Diginex Aktie: Expansion mit zwei Zukäufen
Diginex setzt seine Wachstumsstrategie mit zwei Übernahmen in kurzer Folge um und stärkt damit seine Position im Markt für ESG- und RegTech-Software. Innerhalb von zwei Tagen sicherte sich das Unternehmen die Berliner KI-Plattform Plan A sowie The Remedy Project aus Hongkong. Im Zentrum steht die Frage, ob der Ausbau von Technologie und Kundenbasis den klar erkennbaren Verwässerungseffekt für Aktionäre rechtfertigt.
Die Fakten im Überblick
- Erwerb der KI-basierten Carbon-Accounting-Plattform Plan A für rund 55 Millionen Euro
- Einstieg von Visa und Deutsche Bank in den Diginex-Aktionärskreis
- Übernahme von The Remedy Project mit aktienbasiertem Earnout-Modell
- Marktkapitalisierung von rund 822 Millionen US-Dollar
- Umsatzwachstum im ersten Halbjahr 2025 um 293 % auf 2,0 Millionen US-Dollar
- Ausgabe von mindestens 7,72 Millionen neuen Aktien, potenziell bis zu 8,72 Millionen
Plan A: KI-Plattform für Emissionen
Für Plan A unterzeichnete Diginex am 7. Januar 2026 einen verbindlichen Kaufvertrag mit einem Gesamtvolumen von rund 55 Millionen Euro. Die Gegenleistung besteht aus 3 Millionen Euro in bar sowie 6.720.317 neuen Diginex-Aktien im Wert von 52 Millionen Euro.
Mit der Transaktion werden Visa und Deutsche Bank, bisherige Investoren von Plan A, zu Aktionären von Diginex. Damit erweitert sich die institutionelle Aktionärsbasis um zwei international etablierte Finanzadressen.
Strategisch bündelt Diginex seine bestehenden ESG-Reporting-Fähigkeiten mit der KI-gestützten Carbon-Accounting-Technologie von Plan A. Ziel ist eine integrierte Plattform, die regulatorische Nachhaltigkeitsberichterstattung, Lieferketten-Emissionen und Dekarbonisierungsstrategien in einem System abdeckt.
Der adressierte Markt gilt als wachstumsstark: Studien erwarten für ESG-Software bis 2030 ein jährliches Wachstum von 20 bis 25 % (CAGR). Das Marktvolumen könnte dann 80 bis 100 Milliarden US-Dollar erreichen.
Remedy Project: Menschenrechte in Lieferketten
Nur einen Tag nach dem Plan A-Deal, am 8. Januar 2026, schloss Diginex die Übernahme von The Remedy Project ab. Die Beratungsgesellschaft aus Hongkong ist auf Arbeits- und Menschenrechte in globalen Lieferketten spezialisiert.
Die Kaufpreisstruktur ist vollständig aktienbasiert:
- 1.000.000 Diginex-Aktien bei Closing
- bis zu 1.000.000 zusätzliche Aktien, sofern definierte Earnout-Ziele innerhalb von drei Jahren erreicht werden
Mit diesem Schritt adressiert Diginex die zunehmenden regulatorischen Anforderungen an Human Rights Due Diligence, insbesondere im Umfeld strenger werdender europäischer Lieferkettengesetze.
Bewertung, Wachstum und Verwässerung
Die Marktkapitalisierung liegt derzeit bei rund 822 Millionen US-Dollar. Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025 steigerte Diginex den Umsatz um 293 % auf 2,0 Millionen US-Dollar. Treiber waren vor allem Lizenzgebühren aus White-Label-Versionen der ESG-Plattform.
Die Finanzierung der Zukäufe erfolgt überwiegend über Aktien. Aus den Transaktionen entstehen mindestens 7,72 Millionen neue Papiere. Bei voller Earnout-Ausschüttung im Rahmen der Remedy-Übernahme steigt die Zahl auf 8,72 Millionen Aktien. Der Verwässerungseffekt für bestehende Anteilseigner ist damit deutlich, steht aber einem Ausbau von Technologie, Marktpräsenz und Kundenstamm gegenüber.
Kundenbasis und Skalierungschancen
Über die kombinierte Plattform werden bereits mehrere große Konzerne adressiert, darunter:
- HSBC
- Coca-Cola
- Visa
- BMW
Diese Kundenbeziehungen eröffnen Potenzial für Cross-Selling der erweiterten ESG- und Compliance-Lösungen. Insbesondere die Verbindung von Emissionsmanagement, Lieferketten-Transparenz und Menschenrechts-Compliance in einer integrierten Plattform schafft Ansatzpunkte für zusätzliche Lizenzumsätze.
Integration und regulatorisches Umfeld
Operativ rückt nun die Integration der beiden Übernahmen in den Vordergrund. Zwei Zukäufe innerhalb weniger Tage binden Managementkapazitäten und erfordern eine klare Umsetzung bei Systemlandschaft, Produktangebot und Vertrieb.
Plan A bringt einen etablierten europäischen Kundenstamm ein, während Diginex Zugänge zu asiatischen und nordamerikanischen Märkten bietet. Die Kombination zielt auf eine globale Abdeckung, insbesondere an der Schnittstelle von Klimaberichtspflichten und Lieferkettenregulierung.
Die verschärften Klimaberichtsvorgaben – vor allem im Bereich der Scope-3-Emissionen – erhöhen den Bedarf an umfassenden ESG-Lösungen. Mit der Doppel-Akquisition positioniert sich Diginex als Anbieter, der regulatorische Berichterstattung, Dekarbonisierungsplanung und menschenrechtliche Sorgfaltspflichten in Lieferketten in einem erweiterten Produktportfolio zusammenführt. Wie erfolgreich dieser Ansatz wird, hängt nun maßgeblich vom Tempo und der Qualität der Integration in den kommenden Quartalen ab.
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