CureVac Aktie: Alarmzeichen überhört?
Eine Ära geht zu Ende: Nach 25 Jahren verliert das Tübinger Biotech-Unternehmen CureVac seine Eigenständigkeit als börsennotierte Gesellschaft. Für Aktionäre ist der heutige Montag entscheidend, denn es ist die letzte Gelegenheit, die Papiere regulär an der Börse zu handeln. Danach übernimmt der Mainzer Konkurrent BioNTech das Ruder vollständig und vollzieht die Integration der ehemaligen Rivalin.
Der Fahrplan für das Delisting
Die Nasdaq hat den Zeitplan für den Rückzug von CureVac bestätigt. Der reguläre Handel endet heute, am 5. Januar 2026. Unmittelbar nach der nachbörslichen Sitzung gegen 19:50 Uhr US-Ostküstenzeit wird die Notierung dauerhaft ausgesetzt. Die formelle Fusion soll bereits morgen vor Marktöffnung vollzogen sein.
Vorausgegangen war ein erfolgreiches Umtauschangebot von BioNTech, das im Dezember endete. Rund 86,75 Prozent der CureVac-Aktien wurden bereits angedient. Für die verbleibenden gut 13 Prozent der Anteile leitet BioNTech nun den sogenannten Squeeze-out, also den Zwangserwerb der Minderheitsanteile, ein.
Steuerliche Nachteile beim Zwangsumtausch
Verbliebene Aktionäre erhalten für jede CureVac-Aktie 0,05363 BioNTech American Depositary Shares (ADS). Dieses Umtauschverhältnis basiert auf dem volumengewichteten Durchschnittskurs von BioNTech im November 2025.
Es gibt jedoch einen kritischen Unterschied zwischen dem freiwilligen Angebot und dem jetzigen Pflichtumtausch: Anleger, die ihre Anteile nicht während der regulären Angebotsfrist eingereicht haben, müssen beim Erhalt der BioNTech-Aktien mit steuerlichen Abzügen rechnen. Konkret droht beim Squeeze-out eine niederländische Quellensteuer von 15 Prozent auf die eingebuchten Aktien, die für Teilnehmer des ursprünglichen Angebots nicht anfiel.
Strategische Hintergründe und neue Führung
Mit der Transaktion im Wert von ursprünglich rund 1,25 Milliarden US-Dollar sichert sich BioNTech Zugriff auf wichtige Technologien. Dazu gehören die "RNA Printer"-Plattform zur mRNA-Produktion sowie vielversprechende Kandidaten aus der Krebsforschung, etwa gegen Glioblastome und Lungenkrebs. Auch die Produktionsanlage in Tübingen wechselt den Besitzer.
Parallel zur Übernahme wurde das Management komplett umgebaut. Der bisherige Vorstand von CureVac trat geschlossen zurück. Die Führung der neuen CureVac SE übernimmt nun direkt BioNTech-CEO Prof. Ugur Sahin. Zudem wurde ein langwieriger Patentstreit beigelegt, der CureVac und Partner GSK insgesamt 740 Millionen US-Dollar sowie künftige Lizenzgebühren einbringt.
Letzte Chance für Anleger
Die Aktie verabschiedete sich am Freitag mit einem Kurs von 4,67 USD aus dem Handel. Da das Umtauschverhältnis fixiert ist, fungiert das Papier aktuell fast ausschließlich als Arbitrage-Instrument, dessen Preis sich direkt an der BioNTech-Aktie orientiert.
Wer die CureVac-Aktie noch im Depot hat und die automatische Umwandlung samt möglicher steuerlicher Nachteile vermeiden möchte, muss heute aktiv werden. Nach Handelsende werden die verbleibenden Positionen automatisch in den Abwicklungsprozess des Squeeze-outs überführt, womit die Geschichte von CureVac als eigenständiges Börsenpapier endgültig abgeschlossen ist.
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