Der Iran-Krieg hat den deutschen Aktienmarkt heute mit voller Wucht erfasst. Der DAX brach um 3,1 Prozent auf 22.790 Punkte ein – der tiefste Stand seit Ende April 2025. In zwei Handelstagen purzelten damit rund 1.000 Punkte.

Was steckt dahinter? Im Kern ist es die Erkenntnis, dass dieser Konflikt keine kurze Eskalation bleibt, sondern sich zu einem handfesten Wirtschaftsproblem auswächst. Institutionelle Anleger, die anfangs auf ein schnelles Ende der Feindseligkeiten gesetzt hatten, zogen heute reihenweise die Reißleine.

Ölpreisschock als Haupttreiber

Ein Barrel Brent-Öl kostet knapp 115 Dollar. Das ist kein normaler Preisanstieg mehr. Die iranische Blockade der Straße von Hormus hat eines der wichtigsten Energienadelöhre der Weltwirtschaft zum Stillstand gebracht – täglich fehlen rund 20 Millionen Barrel Öl auf dem Weltmarkt. Obendrauf kamen Angriffe auf Flüssiggasanlagen in Katar, die die europäischen Gaspreise zeitweise um mehr als 30 Prozent in die Höhe trieben.

Deutschland trifft das besonders hart. Die hohe Exportabhängigkeit vieler Branchen macht die hiesige Wirtschaft anfällig für eine globale Konjunkturabkühlung. Dazu kommen steigende Energiekosten, die Unternehmen und Verbraucher gleichermaßen belasten.

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EZB zwischen Inflation und Wachstum

Die EZB ließ ihre Leitzinsen heute zum sechsten Mal in Folge unverändert bei 2,0 Prozent. Doch ihre Botschaft war alles andere als beruhigend: Für 2026 erwartet die Notenbank nun eine Inflationsrate von 2,6 Prozent im Euroraum – noch zu Jahresbeginn ging sie von lediglich 1,9 Prozent aus. Gleichzeitig wurde die Wachstumsprognose auf magere 0,9 Prozent gestutzt.

Das ist das klassische Dilemma: Zinssenkungen würden den Inflationsdruck weiter anheizen, Zinserhöhungen das ohnehin lahme Wachstum abwürgen. Einige Ökonomen schließen bei einer anhaltenden Blockade der Straße von Hormus einen deutlichen Zinsanstieg nicht aus – was den Immobilienwerten zusätzlich zusetzen würde. Vonovia verlor heute prompt 10,3 Prozent, belastet durch steigende Anleiherenditen.

Auffallend: Die Anleihemärkte haben die Arbeit der EZB teilweise schon erledigt. Die Renditen zweijähriger Bundesanleihen kletterten von rund zwei Prozent Ende Februar auf zuletzt 2,6 Prozent – ganz ohne Zutun der Notenbank.

Der Rutsch des DAX unter die 23.000-Punkte-Marke hat charttechnisch ein weiteres Verkaufssignal ausgelöst und die Abwärtsbewegung beschleunigt. Schwergewichte wie Siemens Energy und Siemens zogen den Index mit nach unten. Lichtblicke gab es kaum – United Internet und seine Töchter IONOS sowie 1&1 sprangen nach soliden Quartalszahlen deutlich an, blieben aber Einzelfälle in einem roten Markt.

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