Liebe Leserinnen und Leser,

es herrscht eine gespenstische Asymmetrie an diesem Montagmittag. Während die Händler an der Wall Street den „Martin Luther King Jr. Day" begehen und die Bildschirme dunkel bleiben, spielt sich in Frankfurt ein Drama ab, das ohne die üblichen Liquiditäts-Puffer aus Übersee umso härter aufschlägt.

Gestern diskutierten wir an dieser Stelle noch über die theoretischen Implikationen von Donald Trumps Arktis-Ambitionen. Heute liefert der Markt die praktische Quittung. Die Marke von 25.000 Punkten im DAX – lange Zeit als psychologischer Boden verteidigt – ist nicht einfach gefallen; sie wurde von einer geopolitischen Abrissbirne zertrümmert. Was wir erleben, ist die materielle Manifestation dessen, was am Wochenende noch wie ein diplomatisches Muskelspiel wirkte. Wenn Politik auf Preise trifft, gewinnt im Jahr 2026 fast immer die Volatilität.

Flucht aus der Substanz, rein in die Rüstung

Der Auslöser für den heutigen Kursrutsch von rund 1,5 Prozent (DAX aktuell bei ca. 24.919 Punkten) klingt fast zu bizarr für eine seriöse Marktanalyse, ist aber bittere Realität: Grönland. Trumps Drohung, Zölle von 10 Prozent (steigend auf 25 Prozent ab Juni) gegen acht europäische Länder zu verhängen, bis ein „Deal" über die Insel steht, hat die Märkte auf dem falschen Fuß erwischt.

Besonders schmerzhaft ist die Sektor-Rotation, die wir heute beobachten. Es ist eine Flucht aus der industriellen Substanz in die militärische Absicherung:

  • Die Verlierer: Die deutsche Automobilindustrie steht im Fadenkreuz. BMW (-4,4 %), Porsche (-4,3 %) und VW (-3,7 %) werden abgestraft. Die Logik der Anleger ist simpel: Zölle treffen Exportweltmeister zuerst. Eine Analyse von Barclays bestätigt heute Morgen, dass deutsche Autobauer am stärksten exponiert sind.
  • Die Gewinner: Rheinmetall und Hensoldt legen gegen den Trend zwischen 3 und 5 Prozent zu. Die zynische, aber korrekte Wette des Marktes lautet: Wenn der transatlantische Ton rauer wird, müssen Europas Verteidigungsausgaben steigen – ob man will oder nicht.

Die EU plant bereits einen Sondergipfel und prüft ihre „Handels-Bazooka". Doch für den Moment regiert in Frankfurt die Angst vor einer Spirale, die QC Partners bereits als „noch nie dagewesen" bezeichnet.

China: Ziel erreicht, Motor abgewürgt

Während der Blick starr nach Washington gerichtet ist, kommen aus Peking Zahlen, die für die deutsche Exportwirtschaft eigentlich noch besorgniserregender sind.

China hat sein Wachstumsziel von 5,0 Prozent für 2025 zwar punktgenau erreicht – eine fast schon chirurgische Präzision, die bei Statistikern stets für hochgezogene Augenbrauen sorgt. Doch der Blick unter die Motorhaube offenbart massive Probleme: Das Wachstum im vierten Quartal hat sich auf 4,5 Prozent abgekühlt, das schwächste Quartal seit drei Jahren.

Noch alarmierender für Unternehmen wie LVMH oder die deutschen Autobauer: Die Einzelhandelsumsätze im Dezember wuchsen nur noch um mickrige 0,9 Prozent. Der chinesische Konsument spart, statt zu konsumieren. Wenn die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt bremst und die größte Volkswirtschaft (USA) Zölle hochzieht, wird die Luft für die exportorientierte Deutschland AG dünn.

Douglas und der sparsame Kunde

Ein interessantes Mosaiksteinchen liefert heute Morgen die Douglas AG, das ins chinesische Bild passt. Der Umsatz stieg im Weihnachtsquartal zwar um 1,7 Prozent, aber die Margen stehen unter Druck. Das Management spricht von „preissensiblen Kunden". Die Aktie verliert in einem ohnehin schwachen Umfeld fast 4 Prozent. Die Botschaft ist global konsistent: Der Konsument hält das Geld zusammen.

Fluchtwerte und Lichtblicke

In diesem Umfeld verwundert es kaum, dass die klassischen „Angst-Währungen" florieren. Gold kletterte im heutigen Handel auf über 4.670 USD je Unze (+1,6 %), Silber notiert auf Rekordniveau bei über 93 USD. Es ist das klassische Muster: Wenn Fiat-Währungen zum Spielball der Handelspolitik werden, glänzt das Edelmetall.

Gibt es Lichtblicke? Durchaus, wenn man genau hinsieht:

  • Bayer: Die Aktie springt um 7 Prozent an. Der US Supreme Court hat den Fall „Durnell" zur Prüfung angenommen – ein potenzieller Wendepunkt im scheinbar endlosen Glyphosat-Drama.
  • Inflation: In der Eurozone fiel die Teuerungsrate im Dezember überraschend auf 1,9 Prozent und damit unter das EZB-Ziel. Das gibt der Notenbank Spielraum, den sie angesichts der konjunkturellen Eintrübung dringend brauchen wird.
  • Innovation: SAP und Fresenius kündigten heute eine strategische KI-Partnerschaft für das Gesundheitswesen an. Ein Signal, dass trotz Makro-Chaos operativ weiter an der Zukunft gebaut wird.
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Ein Blick auf die heutigen Kurssprünge bei Bayer (+7 %) und Rheinmetall (+5 %) verdeutlicht, wie schnell sich in volatilen Märkten Gewinnchancen auftun – wenn man die richtigen Signale erkennt. Genau für solche Marktphasen hat Chefanalyst Carsten Müller ein Trading-System entwickelt, das gezielt auf Kursausbrüche mit hohem Volumen und fundamentalen Katalysatoren setzt. In seinem kostenlosen Webinar zur „Cash-Rallye" zeigt er, wie sein System zweimal wöchentlich konkrete Trade-Signale generiert – ob bei Rüstungsaktien, Technologiewerten oder Rohstoffen. Die bisherigen Ergebnisse sprechen für sich: Rheinmetall brachte +136,5 % Gewinn, Siemens Energy +96,9 %, im Durchschnitt rund 62,5 % pro Trade. Sie erhalten heute Ihren ersten Cash-Trade kostenlos sowie einen exklusiven Sektor-Report zu den vier gewinnstärksten Branchen bis 2027. Details zum Cash-Alarm-System und kostenloser Einstiegs-Trade

Was die Woche noch bringt

Da die US-Börsen heute geschlossen bleiben, fehlt dem Markt das Korrektiv – oder der Beschleuniger – aus New York. Ab morgen, wenn der Handel an der Wall Street wieder anläuft, werden wir sehen, ob die US-Investoren die Grönland-Rhetorik ebenso ernst nehmen wie die Europäer.

Zudem stehen in dieser Woche Quartalszahlen von Netflix (Dienstag) und Intel (Donnerstag) an. Sie werden zeigen, ob der Tech-Sektor sich von der geopolitischen Schwere abkoppeln kann. Und in Japan hat Premierministerin Takaichi heute Neuwahlen für den 8. Februar ausgerufen – ein weiterer Unsicherheitsfaktor auf der Weltkarte.

Bleiben Sie wachsam. In Märkten, die von politischen Schlagzeilen getrieben werden, ist Liquidität oft der beste Hedge.

Herzlichst,

Ihr

Eduard Altmann