D-Wave Aktie: Zukauf stärkt Quantum-Strategie
D-Wave Quantum baut sein Geschäftsmodell mit einer milliardenschweren Technologieerweiterung aus. Das Unternehmen übernimmt Quantum Circuits Inc. (QCI) und will damit sowohl Annealing- als auch fehlertolerante Gate-basierte Quantencomputer aus einer Hand anbieten. An der Börse reagierte die Aktie zunächst mit leichten Gewinnmitnahmen.
- Kaufpreis: 550 Mio. US-Dollar
- Struktur: 300 Mio. US-Dollar in Aktien, 250 Mio. US-Dollar in bar
- Ziel: Führende Position bei fehlertoleranter Gate-Model-Quantencomputing-Plattform
- Geplanter Abschluss: Ende Januar 2026 (unter Vorbehalt der Genehmigungen)
Deal-Struktur und strategische Logik
Die Transaktion kombiniert D-Waves Kompetenz bei skalierbaren supraleitenden Prozessoren und der kommerziellen Cloud-Plattform Leap mit der Fehlererkennungs-Technologie von Quantum Circuits.
Der Abschluss ist für Ende Januar vorgesehen und steht unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe nach Hart-Scott-Rodino sowie der NYSE-Zulassung für die neu auszugebenden Aktien.
Mit der Übernahme will D-Wave seine bisherige Position als Anbieter von Annealing-Systemen deutlich ausbauen und sich gleichzeitig im Gate-Modell-Bereich breiter aufstellen.
Technologischer Schub durch Fehlerkorrektur
Kern des Zukaufs ist QCI’s Dual-Rail-Architektur mit integrierter Fehlererkennung. Diese soll Qubits höherer Qualität ermöglichen und zugleich den physischen Ressourcenbedarf für logische Qubits deutlich senken.
D-Wave erwartet, auf dieser Basis das erste vollständig fehlertolerante, skalierte Gate-Modell-System der Branche entwickeln zu können.
Ein erstes Dual-Rail-Gate-Modell-System soll bereits 2026 allgemein verfügbar werden – deutlich früher als im bisherigen internen Entwicklungsplan vorgesehen.
Aussagen des Managements
CEO Alan Baratz sieht D-Wave durch den Deal technologisch klar nach vorne rücken. Er betont, D-Wave habe seine Position als führender Anbieter supraleitender Quantencomputing-Lösungen gefestigt und wolle mit Quantum Circuits den Wettbewerb beim Gate-Modell-Angebot 2026 „überholen“.
QCI-Chef Ray Smets hebt die „correct-first“-Philosophie hervor: Zuerst Fehlerkorrektur, dann Skalierung. In Kombination mit D-Waves globaler Reichweite soll dies die Einführung unternehmensreifer Quantenlösungen beschleunigen.
Stärkung von Forschung und Personal
Mit der Übernahme erhält D-Wave ein zusätzliches Forschungszentrum in New Haven. Das Team von Quantum Circuits um den Yale-Physiker Rob Schoelkopf – einen Pionier der supraleitenden Quantenphysik und der Circuit-QED – wechselt geschlossen zu D-Wave.
Damit verstärkt der Konzern seine F&E-Basis deutlich, insbesondere im Bereich supraleitender Gate-Model-Architekturen.
Analystenreaktion und Finanzrahmen
Wedbush Securities bewertet die Ankündigung positiv. Die Analysten sehen in Quantum Circuits einen starken Partner, der vor allem die Gate-Modell-Fähigkeiten stärkt, während D-Wave bisher vor allem als Annealing-Spezialist galt.
Finanziell geht D-Wave mit komfortabler Liquidität in die Transaktion. Nach den Q3-Zahlen 2025 im November verfügte das Unternehmen über rund 830 Mio. US-Dollar an Barmitteln. Damit lässt sich der Baranteil von 250 Mio. US-Dollar ebenso abdecken wie die fortgesetzte interne Entwicklung.
Im dritten Quartal 2025 erzielte D-Wave:
- Umsatz: 3,74 Mio. US-Dollar (+105,6 % Jahr über Jahr), über den Erwartungen von 3,03 Mio. US-Dollar
- Ergebnis je Aktie: -0,05 US-Dollar, besser als der Konsens von -0,07 US-Dollar
Bereits im Earnings Call hatte Baratz signalisiert, die Gate-Modell-Entwicklung sowohl intern als auch über Zukäufe beschleunigen zu wollen.
Kursreaktion und Marktkontext
Die Aktie schloss gestern bei 30,20 US-Dollar und lag damit 3,42 % unter dem Vortagesschluss von 31,27 US-Dollar. Im vorbörslichen Handel deutete sich mit 29,75 US-Dollar weiterer Druck an. Angesichts des Aktienanteils an der Finanzierung und der Integrationsaufgaben überrascht eine vorsichtige Reaktion nicht.
Über die vergangenen zwölf Monate zeigte die Aktie eine hohe Schwankungsbreite mit einer Spanne von 3,74 bis 46,75 US-Dollar. Seit Jahresbeginn 2026 stieg der Kurs zunächst von 26,94 US-Dollar am 2. Januar auf 31,27 US-Dollar am 6. Januar, bevor die Übernahme angekündigt wurde. Das Handelsvolumen blieb mit 36,6 Mio. Aktien am 7. Januar erhöht, was auf anhaltendes Interesse an Quantenwerten nach dem starken Jahresende 2025 hinweist.
Nächste Termine und Ausblick
Weitere Details zur beschleunigten Produkt-Roadmap will D-Wave auf der hauseigenen Konferenz „Qubits 2026“ am 27. und 28. Januar in Boca Raton vorstellen. Parallel präsentiert das Unternehmen seine Technologie noch bis heute auf der CES 2026 in Las Vegas.
Der Abschluss der Transaktion hängt von den üblichen regulatorischen Genehmigungen und der NYSE-Zulassung für die Gegenleistungsaktien ab. Centerview Partners begleitet D-Wave als exklusiver Finanzberater, die Kanzlei Paul, Weiss, Rifkind, Wharton & Garrison LLP übernimmt die rechtliche Beratung.
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