D-Wave Quantum stellt die Weichen für die nächsten Jahre und übernimmt Quantum Circuits Inc. (QCI) für rund 550 Millionen US-Dollar. Mit dem Schritt will das Unternehmen seine bestehende Annealing-Plattform um eine Gate-Model-Technologie erweitern und sich als Anbieter eines dualen Quantensystems positionieren. Der Kurs gab am Freitag zwar um 3,9 % auf 28,11 US-Dollar nach, gleichzeitig mehren sich aber positive Analystenstimmen zu dem Deal.

Deal-Struktur und strategische Logik

Die Transaktion ist als Mischung aus 250 Millionen US-Dollar in bar und 300 Millionen US-Dollar in Aktien aufgebaut. Für D-Wave bedeutet dies eine strategische Erweiterung des Geschäftsmodells: QCI bringt eine fehlertolerante Gate-Model-Technologie ein, die mit dem etablierten Quantum-Annealing-Geschäft kombiniert werden soll.

Ziel ist die erste durchgängige „Dual-Platform“-Lösung im Markt, die sowohl Optimierungsaufgaben (Annealing) als auch universelles Quantenrechnen (Gate-Model) abdeckt. Damit adressiert D-Wave einen breiteren Anwendungsbereich und versucht, sich technologisch von Wettbewerbern abzugrenzen.

Die unmittelbare Marktreaktion konzentriert sich klar auf den langfristigen Wert des Zusammenschlusses:

  • Rosenblatt Securities erhöht das Kursziel auf 43 US-Dollar und verweist auf das Potenzial eines „technologischen Sprungs“ durch die Kombination aus D-Waves skalierbarer Steuerungsinfrastruktur und QCIs Dual-Rail-Qubit-Architektur.
  • Mizuho startet die Beobachtung mit „Outperform“ und einem Kursziel von 46 US-Dollar, gestützt auf erwartete Synergien in der gemeinsamen Forschung und Entwicklung.
  • Wall Street Zen stuft die Aktie von „Sell“ auf „Hold“ herauf und begründet dies mit einer verbesserten fundamentalen Perspektive, trotz verbleibender Umsetzungsrisiken.

Finanzlage und Bewertung

Finanziell geht D-Wave mit Rückenwind in die Übernahme. Im dritten Quartal 2025 stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 105,6 % auf 3,74 Millionen US-Dollar. Zudem meldete das Unternehmen vor der Transaktion eine Kassenposition von rund 836 Millionen US-Dollar. Damit ist die Bar-Komponente des Deals von 250 Millionen US-Dollar aus Sicht der Liquidität gut abgedeckt, ohne dass kurzfristig eine Verwässerung im Vordergrund steht.

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Die Börsenbewertung bleibt anspruchsvoll:
- Marktkapitalisierung: etwa 10,25 Milliarden US-Dollar
- 52-Wochen-Spanne: 3,74 bis 46,75 US-Dollar

Der Kursverlauf zeigt eine hohe Volatilität, die die ausgeprägten Wachstumserwartungen widerspiegelt. Operativ befindet sich D-Wave weiterhin in einer Investitionsphase mit laufenden Verlusten. Die Integration des QCI-Teams am Standort New Haven und der Aufbau eines neuen F&E-Zentrums dürften die operativen Kosten kurzfristig weiter erhöhen.

Wettbewerb und Marktposition

Im Wettbewerbsumfeld tritt D-Wave mit der Übernahme offensiver gegen Anbieter wie IonQ und Rigetti Computing auf. Während diese hauptsächlich auf Gate-Model-Systeme setzen, verfolgt D-Wave einen hybriden Ansatz:

  • Kurzfristig Erlöse aus bereits einsatzfähigen Annealing-Systemen
  • Parallel der Aufbau fehlertoleranter Gate-Model-Rechner für spätere Kommerzialisierung

Damit differenziert sich das Unternehmen technologisch und zeitlich: heute Monetarisierung im Annealing-Segment, morgen zusätzliche Ertragspotenziale aus Gate-Model-Systemen, sofern die Entwicklung wie geplant voranschreitet.

Ausblick und Kursbild

D-Wave hat sein Ziel bekräftigt, bis Ende 2026 ein kommerzielles Gate-Model-System über den eigenen Leap-Cloud-Service zu starten. Zentrale Aufgabe für das kommende Geschäftsjahr ist die erfolgreiche Integration von QCIs Fehlerkorrektur-Technologie in diese Roadmap.

Auf Analystenseite ergibt sich derzeit ein Konsens von „Moderate Buy“ mit einem durchschnittlichen Kursziel von 33,67 US-Dollar. Gegenüber dem Schlusskurs von 28,11 US-Dollar signalisiert dies rechnerisch weiteres Aufwärtspotenzial, sofern die Integration planmäßig verläuft.

Technisch betrachtet testet die Aktie aktuell eine Unterstützung um die 28-US-Dollar-Marke. Ein stabiler Halt oberhalb dieses Niveaus in der kommenden Woche, zusammen mit konkreteren Angaben zum Integrationsfahrplan, könnte den nächsten Aufwärtsimpuls liefern. Gelingt dies nicht, sind erneute Rücksetzer in frühere Konsolidationszonen möglich, während der Markt die Kosten und Risiken der Übernahme einpreist.

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