen einer Phase-1a/b-Studie; das Programm ist inzwischen in eine zulassungsrelevante Phase-3-Studie übergegangen. Für Investoren ist das wichtig, weil sich damit die Wahrscheinlichkeit eines marktreifen Produkts und künftiger Umsätze erhöht.

Milliardenprojekt mit NVIDIA

Parallel treibt Lilly seine technologische Basis voran. Zusammen mit NVIDIA entsteht ein gemeinsames KI-Labor, in das beide Partner über fünf Jahre hinweg bis zu 1 Milliarde US-Dollar investieren wollen. Ziel ist es, künstliche Intelligenz nicht nur als Analysehilfe, sondern als zentralen Entscheidungsbaustein direkt in den Forschungs- und Entwicklungsprozess zu integrieren.

Damit geht Lilly einen Schritt weiter als klassische „KI-Pilotprojekte“. Die Partnerschaft soll die Wirkstoffsuche beschleunigen, Studiendesigns optimieren und Erfolgswahrscheinlichkeiten in der klinischen Entwicklung verbessern. Gelingt das, könnte sich der Ansatz in Form schnellerer Zulassungen und effizienterer F&E-Ausgaben im Zahlenwerk niederschlagen – ein Argument, das Analysten bei der Bewertung der hohen Multiples im Hinterkopf haben.

Klärung von M&A-Gerüchten

Für Beruhigung bei spekulativen Anlegern sorgte eine klare Ansage im Übernahmeumfeld. Der CEO des französischen Biotech-Unternehmens Abivax dementierte ausdrücklich laufende Übernahmegespräche mit Lilly. Damit ist vorerst der Druck aus Gerüchten um einen möglichen Deal herausgenommen.

Die Folge: Der Markt kann den Fokus wieder stärker auf Lillys eigene Pipeline und bestehende Kooperationen legen, statt potenzielle Verwässerungseffekte oder Integrationsrisiken zu diskutieren. In einer Phase, in der der Konzern ohnehin massiv in Kapazitäten und Technologie investiert, ist diese Klarheit keine schlechte Nachricht.

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Analysten stützen hohe Bewertung

Trotz bereits ambitionierter Bewertung bleibt der Analystenblick konstruktiv. Guggenheim bestätigte sein „Buy“-Rating und passte das Kursziel nur minimal von 1.163 auf 1.161 US-Dollar an – ein kosmetischer Schritt, der die positive Grundhaltung unterstreicht.

Jefferies zeigt sich noch zuversichtlicher und sieht das Papier bei 1.300 US-Dollar. Begründung: die Kombination aus starker Onkologie-Pipeline und der dominierenden Position im Markt für Adipositas- und Diabetesmedikamente (GLP-1). Aus Sicht der Analysten rechtfertigt dieser Doppelhebel ein Bewertungsniveau, das deutlich über dem Branchenschnitt liegt.

Einordnung im Marktumfeld

Die relative Stärke von Lilly sticht vor allem vor dem Hintergrund des jüngsten Marktumfelds ins Auge. Während große US-Indizes am Dienstag deutlich unter geopolitischem Druck standen, gelang es dem Wert laut Originalbericht, sich dem Abwärtssog zu entziehen.

Fundamental stützt die Rolle als wachstumsstarker Defensivtitel. Neben GLP‑1-Produkten setzt der Konzern auf eine breitere Pipeline und investiert massiv in die Produktionsbasis. Ein Beispiel dafür ist ein 6-Milliarden-US-Dollar-Projekt für einen neuen Produktionsstandort in Huntsville (Alabama), der mehrere hundert Arbeitsplätze schaffen und die Lieferfähigkeit für wichtige Medikamente absichern soll. Solche Kapazitätsausbauten sind zentral, um die hohe Nachfrage im Adipositas- und Diabetesbereich bedienen zu können.

Auch aus langfristiger Perspektive hat sich das Engagement ausgezahlt: Über fünf Jahre legte die Aktie laut Originaldaten um mehr als 415 % zu, die Marktkapitalisierung bewegt sich inzwischen im Bereich von rund 932 Milliarden US-Dollar – ein Niveau, das Lilly in die Spitzengruppe der global wertvollsten Unternehmen bringt.

Bewertung, Technik und Ausblick

Bewertungsseitig ist die Messlatte hoch: Die Aktie wird auf Basis der erwarteten Gewinne 2025 etwa mit einem Forward-KGV von 45,4 gehandelt. Analysten rechnen mit einem Gewinn je Aktie von rund 23,75 US-Dollar für 2025 – entsprechend hoch sind die Erwartungen an Wachstum und Margenstabilität.

Technisch betrachtet spiegelt die jüngste Korrektur einen gewissen Luftablass nach dem starken Anstieg der vergangenen zwölf Monate wider. Der gestrige Schlusskurs von 913,50 Euro liegt rund 17,5 % unter dem 52‑Wochen-Hoch, aber weiterhin deutlich über dem 200‑Tage-Durchschnitt; der RSI von 28,5 deutet kurzfristig auf ein überverkauftes Niveau hin.

Für die nächsten Wochen rücken insbesondere zwei Punkte in den Vordergrund: der weitere Verlauf der Phase‑3‑Studie zu Sofetabart Mipitecan und die konkrete Umsetzung des KI‑Labs mit NVIDIA. Gleichzeitig steht der nächste Quartalsbericht an, bei dem der Markt genau darauf achten dürfte, ob Lilly den hohen Erwartungen bei Umsatzwachstum und Margen gerecht wird und ob sich erste Effekte aus den laufenden Investitionen abzeichnen.

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