DAX: Abwärtssog verstärkt sich
Der DAX kommt nicht zur Ruhe. Nach einem freundlichen Start am Donnerstagmorgen bei 24.607 Punkten drehte der Leitindex schnell ins Minus und baute die Verluste im Tagesverlauf deutlich aus. Am Nachmittag stand ein Minus von 0,81 Prozent auf 24.405 Punkte zu Buche. Damit vergrößert sich der Abstand zur psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke weiter.
Erst am 13. Januar hatte der Index mit 25.508 Punkten ein Allzeithoch markiert – seither hat sich die Stimmung merklich eingetrübt. Die erhoffte Rückkehr der Risikobereitschaft lässt auf sich warten. Ausgerechnet jetzt, wo erste positive Konjunktursignale aus Deutschland kommen.
Wenn gute Nachrichten nicht mehr helfen
Die Ironie der Situation: Die deutsche Industrie meldete heute das stärkste monatliche Auftragsplus seit zwei Jahren. Das Sondervermögen der Bundesregierung scheint endlich Wirkung zu zeigen. Doch die Börse interessiert das momentan wenig. Während die Wirtschaft möglicherweise die Talsohle hinter sich lässt, ziehen Anleger ihr Kapital aus Aktien ab.
Der Grund: An der Wall Street wächst die Nervosität. Die Magnificent Seven geraten unter Druck, obwohl sie solide Quartalszahlen vorlegen. Das Problem sind die massiven KI-Investitionen. Google-Mutter Alphabet kündigte nach US-Börsenschluss an, die Ausgaben für Künstliche Intelligenz nahezu zu verdoppeln. Anleger fragen sich zunehmend: Wann rechnen sich diese Milliarden?
EZB bleibt gelassen – vorerst
Die Europäische Zentralbank ließ heute erwartungsgemäß den Leitzins unangeändert bei 2,0 Prozent. Bereits die fünfte Sitzung in Folge ohne Änderung. Die Inflationsrate im Euroraum sank im Januar auf 1,7 Prozent – der tiefste Stand seit September 2024 und deutlich unter dem EZB-Ziel von 2,0 Prozent.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde zeigte sich entspannt: "Wir sind in einer guten Lage." Doch hinter den Kulissen wächst die Sorge über den starken Euro. Die Gemeinschaftswährung übersprang jüngst zeitweise die Marke von 1,20 Dollar – erstmals seit 2021. Verantwortlich dafür ist die unberechenbare Politik von US-Präsident Donald Trump, die das Vertrauen in den Dollar schwächt.
Für deutsche Exporteure wird die Lage dadurch schwieriger. Ihre Waren werden auf den Weltmärkten teurer. Österreichs EZB-Ratsmitglied Martin Kocher sieht bei weiterem Euro-Anstieg bereits Handlungsdruck für Zinssenkungen.
Branchen im Verkaufsmodus
Die Stimmung am deutschen Aktienmarkt ist angespannt. Quartalsbilanzen werden überwiegend mit Kursverlusten quittiert, selbst wenn die Zahlen stimmen. Siemens Healthineers starteten zunächst fest, drehten dann aber ins Minus und verloren 2,6 Prozent.
Besonders hart traf es die Automobilbranche. Schwache Zahlen von Volvo Cars zogen BMW, Mercedes und Volkswagen mit nach unten – teils mit Verlusten von über 4 Prozent. Auch Rüstungswerte wie Rheinmetall gerieten unter Druck und gaben mehr als 7 Prozent ab. Die fortgesetzten Ukraine-Gespräche dämpfen hier die Erwartungen.
Hinzu kommt die angespannte Lage an den Rohstoffmärkten. Der Silberpreis setzt seine Talfahrt fort und nähert sich der Marke von 60 Dollar. Auch Bitcoin beschleunigt seinen Abwärtstrend. Diese Verwerfungen schüren bei Anlegern die Angst vor Anschlussverkäufen in anderen Anlageklassen.
Aus den USA kamen heute zudem schwache Arbeitsmarktdaten. Die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe stieg um 22.000 auf 231.000 – deutlich mehr als die erwarteten 212.000. Ein weiterer Belastungsfaktor für die ohnehin nervösen Märkte.
Die Frage ist jetzt, ob sich der DAX in den kommenden Tagen stabilisieren kann. Sollte die Schwäche anhalten, dürften auch langfristig orientierte Anleger beginnen, ihre Positionen aufzulösen. Das junge Börsenjahr 2026 steht vor seiner ersten ernsthaften Bewährungsprobe.
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