D-Wave Aktie: Große Übernahme
D-Wave Quantum startet mit einer Milliardenbewertung und einem strategischen Paukenschlag in das neue Jahr: Das Unternehmen kauft Quantum Circuits Inc. (QCI) für 550 Mio. US-Dollar. Damit entsteht der erste Anbieter, der sowohl Quantum Annealing als auch Gate-basierte Quantensysteme aus einer Hand anbieten will. Entscheidend wird sein, ob D-Wave die Integration technisch und finanziell sauber umsetzt.
Deal-Struktur und Technologie
D-Wave zahlt für QCI insgesamt 550 Mio. US-Dollar, aufgeteilt in:
- 300 Mio. US-Dollar in D-Wave-Stammaktien
- 250 Mio. US-Dollar in bar
Die Transaktion zählt zu den größeren Deals im Quantum-Computing-Sektor. Sie steht noch unter dem Vorbehalt der kartellrechtlichen Freigabe nach dem Hart-Scott-Rodino Act sowie der NYSE-Zulassung für die neu auszugebenden Aktien. Centerview Partners berät D-Wave als exklusiver Finanzberater, Paul, Weiss fungiert als Rechtsberater.
Kern der Übernahme ist QCIs proprietäre Dual-Rail-Technologie mit integrierter Fehlererkennung. Sie soll den Bedarf an physischen Qubits je logischem Qubit deutlich senken – ein zentraler Engpass beim Hochskalieren kommerziell nutzbarer Quantensysteme.
D-Wave plant, diese Technologie mit seiner Expertise in skalierbarer supraleitender Prozessorkontrolle und der bestehenden Cloud-Plattform zu kombinieren. Ergebnis soll ein fehlerkorrigierender, supraleitender Gate-Ansatz sein. Ein erstes Dual-Rail-System soll 2026 allgemein verfügbar werden.
CEO Alan Baratz sieht das Unternehmen dadurch „als weltweit führenden Anbieter im Bereich supraleitender Quantencomputer“ positioniert und erwartet, die Branche mit Gate-basierten Produkten und Services ab 2026 „überholen“ zu können. QCI-CEO Ray Smets betont den Komplementärcharakter und spricht von einer beschleunigten Roadmap hin zu kommerziell einsetzbaren Gate-basierten Systemen.
Marktreaktion und Kursentwicklung
Die Aktie reagierte zunächst mit Gewinnmitnahmen. Am 7. Januar schloss QBTS bei 30,20 US-Dollar, ein Minus von 3,42 % zum Vortag (31,27 US-Dollar). Intraday schwankte der Kurs zwischen 30,09 und 32,15 US-Dollar, bei einem Handelsvolumen von rund 36,6 Mio. Aktien.
Im vorbörslichen Handel heute notiert das Papier bei 29,75 US-Dollar, was einem weiteren Rückgang von 1,39 % gegenüber dem Schlusskurs entspricht.
Trotz der jüngsten Schwäche fällt die Bilanz der vergangenen zwölf Monate deutlich positiv aus: Seit Januar 2025 hat sich der Kurs etwa verdreifacht – von rund 6 auf über 30 US-Dollar. Das 52-Wochen-Hoch von 46,75 US-Dollar stammt vom 15. Oktober 2025.
Strategische Position im Wettbewerb
Dual-Plattform-Ansatz
Mit der Übernahme verfolgt D-Wave eine Doppelstrategie, die das Unternehmen klar von Wettbewerbern wie IonQ und Rigetti abgrenzt, die ausschließlich auf Gate-Modelle setzen. Künftig will D-Wave zwei Plattformen anbieten:
- Annealing-Systeme für Optimierungsprobleme, bereits kommerziell über die Advantage2-Plattform verfügbar
- Gate-Model-Systeme, deren Entwicklung durch QCIs Technologie beschleunigt werden soll
Damit adressiert D-Wave sowohl kurzfristig nutzbare Optimierungsanwendungen als auch langfristig universelle Quantenrechner, für die Gate-Model-Architekturen erwartet werden.
Fortschritte bei der Fehlerkorrektur
Ein wesentlicher Hebel liegt in QCIs Ansatz zur Fehlerkorrektur. Klassische Architekturen benötigen tausende physische Qubits für ein einziges logisches Qubit, weil Fehlerraten sehr hoch sind. QCIs Dual-Rail-Technologie mit Hardware-basierter Fehlererkennung soll diesen Overhead deutlich reduzieren und damit den Weg zu praktisch einsetzbaren, fehlerkorrigierten Systemen verkürzen.
Zusätzlich übernimmt D-Wave das F&E-Zentrum von QCI in New Haven. Zum Team gehört unter anderem der Yale-Physiker Rob Schoelkopf, einer der Pioniere im Bereich supraleitender Quantencomputer. Die Transaktion ist damit auch ein gezielter Ausbau der eigenen F&E-Basis.
Finanzprofil und Bewertung
Wachstum und Profitabilität
Im dritten Quartal 2025 erzielte D-Wave Umsätze von 3,7 Mio. US-Dollar – ein Wachstum von 100 % im Jahresvergleich. Das Unternehmen arbeitet jedoch weiter deutlich defizitär und verbuchte im gleichen Zeitraum einen operativen Verlust von 27,7 Mio. US-Dollar.
Die Liquiditätsbasis ist mit 836,2 Mio. US-Dollar Cash solide. Sie verschafft D-Wave Spielraum für hohe Entwicklungsaufwendungen und Akquisitionen wie den QCI-Kauf.
Hohe Bewertungsmultiplikatoren
Auf dem aktuellen Kursniveau wird D-Wave mit sehr hohen Umsatzmultiplikatoren gehandelt. Das Kurs-Umsatz-Verhältnis liegt bei über 300. Der Markt preist damit starkes künftiges Wachstum im Quantum-Computing-Sektor ein und ordnet die Aktie im oberen Bewertungssegment des Tech-Sektors ein.
Finanzierung der Transaktion
Die Bar-Komponente von 250 Mio. US-Dollar entspricht rund 30 % des aktuellen Kassenbestands. D-Wave behält damit einen erheblichen Liquiditätspuffer. Die Aktienkomponente begrenzt den unmittelbaren Mittelabfluss und gibt den bisherigen QCI-Eignern Partizipation am potenziellen Aufwärtspotenzial der kombinierten Gesellschaft.
Nächste Schritte und Ausblick
Kurzfristig sind mehrere Meilensteine relevant:
- Ende Januar: Erwarteter Abschluss der Transaktion, vorbehaltlich regulatorischer Genehmigungen
- 27.–28. Januar: Auftritt von D-Wave auf der Qubits 2026-Konferenz in Boca Raton mit aktualisierter Produkt-Roadmap
- 2026: Geplante allgemeine Verfügbarkeit des ersten Dual-Rail-Gate-Systems
Die Hart-Scott-Rodino-Prüfung dauert typischerweise rund 30 Tage, kann sich aber bei zusätzlichen Informationsanforderungen der US-Behörden verlängern. Angesichts der strategischen Bedeutung von Quantum-Technologien ist ein genauerer Blick der Aufseher möglich.
Operativ hängt der Erfolg des Deals davon ab, wie reibungslos D-Wave Team und Technologie von QCI integriert und gleichzeitig die Entwicklung beider Plattformen – Annealing und Gate-Modell – vorantreibt. Erste Hinweise auf Integrationsaufwand und mögliche Synergien werden im kommenden Quartalsbericht erwartet.
D-Wave Quantum-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue D-Wave Quantum-Analyse vom 08. Januar liefert die Antwort:
Die neusten D-Wave Quantum-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für D-Wave Quantum-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 08. Januar erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
D-Wave Quantum: Kaufen oder verkaufen? Hier weiterlesen...








