DAX: Ölpreisschock belastet
Iranische Angriffe auf Ölinfrastruktur in Bahrain und auf Tanker vor der irakischen Küste haben den Brent-Ölpreis zeitweise in Richtung der 100-Dollar-Marke getrieben — und den DAX kräftig unter Druck gesetzt. Der deutsche Leitindex rutschte am Freitag kurzzeitig unter die 23.000-Punkte-Marke, bevor eine zaghafte Erholung einsetzte.
Die Geopolitik am Persischen Golf bestimmt das Marktgeschehen derzeit stärker als jeder Konjunkturdatenpunkt. Steigende Energiepreise schüren Sorgen vor höheren Produktionskosten — besonders für die exportabhängige deutsche Industrie. Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, bringt es auf den Punkt: Höhere Energiekosten würden die Investitionsneigung im globalen verarbeitenden Gewerbe dämpfen und träfen die deutsche Industrie besonders hart. Auch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt, dass der Nahost-Konflikt die wirtschaftliche Erholung in Deutschland zwar nicht stoppen, aber spürbar bremsen dürfte.
Finanzwerte unter Druck, Zalando als Ausreißer
Die Risikoaversion erfasste den gesamten Markt — doch die Verluste verteilten sich ungleich. Finanzwerte wie Deutsche Bank (−3,8%) und Commerzbank (−2,3%) gehörten zu den größten Verlierern. Lufthansa litt gleich doppelt: steigende Kerosinpreise und ein laufender Pilotenstreik belasteten die Aktie zusätzlich. BMW meldete zudem einen Umsatz- und Gewinnrückgang, was den Automobilsektor weiter schwächte.
Gegen den Trend stach Zalando hervor: Ein angekündigter Aktienrückkauf trieb die Aktie um mehr als 13% nach oben — ein seltenes Ausrufezeichen in einer ansonsten trüben Sitzung.
Technisch angespannte Lage
Der DAX notierte zuletzt rund 5,4% unterhalb seines 50-Tage-Durchschnitts und hat seit Jahresbeginn knapp 4,5% verloren. Charttechnisch fungiert die 23.000-Punkte-Marke als kritische Unterstützung. Hält diese nicht nachhaltig, rückt das Jahrestief bei rund 22.928 Punkten in den Blick. Auf der Oberseite markiert das Tageshoch vom 10. März bei 24.067 Punkten den ersten relevanten Widerstand — erst ein Anstieg darüber würde das kurzfristige Bild aufhellen.
Die EZB ließ ihren Leitzins unterdessen wie erwartet bei 2% unverändert. Für die Sitzung am 19. März gilt eine Zinssenkung als unwahrscheinlich. Solange die geopolitische Lage am Persischen Golf keine klare Entspannung zeigt, bleibt der Aufwärtsdruck auf die Energiepreise — und damit der Abwärtsdruck auf den DAX — das bestimmende Thema.
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