Die Blockade der Straße von Hormus schickt Schockwellen durch das Frankfurter Parkett. Während die Ölpreise in die Höhe schießen, sieht sich die Europäische Zentralbank mit einem toxischen Mix aus steigender Inflation und sinkendem Wirtschaftswachstum konfrontiert. Für den deutschen Leitindex bedeutet diese geopolitische und geldpolitische Gemengelage den tiefsten Einschnitt des noch jungen Börsenjahres.

Stagflation als Realszenario

Die jüngste Sitzung der EZB lieferte die offizielle Bestätigung für die wachsenden Marktsorgen. Zwar beließen die Währungshüter den Einlagesatz zum sechsten Mal in Folge bei 2 Prozent, passten aber ihre Prognosen drastisch an. Die Inflationserwartung für 2026 kletterte von 1,9 auf 2,6 Prozent, während die Wachstumsaussichten auf magere 0,9 Prozent zusammengestrichen wurden. Analysten der Deutschen Bank zogen umgehend nach und senkten ihre Schätzung für das deutsche Wirtschaftswachstum auf lediglich 1 Prozent. Das Gespenst der Stagflation ist damit in den Handelssälen angekommen.

Diese fundamentale Eintrübung spiegelt sich unmissverständlich in der Kursentwicklung wider. Allein am Freitag verlor das Barometer 1,84 Prozent und ging bei 22.419,50 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht summiert sich das Minus auf 4,40 Prozent. Damit hat sich der Index spürbar von seiner wichtigen 200-Tage-Linie entfernt, die aktuell bei 24.180 Punkten verläuft. Seit Jahresbeginn steht mittlerweile ein empfindlicher Verlust von 8,64 Prozent zu Buche, getrieben von der anhaltenden Schwäche exportabhängiger Industriewerte und energieintensiver Konzerne.

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Sektorrotation und Unternehmensmeldungen

Abseits der makroökonomischen Verwerfungen sorgten einzelne Unternehmensmeldungen für Bewegung. Hugo Boss stemmte sich mit der Ankündigung eines 200 Millionen Euro schweren Aktienrückkaufprogramms erfolgreich gegen den negativen Markttrend. Airbus hingegen enttäuschte die Anleger mit einem Auslieferungsrückgang von 17 Prozent in den ersten beiden Monaten des Jahres. Die ambitionierten Produktionsziele des Flugzeugbauers rücken durch diese Zahlen in weite Ferne. Im Technologiesektor verzeichnete Infineon nach den jüngsten Rücksetzern zumindest eine technische Gegenbewegung.

Die weitere Richtung des Marktes hängt nun massiv von der geopolitischen Entwicklung ab. Investoren blicken auf die diplomatischen Bemühungen um eine Öffnung der Straße von Hormus sowie auf alternative Öl-Routen aus Saudi-Arabien und dem Irak. Unabhängig von der Weltpolitik stehen am Montag, den 23. März, konkrete strukturelle Anpassungen auf dem Programm, wenn die planmäßigen Indexwechsel in den Nebenwerte-Indizes MDAX und SDAX vollzogen werden.

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