Rückzug aus dem Flughafeneinzelhandel, Führungswechsel bei TAG Heuer und ein Aktienkurs auf Talfahrt — LVMH navigiert derzeit durch ein ungewöhnlich dichtes Bündel an Herausforderungen. Seit Jahresbeginn hat die Aktie rund 26 Prozent verloren, womit die Marktkapitalisierung erstmals von Erzrivale Hermès übertroffen wurde.

Defizitäres Reisegeschäft wird abgestoßen

Der konkreteste strategische Schritt ist der Rückzug aus dem US-Flughafeneinzelhandel. Über die DFS-Tochter schließt LVMH mehrere Konzessionen an Flughäfen in Kalifornien und Hawaii — darunter Los Angeles International und San Francisco International. Die Konzessionen in Kalifornien sollen voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 an Duty Free Americas übergehen. Finanzchefin Cécile Cabanis hatte das Engagement zuvor deutlich bewertet: Der Konzern habe mit DFS hunderte Millionen Euro verbrannt.

Das Travel-Retail-Geschäft war lange als Wachstumstreiber gesehen worden, erwies sich aber als kapitalintensiver Fehltritt. Der Rückzug markiert eine klare Neuausrichtung hin zu Markenpräsenz und globalem Marketing statt physischer Fläche an Transitpunkten.

TAG Heuer bekommt erstmals eine Chefin

Gleichzeitig vollzieht LVMH einen historischen Führungswechsel in der Uhrensparte. Béatrice Goasglas übernimmt ab 1. Mai 2026 die CEO-Position bei TAG Heuer — als erste Frau an der Spitze der 166-jährigen Marke. Sie folgt auf Antoine Pin, der die Uhrenmanufaktur nach etwas mehr als einem Jahr überraschend verlassen hatte.

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Goasglas kennt das Unternehmen seit 2018 aus verschiedenen Führungspositionen in Genf, Singapur und Miami. Ihre Aufgabe: die Markenstrategie weiterentwickeln und die Formel-1-Partnerschaft nutzen, die 2025 startete, als TAG Heuer Rolex als offiziellen Zeitnehmer der Rennserie ablöste. Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy bezeichnete TAG Heuer zuletzt als „die widerstandsfähigste reine Uhrenmarke des Konzerns" — gestützt durch genau diese erhöhte Sichtbarkeit.

Schwache Fundamentaldaten, enger Spielraum

Der operative Hintergrund bleibt belastend. Im vierten Quartal 2025 sanken die Umsätze um fünf Prozent, der Jahresnettogewinn fiel um 13 Prozent auf 10,9 Milliarden Euro. Im Kernbereich Mode und Lederwaren — zu dem Louis Vuitton und Christian Dior gehören — betrug der organische Umsatzrückgang im Schlussquartal drei Prozent, schlechter als von Analysten erwartet. Chinesische Konsumausgaben, die für rund ein Drittel des Umsatzes stehen, bleiben durch wirtschaftliche Unsicherheit und Schwäche im Immobiliensektor gedämpft.

Mit dem Kurs von rund 477 Euro notiert die Aktie deutlich unterhalb ihres 200-Tage-Durchschnitts und nicht weit vom 52-Wochen-Tief entfernt. Der RSI liegt bei knapp 31 — ein Niveau, das technisch als überverkauft gilt.

Zwei Termine werden in den kommenden Wochen Aufmerksamkeit auf sich ziehen: die Hauptversammlung am 23. April und die Q1-Ergebnisse, die ebenfalls im April erwartet werden. Sollte sich das Travel-Retail-Geschäft nach dem Rückzug aus den Verlustkonzessionen stabilisieren, könnte das erste Quartal erste Hinweise auf eine Trendwende liefern.

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