Drei Tage vor der entscheidenden Jahresergebniskonferenz positioniert sich Daimler Truck strategisch neu: Autonome Lkw rollen durch Michigan, eine neue Motorengeneration steht in den Startlöchern. Doch die Zahlen des vergangenen Jahres zeigen deutliche Bremsspuren – vor allem aus Nordamerika. Am 12. März muss das Management liefern.

Nordamerika-Geschäft unter Druck

Die Bilanz für 2025 fällt ernüchternd aus: Der Konzernabsatz sank von 460.409 auf 422.510 Einheiten. Hauptverantwortlich dafür war das Segment Trucks North America, das mit nur 141.814 verkauften Einheiten deutlich hinter dem Vorjahreswert von 190.727 Stück zurückblieb. Ein schwacher Frachtmarkt und regulatorische Unsicherheiten hielten Kunden in Wartestellung.

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Immerhin: Mercedes-Benz Trucks hielt sich mit 159.871 Einheiten stabil (2024: 159.540). Auch beim batterieelektrischen Antrieb zeigt sich Licht am Horizont – der BEV-Absatz kletterte um 67 Prozent auf 6.726 Fahrzeuge. Allerdings bleibt das ein Nischengeschäft im Vergleich zum Gesamtvolumen.

Die Ertragslage verschlechterte sich parallel: Im dritten Quartal 2025 schrumpfte der Gewinn je Aktie auf 0,57 Euro, nach 0,77 Euro im Vorjahr. Der Industrieumsatz rutschte von 12,3 auf 10,6 Milliarden Euro ab, das bereinigte EBIT brach konzernweit um 40 Prozent auf 716 Millionen Euro ein.

Strategische Offensive vor den Zahlen

Ausgerechnet jetzt forciert Daimler Truck mehrere Zukunftsprojekte. Die Tochter Torc Robotics weitet seit dem 24. Februar ihre Tests autonomer Lkw auf öffentliche Straßen in Michigan aus – als dritter Standort neben Dallas-Fort Worth und Blacksburg. Ziel ist die Validierung der Systeme unter härteren Witterungsbedingungen. Das neue Engineering-Büro in Ann Arbor speist Entwicklungsarbeit direkt in die nächste Software-Generation ein.

Parallel bereitet die Motorensparte Detroit die Gen-6-Plattform vor: DD13, DD15 und DD16 sollen die EPA-Emissionsvorschriften 2027 erfüllen und dabei rund drei Prozent mehr Kraftstoffeffizienz liefern. Die Markteinführung der ersten beiden Aggregate ist für Januar 2027 geplant, die DD16 folgt ein Jahr später.

In Europa setzt der Konzern auf Servicequalität: In Koblenz entsteht ein neues Nutzfahrzeugzentrum. Zudem expandiert Daimler Truck Financial Services weiter – jüngst startete der Betrieb in Tschechien.

Dividende und Hauptversammlung im Mai

Für das Geschäftsjahr 2024 zahlte Daimler Truck im Juni 2025 eine Dividende von 1,90 Euro je Aktie. Über die Ausschüttung für 2025 entscheiden die Aktionäre erst auf der Hauptversammlung am 26. Mai 2026. Die Dividendenpolitik sieht eine Quote von 40 bis 60 Prozent des konsolidierten Ergebnisses vor – angesichts des schwachen Jahres dürfte die Vorschlagshöhe mit Spannung erwartet werden.

Was am 12. März zählt

Die virtuelle Jahresergebniskonferenz startet um 9:00 Uhr MEZ, die Finanzdokumente erscheinen bereits um 7:30 Uhr. Analysten und Anleger erwarten vor allem einen klaren Ausblick für 2026: Wie geht das Management mit der nordamerikanischen Schwäche um? Welche konkreten Effekte erwartet der Konzern aus den Investitionen in Autonomie und E-Mobilität? Die strategischen Bausteine stehen – nun muss Vorstandschef Martin Daum zeigen, wie schnell sie wirken können.

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