D-Wave startet mit kräftigem Rückenwind ins neue Jahr. Das Unternehmen meldet wichtige Fortschritte auf beiden Technologiepfaden und profitiert gleichzeitig von einer starken Neubewertung an der Börse. Die Aktie hat sich in den vergangenen zwölf Monaten deutlich besser entwickelt als der Gesamtmarkt – doch trägt die fundamentale Basis die aktuelle Bewertung?

  • Kurs: 26,29 US-Dollar
  • Marktkapitalisierung: ca. 9,3 Mrd. US-Dollar
  • 12-Monats-Performance: +172,2 %
  • Kasse: rund 836 Mio. US-Dollar
  • Q3-Umsatz: 3,7 Mio. US-Dollar (Verdopplung zum Vorjahr)

Fortschritte bei Fluxonium und Advantage3

D-Wave bestätigt zum Jahresauftakt zentrale Meilensteine seiner Dual-Strategie mit Annealing- und Gate-basierten Systemen.

Im Gate-Programm ist die Fertigung der Fluxonium-Qubit-Chips abgeschlossen. Derzeit läuft das Bonden mit den Steuerchips, um die Architektur für skalierbare, fehlertolerante Quantensysteme zu validieren. Dieser Schritt ist entscheidend auf dem Weg zu einem System mit perspektivisch 100.000 Qubits.

Parallel treibt D-Wave die Annealing-Roadmap voran. Die Herstellung von Prototypchips für das nächste System Advantage3 steht vor dem Abschluss. Schaltungstests sind für das laufende erste Quartal vorgesehen.

Advantage3 soll auf dem im Mai 2025 gestarteten Advantage2-System aufbauen, das bereits in anspruchsvollen Einsatzfeldern genutzt wird. Dazu zählt unter anderem eine Zusammenarbeit mit Davidson Technologies für Anwendungen im Umfeld des US-Verteidigungsministeriums.

Finanziell verfügt D-Wave derzeit über eine komfortable Liquiditätsposition. Nach den Zahlen zum dritten Quartal 2025 lagen die Barmittel bei rund 836 Mio. US-Dollar. Die Quartalsumsätze stiegen auf 3,7 Mio. US-Dollar und damit etwa auf das Doppelte des Vorjahreswerts. Wachstumstreiber sind kommerzielle Implementierungen und Partnerschaften, darunter eine Vereinbarung mit Q-Alliance in Italien im Volumen von 10 Mio. Euro.

Hohe Erwartungen eingepreist

Die deutliche Kursrally hat die Marktkapitalisierung auf etwa 9,3 Mrd. US-Dollar getrieben und die Bewertungsdiskussion verschärft. Die bestätigten Technologie-Meilensteine stützen zwar die Wahrnehmung von D-Wave als leistungsfähigen Entwickler, gleichzeitig sind die Bewertungsmultiplikatoren stark angestiegen.

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Laut einer aktuellen Analyse von The Motley Fool bleibt ein Teil institutioneller Investoren bei reinen Quantum-Playern wie D-Wave, IonQ und Rigetti zurückhaltend. Grund sind vor allem sehr hohe Kurs-Umsatz-Verhältnisse. Bei D-Wave liegt dieses Verhältnis derzeit bei rund 315. Damit spiegelt der Kurs extrem hohe Wachstumserwartungen wider.

Im Vergleich dazu setzen eher defensiv orientierte Investoren teils auf große Technologiekonzerne wie Alphabet, die ebenfalls im Quantum-Bereich aktiv sind, aber breiter aufgestellt und deutlich niedriger bewertet sind.

Auf der anderen Seite stützt der „Momentum“-Ansatz die aktuelle Story: D-Wave positioniert sich als einziger Anbieter, der kommerziell sowohl Annealing- als auch Gate-Model-Systeme bereitstellt. Die hohe Liquiditätsreserve von über 800 Mio. US-Dollar verschafft dabei erheblichen Spielraum, die Hardware-Roadmap voranzutreiben, ohne kurzfristig auf verwässernde Kapitalmaßnahmen angewiesen zu sein.

Branche im Aufwind, Peer-Bewertungen hoch

Der gesamte Quantum-Sektor erlebt derzeit eine breite Neubewertung. Per heute ergeben sich im Branchenvergleich folgende Kennzahlen:

  • IonQ (IONQ): 44,87 US-Dollar Kurs, ca. 15,9 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung
  • Rigetti Computing (RGTI): 22,06 US-Dollar Kurs, ca. 7,4 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung
  • D-Wave Quantum (QBTS): 26,29 US-Dollar Kurs, ca. 9,3 Mrd. US-Dollar Marktkapitalisierung

Die starke 12-Monats-Entwicklung von D-Wave (+172 %) fügt sich in diesen Sektortrend ein. Treiber sind die zunehmende Integration von Quantum-Prozessoren in Rechenzentren und der wachsende Bedarf an Optimierungslösungen, etwa in Logistik und Verteidigung.

Gleichzeitig bleibt das Umfeld bei Halbleitern angespannt: Engpässe bei High-Bandwidth-Memory und laufende Kapazitätsverhandlungen zwischen Nvidia und TSMC unterstreichen, wie hoch die Nachfrage nach leistungsfähiger Recheninfrastruktur insgesamt ist – ein Umfeld, von dem spezialisierte Quantum-Anbieter indirekt profitieren.

Konkreter Ausblick auf Q1

Im Fokus steht nun die Umsetzung der anstehenden Tests für die Advantage3-Prototypen im laufenden Quartal. Gelingt die Validierung der neuen Schaltungsarchitektur, wäre das ein wichtiger Katalysator und könnte die aktuell hohen Bewertungsniveaus technisch untermauern.

Umgekehrt könnte eine Verzögerung beim Bonden der Fluxonium-Steuerchips angesichts der vorangegangenen Rally für spürbare Kursschwankungen sorgen.

Auf Analystenseite richtet sich der Blick vor allem auf die Frage, wie schnell D-Wave die Prototypen in skalierbare, kommerzielle Angebote überführen kann. Mit Advantage2 fließen bereits Umsätze aus Anwendungen in Verteidigungs- und Logistikprojekten. Für das Jahr 2026 erwartet der Markt daher eine beschleunigte Verschiebung von stark F&E-geprägten Aktivitäten hin zu stärker wiederkehrenden Erlösen aus laufenden Kundenprojekten.

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